Tag 72: Die Transfagarasan und zu Besuch bei Dracula

Habt ihr schon einmal etwas von der Transfagarasan gehört? Wir bis dato nicht, was einmal mehr beweist, wie wenig wir eigentlich vorher über Rumänien wussten. Die Transfagarasan ist eine Hochstraße und zählt zu den schönsten Autostrecken in Europa. Über lange, kurvige Serpentinen schlängelt sich die atemberaubende Straße bis auf knapp 2100 m bis hoch in die Transsilvanischen Alpen und verbindet diese so mit der Region „Große Walachei“ (Ja, wer kennt es nicht das Sprichwort „das liegt ja in der Walachei“ 🙂 ) mit dem Olt-Tal in Siebenbürgen. Wir geben zu, ein wenig Sorge hatten wir schon, ob die Gebirgsstrasse wirklich das richtige für Dorphine war, doch unsere etwas betagte Lady arbeitete sich bravurös den Berg hinauf.

Und diese Streckenführung ist wirklich sensationell!! Teilweise geht es direkt neben der Straße steil bergab und deswegen mag sie vielleicht nicht jedermanns Geschmack sein. Aber alles in einem ist es eine absolut beeindruckende und tolle Fahrt!, mit einem grandiosem Ausblick! Und tatsächlich ist die Transfagarasan, insbesondere für die sonst vielfach nicht so top gepflegten Straßen, in einem super Zustand.

Sehr beliebt ist sie natürlich auch bei Motorradfahrern, klar, aber was uns dann doch ein wenig überraschte, waren die nicht gerade wenigen Fahrradfahrer, die sich dieser Herausforderung stellten. Unser mega Respekt! Und im Übrigen passierten wir mehr Frauen als Männern auf dem Radl… was ist denn da los Jungs?!

Dank Corona und vermutlich auch dem Umstand geschuldet, dass es ein Wochentag war, war es verhältnismäßig leer. Die Touristenstände und das Parkplatzangebot am Gipfel lassen erahnen, was hier normalerweise los sein muss… doch so war alles noch recht entspannt. Oben angekommen, den Ausblick bewundert und ein bisschen entlang der Buden geschlendert, gönnten wir uns einen Baumkuchen… ein bisschen Touriprogramm darf es ja auch mal sein 🙂

Leider zogen kurze Zeit später rasend schnell Wolken auf und machten so den Gipfel zu einem eher weniger gemütlichen Ort, mit ebensolch schlechter Aussicht. Deswegen machten wir uns auch alsbald wieder auf den Weg ins Tal, aber natürlich nicht ehe wir noch ein paar Fotos von Dorphine schossen… so viel Zeit muss immer sein. Und kurz unter dem Gipfel kam dann auch bereits wieder die Sonne heraus 🙂

Als nächstes Ziel hatten wir uns Bran ausgesucht, was auch der Hauptgrund war, warum wir nicht die gesamten 90 km der Transfagarasan fuhren, sondern nach dem Gipfel wieder umkehrten. In Bran befindet sich die meistbesuchteste Touristenattraktion Rumäniens, nämlich das sogenannte Schloss Dracula. Jedoch hat dieses Schloss in Wirklichkeit so überhaupt nichts mit Dracula zu tun, denn Fürst Vlad III, auf dem die Erzählungen von Bram Stoker’s „Dracula“ lose basieren, hat es nie betreten. Es ist einzig dem Umstand geschuldet, dass es dem im Buch beschriebenen Schloss am ähnlichsten kam, und in Transilvanien liegt. Und somit verdankt es diesem den Namen und die Berühmtheit. Die tatsächlichen Schlossherren waren zeitweise Königin Maria und König Ferdinands I, sowie deren Tochter Prinzessin Ileana. Alle drei sehr interessante und prägende Gestalten der Rumänischen Geschichte Anfang bis Mite des des 20‘ Jahrhunderts, wie wir dank einer sehr aufschlussreichen Schlossbesichtigung erfahren haben.

Übrigens durfte Twiggy ebenfalls an der Besichtigung teilnehmen. Zwar auf dem Arm, aber dennoch sehr cool, dass es generell gestattet war, wie wir fanden. Das Schloss ist heute in einem makellosen Zustand und es macht Spaß durch die vielen verwinkelten Räume und Stockwerke zu schlendern und so etwas über die Geschichte Rumäniens zu erfahren.

Und auch hier konnten wir wieder den Corona Effekt spüren, denn laut Reiseführer sollte man das Schloss wegen des immens hohen Andrangs nur im Winter und dann bestenfalls auch am frühen Morgen besichtigen. Doch wir hatten das Schloss beinahe für uns alleine 🙂 Apropos Corona, ein Fun Fact am Rande, in Rumänien wird vor jedem Supermarkt und auch beim Eintritt zum Schloss erst einmal Fieber gemessen. Hat man eine Körpertemperatur von über 37,4 Grad darf man die Location nicht betreten.

Ach ja, und was Vampire angeht, man findet in Schloß Bran leider keine Spuren…dafür musste schon Mario’s schauspielerischeres Talent herhalten 🙃. In der rumänischen und ungarischen Sagenwelt spielen sie tatsächlich auch heute noch eine große Rolle… da bekommt man doch gleich Lust den ein oder anderen alten Dracula Film mal wieder zu schauen.

Nach der Besichtigung schlenderten wir noch ein wenig durch den Schlossgarten und schossen noch ein paar Fotos. Mario fiel ein ungewöhnlicher Porsche auf und als wir uns nährten um einmal etwas genauer hinzuschauen, kam sogleich ein Mann mit der Frage, „was guckst du so?“ auf uns zu. Ein nettes, kurzweiliges Gespräch über den brandneuen E-Porsche und Elektroautos mit Motorengeräuschen aus dem Soundgenerator entbrannte. Und so erfuhren wir, dass wir gerade in die Werbeaufnahmen für eine Promotiontour des neuen Porsche Taycan Turbo S geschneit waren. Unter dem Promotion Namen „DiscovertheUnknown- Road Trip“ sollen 28 Länder durchquert werden. Cooles Projekt, und mega cooler Job den der Typ da hat 🙂

Unweit von Bran entfernt fuhren wir einen Campingplatz an, doch der zugegebenermaßen sehr eigentümliche Besitzer wollte uns für eine Nacht nicht auf das eigentlich dafür vorgesehene Wiesengrundstück lassen, sondern bot stattdessen nur an, dass wir auf dem sehr unattraktiven Schotterparkplatz vor dem Grundstück stehen könnten. Fanden wir ehrlicherweise ziemlich schräg und sind auch lieber weitergefahren… und zum Glück! Nur eine halbe Stunde später erreichten wir die Kirchenburg von Honigberg, wo hinter der Mauer des dazugehörigen Evangelischen Hofgartens ein kleiner Campingplatz, mit vielen Schatten spendenden Obstbäumen, liebevoll hergerichtet wurde. Echt ein mega schöner Ort zum entspannend und runterkommen!! 🙂

Ein Kommentar zu “Tag 72: Die Transfagarasan und zu Besuch bei Dracula

  1. Hi Ihr 3, atemberaubend, was Ihr alles erlebt. Toll, dass ich immer, mit ein bisschen Verspätung, dabei sein kann. Rumänien ist wirklich eine Reise wert. Da würde ich auch noch gerne hin reisen.
    Weiterhin eine gute Reise und glG an Euch drei von mir! ❤ 🙂

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