Tag 70: Cluj-Napoca und die Schlucht von Copâceni

Was für ein herrlicher Morgen! Zwar war es über Nacht merklich abgekühlt (die Temperatur lag erstaunlicherweise nur noch bei ca. 10°) doch nach den vielen Tagen mit 30°+ war das mal eine willkommene Abkühlung. Während wir gemütlich beim Frühstück saßen, bekamen wir von der netten Betreiberin ein Paar frisch gepflückte Himbeeren aus dem Garten geschenkt… und das, wo doch vor allem Mario so ein Fan dieser kleinen Beeren ist 🙂 Viel besser kann ein Tag kaum starten.

Als wir so langsam startklar zum weiterziehen waren, zogen dunkle Wolken auf, und während wir uns noch mit dem Ehepaar unterhielten, begann es zu Regnen und Gewittern. So blieben wir noch etwas länger auf der Veranda sitzen und lernten auch noch den, wie sollte es auch sein, sehr netten Sohn der Familie kennen. Er hatte erst vor zwei Wochen sein Studium in den Niederlanden abgeschlossen und wollte nun in Rumänien sein eigenes Business im Bereich des Tourismus gründen. Mal wieder sehr interessante und nette Gespräche! Zum Abschluss bekamen wir noch ein paar Walnüsse der Ernte des letzten Jahres, genau von den Bäumen unter den wir standen, geschenkt- boah nochmal voll nett, und zudem was für ein Größenunterschied zu denen, die man sonst im Supermarkt kaufen kann…krass.

Eigentlich wollten wir heute etwas durch die Schlucht von Turcii hiken, doch bei dem eher nicht vorteilhaften Wetter dafür, entschieden wir, das Vorhaben vorerst noch etwas aufzuschieben. Alternativ fuhren wir in die ein wenig nördlich liegende Studentenstadt Cluj-Napoca. Und siehe da, wir hatten sogar doppeltes Glück. Als wir dort ankamen stoppte der Regen und zudem ergatterten wir auch noch einen sehr zentral gelegenen Parkplatz. Durch die von der Dachbox verursachte Extrahöhe Dorphines (gesamt nun ca. 2,60m), ist dieses nicht immer ganz so einfach…da ist zumindest schon mal jedes Parkhaus in den Städten passe. Nach dem Abstellen, begannen durch die City zu schlendern, und boah war das interessant.

Anders als bei den restlichen Städten, die wir bis jetzt besucht haben, ist Cluj-Napoli noch im Umbruch. Ein ungewollter Shabby-Chic dominiert die meisten Häuserfassaden, doch zugleich läuft die Restaurationen der Gebäude immer mehr an und man beginnt zu erahnen was für eine Perle die Stadt in einigen Jahren sein wird.

Uns fallen auch immer wieder irgendwie schöne Gegensätze auf. Auf der einen Seite ein ziemlich runtergerocktes Haus, indem jedoch eine Edel-Kinderwagen Boutique untergebracht ist… passt irgendwie überhaupt nicht, ist aber ein Sinnbild des Umbruchs für diese Stadt. Und apropos Boutique, achtet mal auf den Namen dieses Kebab Imbisses…herrrrlich ☺️

Es gibt auch sehr viele kleine, qualitativ hochwertige „Coffee-To-Go“ Stände, sowie außergewöhnliche Restaurants mit internationaler Küche. Würde man vom ersten Eindruck nicht wirklich erwarten, wenn man mit dem Auto die Stadt erreicht und die Umgebung auf sich wirken lässt…so kann der erste Eindruck doch täuschen😉 Auf jeden Fall mal wieder ein sehr spannender und interessanter Stadtbummel .

Am Piata Unirii, dem Platz der Vereinigung, Reiht sich ein faszinierendes Restaurant an das nächste. Jedes mit einem umfangreichen Interior… wirklich selten so coole Läden gesehen und erst recht nicht in dieser Dichte… und das in Rumänien, wer hätte das gedacht?Leider sind für eine Vielzahl der rumänischen Bevölkerung diese Restaurants oftmals unerschwinglich. Wenn man jedoch mit dem Blickwinkel eines Westeuropäer auf die Speisekarten und derer Preise schaut, ist man positiv überrascht. Für uns erscheinen die Gerichte noch immer relativ günstig… Ein wirklich trauriges Paradoxon, dass erklärt aber, warum so viele junge Rumänen lieber zum arbeiten in die westlichen Ländern gehen, auch wenn ihr Heimatland dringend Arbeitskräfte benötigt, um den Wachstum vorantreiben zu können. Verständlicherweise ist bei einem durchschnittlichen Monatsgehalt eines rumänischen Arbeiters von +/- 350€ die Verlockung mehr Geld im Westen zu verdienen groß.

Ein kleines Juwel für alle Backpacker da draußen haben wir auf unserem Rundgang auch noch entdeckt, und zwar das „Zen Hostel“. Echt mega cool aufgemachte Location, genau wie man sich ein Hostel vorstellt. Natürlich können wir dieses nur vom rein äußerlichen beurteilen. Wer jedoch mit einem schmalen Budget auf Reisen geht, die Stadt einmal besuchen möchte und Hostels mag, sollte sich diese Unterkunft auf jeden Fall mal genauer anschauen!

Und ein letztes Foto von Cluj-Napoca, dass perfekt den aktuellen Wandel zeigt, haben wir auch noch für euch. Leider kann man es aufgrund des Gerüstes schwer erkennen, aber es lohnt sich ein genaueren Blick drauf zu werfen. Dieses Haus ist auf der linken Seite bereits saniert und restauriert, während die Rechte noch nicht angetastet wurde. Was für ein Unterschied, oder?

Nachdem wir abschließend noch eine Kleinigkeit gegessen hatten, machten wir uns wieder zurück auf den Weg in Richtung der Stadt Turda. In der Nähe der Schlucht von Copaceni wollten wir eigentlich zu einem Wildcampingspot, doch stattdessen erkundeten wir noch ein wenig die Schlucht selbst. Cool 🙂

Statt jedoch wild zu campen, beschlossen wir doch einen offiziellen Campingplatz anzufahren. So geil war der Spot doch nicht, und der zweite Stellplatz der Stadt Turda lag direkt am Eingang zur Schlucht von Turzii. So würden wir gleich am nächsten Morgen direkt mit dem Hike in den Tag starten können. Dieser Platz konnte für unser Befinden nicht mit dem des Vortages mithalten, war aber sauber, gepflegt und für unseren Zweck somit eigentlich doch perfekt. Unser Stellplatz Nachbar, ein Ungar ohne jegliche Englishkenntnisse aber dafür einer spitzen sprachgesteuerte Übersetzer App, begrüßte uns sogleich mit einem Schnaps 😆 Und scheinbar ist die Vorliebe für Kurze und Gastfreundlichkeit in den südöstlichen Regionen ein hohes Gebot. Denn nur wenig später kam auch noch der Campingplatzbetreiber mit einer Flasche selbstgebrannten Pflaumenschnaps vorbei. Uijuijui…

Ein Kommentar zu “Tag 70: Cluj-Napoca und die Schlucht von Copâceni

  1. Hallo Ihr drei, wieder mal ein toller Bericht mit wunderschönen Aufnahmen. Rumänien ist wirklich eine Reise wert.
    Ich wünsche Euch weiterhin interessante Erlebnisse und bis bald, Eure Muddi, Omi, Heidi 🙂 ❤

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