Tag 71: Die Schlucht von Turzii und die zauberhafte Hermannstadt

Zum ersten Mal seit dem Start unseres Sabbaticals vor über vier Monaten klingelte heute Morgen um sechs Uhr der Wecker. Wir wollten die Schlucht von Turzii noch vor dem Frühstück durchquert haben, und wir waren uns ziemlich sicher, dass wir sie um diese Uhrzeit dann ganz für uns alleine hätten. Jepp, so war es dann auch 🙃 Die Schlucht gehört zu einer der Top Sehenswürdigkeiten in Rumänien und ist insgesamt 1,2 km lang. Die Felswände erstrecken sich bis zu 200 m hoch und sorgen in einer beeindruckenden Kulisse für ein faszinierendes Panorama.

Der Weg durch die Schlucht ist teilweise nicht ganz so simpel zu passieren und allzu kleine Kiddies haben hier eher weniger verloren. Kleine Hunde hingegen können auf dem Arm getragen, spitze die Tour mitmachen 🙂 Hauptsache es bleibt eine Hand frei um sich selbst noch festzuhalten, denn ein paar Passagen sind doch recht schmal und glitschig. Aber es lohnt sich allemal! Wir waren zumindest mega happy, so früh aufgestanden zu sein.

Der Anblick ist wirklich fantastisch und mit einer Gesamtlänge von 5 km Hin und wieder Zurück, ist der Hike auch gut auf leeren Magen zu schaffen. Übrigens kostet das Ganze normalerweise 4 Lei – 80 cent – außer man steht früh genug auf, dann kann man sich sogar diese sparen 🙂 Und natürlich geben wir immer alles um den besten Shot einzufangen. Hier ein Behind-the-Scenes Foto, bei dem vor allem Twiggy wie immer alles gibt 🙂

Gegen neun Uhr waren wir zurück bei Dorphine und aßen ein leckeres und wohlverdientes Joghurt-Haferflocken-Apfel-Bananen Frühstück – yummy! Gut gestärkt ließen wir Turda mit der Schlucht dann hinter uns und machten uns auf den Weg in Richtung Sibiu, dem ein oder anderen evtl auch bekannt als Hermannstadt. Auf der Strecke dorthin sind uns wieder ein paar Dinge aufgefallen: Zum einen, gibt es hier sehr viele Storchennester, die fast nahezu alle mit bis zu 3 Jungstörchen besetzt sind und der Nachwuchs wächst und gedeiht augenscheinlich sehr gut – echt schön zu sehen, dass es hier so viele dieser Art gibt 🙂 . Und zweitens…Hola die Waldfee, gibt es hier echt krasse Schlaglöcher in den Straßen… da sollte man wirklich die Augen offen halten – nicht so super…und das ein oder andere Mal ging bei Mario durch Mark und Bein und bei Dorphine durch Feder und Dämpfer😣…Heads Up!

Sibiu, oder auch zu Deutsch Hermannstadt, ist übrigens bekannt für seine sächsische Architektur und wurde durch deutsche Siedler aus Sachsen stark geprägt. Sogar viele der Straßennamen sind angeblich noch Deutsch. Wir haben zwar keins davon entdeckt, sind aber durch Zufall in eine komplett deutsche Buchhandlung gestolpert. In dieser arbeitete eine junge Frau mit deutschen Vorfahren und diese sprach auch perfekt Deutsch. Wir kamen etwas ins Gespräch und haben von ihr erfahren, dass die dort in Sibiu lebenden Deutsch-Rumänischen Minderheiten (~1500 St.) noch ca. 1% der Bewohner ausmachen. Die Stadt selber hat uns komplett in ihren Bann gezogen und verzaubert…um so mehr wir erkundeten, desto schock verliebter wurden wir😍 Auch hier dominiert ein dezent gepflegt wirkender Shabby-Chic Look, der jedoch hier absolut toll ins Stadtbild passt und sehr liebenswert ist. Viele der kleinen Restaurants und Cafe’s sind mega liebevoll hergerichtet und die Straßen sind gesäumt von süßen, kleinen Häuschen. Aber Bilder sagen mehr als tausend Worte…

Unserer Meinung nach ein absoluter Muss-Abstecher wenn man Rumänien bereist. Wir haben kurz nach der Abreise jedenfalls beschlossen, dass wir nicht zum letzten Mal hier gewesen sein werden, da es uns dort so gut gefallen hat.

Von Sibiu/Hermannstadt aus fuhren wir als nächstes einen kleinen Campingplatz in der Stadt Namens Kerz an. Wir hatten von den netten Betreibern des Platzes in Turda von diesem erfahren. Wow! Was für ein liebevoll gestaltetes kleines Paradies. Die Betreiberin, eine gebürtige Holländerin, war ebenfalls sehr nett, und so kamen wir wieder ins Gespräch. Sie ist vor zwanzig Jahren mit ihrem rumänisch stämmigen Mann nach Rumänien ausgewandert, um dann genau diesen, noch heute von ihnen betriebenen, Campingplatz zu eröffnen. Zu der damaligen Zeit war dieses erst der zweite Campingplatz im ganzen Land. Somit sind die 2 quasi die Pioniere des Campings in Rumänien- Hammer, oder? In den letzten zwei Jahrzehnten ist der Platz mit sehr viel Hingabe und Liebe zum Detail stetig gewachsen, sodass man gar nicht weiß wo man zuerst hinschauen soll. Wirklich ein schöner Ort um etwas zu verweilen…und zudem nur einen Katzensprung von unserem nächsten Abenteuer, der Transfagarasan, entfernt…stay tuned!

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