Tag 43: Hejdå Sverige

Nach sechs Wochen und sage und schreibe fast 10.000km geht unsere Zeit in Schweden nun zu Ende. Ein prima Moment um noch einmal zurückzuschauen und die vielen Eindrücke reflektieren zu lassen.

Nur so viel sei vorab schon einmal gesagt: Schweden entpuppte sich, da mehr oder weniger aus der Not heraus geboren, für uns als ein wahrer Traum! Als einziges Land, das noch Touristen willkommen hieß, rettete Schweden nicht nur unser Sabbatical, sondern eroberte auch unsere Herzen im Flug. Daher wird dieser Beitrag auch eine kleine Liebeserklärung an Schweden 🙂 Die Freiheiten die man hier hat – und vor allem nicht nur in Corona Zeiten – sind wirklich immens! Beginnen wir mal mit dem sogenannten Jedermannsrecht. Das bedeutet ein Stück weit, dass die Natur quasi KOSTENLOS! jedem gehört und man dementsprechend, von ein paar Einschränkungen abgesehen, fast überall Wildcampen darf. Selbstverständlich gehört dazu aber auch die Achtung Dieser! In Deutschland erlaubtes wildcampen… fast undenkbar.

Zu erwähnen sind zudem auch die vielen tollen Oldtimer, die man hier auf den Straßen sieht. Zustand von hui bis pfui, und viele wären in Deutschland vermutlich längst aus dem Verkehr gezogen worden. Doch hier gehört es zum Kulturgut als auch Lebensgefühl. In Schweden wird primär auf den rein technischen Zustand geschaut, da müssen dann halt z.B. Licht und Bremsen einwandfrei funktionieren, und viel mehr auch nicht (das ist zumindest der Eindruck, welchen wir bekommen haben). Damit dürfen alte Schätze noch viel länger auf den Straßen cruisen, und nen guter rattiger Look hat doch was 🙂

Auch was die Behörden angeht, scheint Schweden laut der Erzählung eines ehemaligen Flüchtlings und jetzt Immigranten aus Syrien, sehr viel entspannter und unkomplizierter. Das bestätigte auch ein Deutscher, der hierhin ausgewandert war und die geringe Bürokratie im Gegensatz zu Deutschland in höchsten Tönen lobte. Zudem ist uns Schweden als eine sehr offene und tolerante Gesellschaft sehr positiv aufgefallen. Diese nimmt Ausländer nicht nur mit offenen Armen auf, sondern sorgt auch für eine durchdachte Integration. Selbst an dem Schwedischen Nationalfeiertag feiert sich nicht das Land als solches, sondern neue Zuwanderer werden auf diese Art herzlich Willkommen geheißen. Was für eine tolle Geste! Wir denken, dass sagt schon eine Menge über die vorherrschende Mentalität aus.
Zudem stellen die einzelnen Kommunen sehr viele Annehmlichkeiten kostenlos zur Verfügung. So hat man vielerorts prima kostenloses Wifi oder muss nichts beziehungsweise nur sehr wenig für Parkplätze bezahlen. Schon öfter erwähnt, aber dennoch mega genial!, ist natürlich auch das kostenlose Feuerholz, dass an Seen oder in Naturschutzgebieten bereitgestellt wird. Auch Grillplätze, Räucheröffen, Saunen, Sägen und Äxte (zur Beschaffung neuen Feuerholzes) haben wir entdeckt. Und es gibt fast überall ordentliche, wenn häufig auch nur einfache Plumpsklos, Toiletten inkl. Klopapier…is na klar auch mal wieder kostenlos! Und wo wir gerade bei kostenlos sind, bei uns nicht vorstellbar, aber hier sind selbst Autofährverbindungen zu vorgelagerten Inseln KOSTENLOS!


Schweden’s Natur ist wenn man vom Süden bis hoch nach Lappland an den Polarkreis reist doch auch so unterschiedlich und vielfältig. Und auch nach sechs Wochen Road Trip wurde es nie langweilig für uns. Der Süden noch sehr grün, mit seinen vielen Rapsfeldern, sowie schöner Küsten,- und einer toller Seenlandschaft. Je mehr man in Richtung Mitte reist, wird es hügeliger, und mit der Zunahme der Nadelbäume, nimmt proportional die Vielzahl unterschiedlicher Laubbäume ab. Übrig bleiben gefühlt später nur Nadelbäume und die Birke. Und dann sind da ja auch noch die wirklich traumhaften Schärenlandschaften an Ost,- und Westküste. Je mehr man sich dann auch gen Norden bewegt, desto ähnlicher wird die Natur derer Kanadas, oder besser gesagt das, was wir uns unter der Landschaft Kanadas vorstellten. Und das sollte auch kein Trugschluss sein wie sich herausstellte. Die Ähnlichkeit wurde uns tatsächlich auch von einem Auswanderer, welcher vor Jahre von Deutschland nach Kanada auswanderte und jetzt im nördlichen Schweden lebt, bestätigt.


