Tag 19: Die Faszination morbider Landschaft

Heute war mal wieder Waschtag, was diesmal vor allem auf die Waschmaschine beziehungsweise den Trockner zu warten hieß. Machte aber nichts, denn die Zeit in Sigtuna rumzubekommen ist nicht schwer. Nachdem wir ganz gemütlich gefrühstückt hatten machten wir uns zu einer ersten Stadterkundung auf.

Wie bereits erwähnt ist die kleine Stadt die älteste Schwedens und besticht daher vor allem durch ihre alten Holzhäuser. Bei unserem Bummel am Morgen zeigte es sich noch sehr verschlafen und außer in der Kirche zum Gottesdienst war auch nicht viel los, aber nach dem Mittag öffneten viele der Lädchen und es kam mehr Leben in die Gassen.

Da die Waschmaschine ihren Spaß mit uns hatte und sich mehr Zeit nahm als sie eigentlich sollte, entschieden wir noch einen Stopp bei einer kleinen Bäckerei einzulegen. Auch hier gab es wieder die für Schweden typischen Zimtschnecken, aber wir entschieden uns dieses Mal für die Version mit Kardamom – yummy!

Am frühen Nachmittag war der Großteil der Wäsche dank des vorhandenen Trockners dann auch trocken und wir konnten aufbrechen. Über Vesteras, das uns nicht sonderlich gut gefiel und daher nur ein kurzer Zwischenstopp war, ging es weiter gen Norden. Unser Ziel war der Nationalpark Öjesjöbrännan. 2014 wütete hier, ausgelöst durch den Funkenflugs einer Waldrodungsmaschine, ein verheerendes Buschfeuer. Ca. 15.000 Hektar Wald, was circa 25.000 Fußballfeldern entspricht, fiel den Flammen zum Opfer.

Erst der lang ersehnte einsetzende Regen vier Tage später erlöschte das Feuer endgültig. Kurz darauf wurde die Entscheidung getroffen, den Nationalpark nicht neu zu beforsten und stattdessen der natürlichen Regeneration freien Lauf zu lassen. Das sorgt heute für ein beeindruckendes und faszinierendes Naturschauspiel!

Entlang einer Schotterpiste geht es viele Kilometer an den Überresten verkohlter Baumstämme entlang. Soweit das Auge reicht ragen tote Bäume in den Himmel. Mancherorts haben sich aber kleine, zarte Birken bereits wieder angesiedelt. Wow!

In der Mitte des Nationalparks wurde ein Turm für Besucher erbaut, von dem aus man sich das Ausmaß der Katastrophe noch einmal vor Augen halten kann. Man kann den Brand tatsächlich noch nach 6 Jahren riechen, wenn man die Erbauten Holzstege entlang geht und Schilder erläutern die Entwicklungen an den einzelnen Tagen. Auch hierfür müssen wir zu unserer positiven Überraschung mal wieder keinen Eintritt zahlen. Echt cool das Schwedens Regierung die Natur als das Recht jedes einzelnen ansieht.

Noch völlig geflashed machten wir uns zu einem Wildcamping Spot in der Nähe auf. Wieder geht es kilometerweit durch den toten Wald. Total surreal irgendwie. Eine Schottterpiste nach der nächsten und wir erreichen einen total surrealen Spot. Wenige Meter hinter uns beginnt der abgestorbene Wald, während sich vor uns ein wunderschöner See erstreckt.

Wow! Das ist definitiv einer der abgefahrensten Plätze an denen wir bis jetzt standen. Und dann geht die Sonne auch noch über dem spiegelglatten See unter… hammer!

5 Kommentare zu „Tag 19: Die Faszination morbider Landschaft

  1. Hej ni tre, wieder mal super Aufnahmen und toll, was Ihr alles erlebt. Freue mich so sehr für Euch. Bin schon mächtig gespannt auf die nächsten Berichte. Interessante Eindrücke und gute Fahrt im schönen Schweden wünsche ich Euch. Hälsningar och en kyss från, Mutti, Omi, Heidi ❤ ❤ ❤

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  2. Heeeeerlich das Bild mit Dorphine und den Decken und Matratzen, wie die Hottentotten ;-), geniesst das alles. Viel Spass weiterhin und seid schön vorsichtig.

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