Tag 25: Wirklich, Polarkreis statt Peloponnes?

Habt ihr schon einmal von einer Kirkstad gehört? Wir bis heute nicht, aber genau eine solche sollte unser erstes Tagesziel werden. Aber wie immer starteten wir den Tag erst einmal wieder sehr gemütlich mit einem ausgiebigen Frühstück, ehe wir uns auf den Weg machten. Eine Kirkstad sind viele kleine Hütten die um eine zentral angelegte Kirche errichtet wurden, damit die Leute sich dort ausruhen und auch meist 1 Nacht schlafen konnten, ehe sie ihren Heimweg in entfernt gelegene Dörfer wieder antraten. Es war das Highlight der Woche in einer Kirkstad zusammenzukommen und Freunde aus anderen Dörfern zu treffen. Die Kirkstad in Gammelstad gehört heute zum Weltkulturerbe und wird (und muss, damit diese den Status nicht verliert) noch ähnlich genutzt wie früher.

In Gammelstad gibt es übrigens ca. 500 dieser kleinen Hütten, welche sich allesamt in Privatbesitz befinden, aneinander gereiht und mit kleinen Gassen miteinander verbunden sind. Nachdem wir die Kirkstad in aller Ruhe erkundet hatten machten wir uns weiter auf den Weg gen Norden. Entlang der Küste ging es Richtung Haparanda, einer Grenzstadt am nördlichsten Teil des Bottnischen Meerbusens, zur Ostsee gehörend. Grenzstadt? Ja tatsächlich, wir haben nun fast Finnland erreicht ☺️ Die Stege des relativ kleinen Sporthafen von Haparanda waren allesamt noch komplett leer, denn hier war die Ostsee teilweise noch gefroren – wow! Nur vor der Hafenmauer, wo die Eisschollen bereits getaut waren jagten zwei Jetski über die Wellen, ganz schön skurril.

Von Haparanda ging es dann meist an der schwedisch-finnischen Grenze gen Norden. Doch anstatt die Autobahn zu nehmen entschieden wir uns für eine Nebenstraße und machten zum ersten Mal Bekanntschaft mit den Nord Schwedischen Landstraßen. Asphalt war abseits der großen Bundesstraßen eher spärlich gesät, und teilweise fährt man Stundenlang Schotterpisten entlang die eigentlich eher den Titel Felspisten verdient hätten. Cool 😎 Kaum waren wir etwas weiter im Landesinneren passierten wir sogleich auch das erste „Vorsicht Rentier“- Schild…

… boah wie cool wäre es, wenn wir eines zu Gesicht bekämen?!! Aber dafür braucht man sicherlich ähnlich viel Glück wie bei den Elchen, und das war ja schon nicht so schlecht bei uns. Doch wie sich herausstellte, ist das Rentier wohl nicht so rar und scheu, denn nur wenige Kilometer weiter standen schon vier, seelenruhig grasend am Straßenrand. Boah, wir fanden’s mal wieder ziemlich spannend! Die vier ließen sich auch durch nichts und niemanden stören, und wir freuten uns über unser erneutes Tier-Erspähungs-Glück. Uns dämmerte kurze Zeit später, als wir die nächsten Zwei entdeckten, dass dazu nicht allzu viel Glück zu gehören schien. Hammer!

Mit einer großen Staubwolke im Rücken ging es weiter auf unbefestigten aber festgefahrenen Dirtroads gen Norden. Und um so mehr wir nördlicher kamen, desto menschenleerer wurde es. Kaum ein anderes Auto kam uns mehr entgegen und langsam aber sicher wurde auch der Schnee rechts und links der Straßen mehr. An einem der ersten zugefrorenen Seen stoppten wir … wow, was für ein krass tolles Naturschauspiel!

Der Norden anfangs von uns noch etwas argwöhnisch beäugt, doch schon jetzt zog uns dieser doch irgendwie so anderer Teil Schwedens komplett in seinen Bann. Dabei standen wir erst am Anfang der Strecke! Euphorisch entschieden wir noch weiter zu fahren, legten jedoch noch eine kleine Snackpause entlang des Weges ein ☺️

Gegen Abend erreichten wir dann noch einen weiteren sensationellen Meilenstein, wir waren nun offiziell im Polargebiet! Unglaublich!!! Wer hätte gedacht, dass uns diese Reise, die eigentlich nach Griechenland und in die Balkanländer gehen sollte, uns einmal hierher führen würde?! Wir definitiv nicht – daher ein doppeltes Wow Wow!

Jetzt war es aber wirklich langsam Zeit eine Übernachtungsmöglichkeit zu finden. Morgen war ja auch noch ein Tag. Über eine Schotterpisten-Extrem ging es weiter ins Landesinnere… uijuijuijui… eine Stunde später, Dorphine als auch wir, gut durchgeschüttelt erreichten wir einen tollen Wildcampingspot! Neben einer Feuerstelle, Toiletten und Picknicktischen gab es hier sogar eine Sauna die man selbst anfeuern konnte, wenn man wollte – samt Holz! Schweden du bist so cool!

Rentierspuren gab es auch und wir hofften, dass die Tiere vielleicht erneut vorbeikämen um etwas zu trinken. Zuerst mit unserem Abendessen und später mit Gin Tonic‘s und Chips setzten wir uns in der Fahrerkabine auf die Lauer.

Rentiere kamen zwar keine vorbei, aber wir hielten bis Mitternacht durch. Und da die Sonne am Polarkreis um diese Jahreszeit nicht untergeht gabs auch noch ein Mitternachtsselfie unter freiem Himmel um dies zu demonstrieren 😊

2 Kommentare zu „Tag 25: Wirklich, Polarkreis statt Peloponnes?

  1. Hälsningar till norra Sverige, wieder super, was Ihr tolles erlebt und seht. Da kommt direkt ein bisschen Neid auf. Übrigens, solltet Ihr im Juni noch in Schweden sein: Am 24. Juni werden die Mittsommernacht und der Sommerbeginn traditionell gefeiert. Dieses Fest darf man sich bei einer Autorundreise nicht entgehen lassen. Nun wünsche ich Euch weiterhin interessante Erlebnisse und grüße Euch aus Hamburg. Ha en bra resa och vänliga hälsningar, Muddi, Omi, Heidi ❤ ❤ ❤

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    1. Ohja, wenn wir dann noch in Schweden sein sollten werden wir uns das auf keinen Fall entgehen lassen. In den Supermärkten werden bereits Blumenkränze und sämtliche Deko Artikel angeboten ☺️ Ganz liebe Grüße zurück von uns dreien! 😘

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