Kulinarisch sticht Schweden leider nicht sonderlich heraus, sehr schade eigentlich wie wir finden. Wobei wir doch auch einige schwedische Lebensmittel lieb gewonnen haben. Allen voran die Choklad- und Cocosbollar – yummy! (ein wesentlicher Unterschied zu unseren ist, dass diese keinen Waffelboden haben) Aber auch der leckere Rote Beete Salat ohne Hering oder der Sill Sul (Heringshappen in Geschmacksrichtung Senfsauce bei uns) waren stets ein gern gesehener Gast auf dem Frühstückstisch. Vegetarische oder vegane Fleischersatzprodukte aus der Tiefkühltruhe sind hier wesentlich vielfältiger und zugegebener Weise meist auch leckerer als in Deutschland… sowieso können die Schweden Tiefkühlkost, egal ob Mango’s, Avocado’s oder Granatapfelkerne, es gibt nichts was es nicht gefrostet gibt. Beim frischen Obst und Gemüse wünscht man sich hingegen oftmals einen Deutschen Supermarkt herbei. Die Paprika’s einzeln verschweißt (geht ja mal so gar nicht!!) für bis zu 8€ (!) das Kilo ist schon ganz schön happig. Die Schweden sind generell schon recht große Fans von Fast Food. Egal welches Städtchen oder noch so kleines Örtchen wir auch durchfuhren, begrüßt wurden wir erst einmal (und das wirklich fast immer) von der ortsansässigen Pizzeria, in welcher dann auch gleich Kebab und Hamburgare im Angebot waren. Und zu erwähnen seine noch die Thai-Imbisse, welche die kulinarischen Ergüsse Schwedens dann meist abrunden :).

Dies ist natürlich nur eine Sicht der Dinge, auch Schweden wird seine Probleme haben, aber wir haben einen äußerst positiven Eindruck von diesem Land bekommen.

No Für alle, die jetzt Lust bekommen haben ebenfalls Schweden zu bereisen haben wir eine Bucket List erstellt. Über Rückmeldungen wie viele der Anregungen eure Schweden Reisen erfüllt (haben) würden wir uns wie immer sehr freuen 🙂

  1. Wildcampen
  2. In einem See schwimmen gehen
  3. Einen Fisch angeln und diesen essen
  4. Ein Lagerfeuer machen
  5. Einen Elch in freier Natur sehen
  6. Originale schwedische Bonbon’s in Gännar kaufen (Chili-Schoko ist sehr zu empfehlen 🙂 )
  7. In einem abgelegenen Hafen übernachten (besonders an der nördlichen Westküste)
  8. In einer Pizzeria, die die einzige im Ort ist essen
  9. Einen Spaziergang entlang des Göte Kanals machen und den Booten beim schleusen zuschauen
  10. 5 Basics der schwedischen Sprache lernen
  11. Im Nationalpark Öjesjöbrännan die Brandfolgen sehen (und falls mit einem Camper unterwegs dort auch übernachten)
  12. Durch die Altstadt von Stockholm flanieren
  13. Die Stockholmer Schären besuchen.
  14. Eine legendäre Schotterpiste in schwedisch Lappland fahren und dabei Rentiere sehen
  15. An einem zugefrorenen See campen nud morgens im Sonnenschein draußen frühstücken.
  16. In Kiruna bei dem Food Truck “Stejk Street Food” einen traditionellen, gepimpten Lappland Snack mit Elch oder Rentier essen und einen Schnack mit dem tollen Team halten.
  17. Die Schären vor Göteburg besuchen

4 Kommentare zu „Tag 43: Hejdå Sverige

  1. Hej ni tre, Mario, Twiggy und Sina ❤ .
    Danke für Euren tollen Abschlussbericht. Wow….knapp 10.000 km. Da hat Van Dorphine ordentlich was geleistet. Hatte teilweise Gänsehaut beim Lesen. Sehr vieles kann ich bestätigen, da ich mal mit Euch, Mario und Ariane, als Ihr noch klein wart, Urlaub in Schweden gemacht hatte.
    Nun müsst Ihr Euch auf mehr Menschen, Mund-Nasen-Schutz, etc…… einstellen.
    Ich wünsche Euch 3en, Mario, Twiggy und Sina, noch weitere schöne und interessante Erlebnisse. Freue mich schon auf weitere Berichte, denn so kann ich immer dabei sein.
    Passt auch Euch auf und bleibt gesund.

    Hälsningar till er tre ❤ ❤ ❤
    von Muddi, Omi und Heidi ❤

    P.S.: Zur Bucket List gehört auch noch der Autofriedhof

    Liken

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