Tag 77 bis 80: Van-Life‘s a Beach!

Das Rauschen der Wellen weckte uns am nächsten Morgen und wir packten so langsam aber sicher wieder zusammen um weiter zu fahren. Nachdem wir die holprige Rückfahrt bewältigt hatten… wir möchten gar nicht wissen was auf der einspurigen Straße, gesäumt von ein Paar Ausweichbuchten, am Wochenende für ein Chaos sein musste…mit einem Wohnwagengespann würde man dann sicherlich seinen Spaß haben. Am Ende der Strecke steht dann noch eine alte, vor sich hinrottende, verlassene Fabrik wie ein Torhüter zum Strand und rundet das bizarre Flair vollends ab… rumänischer Style.

Wir fuhren weiter Richtung Konstanza und passierten dabei die Hotelmeile in Mamaia. Unfassbar wie viele Hotels hier ihre Bettenburgen dicht an dicht gereiht haben, und zwar nicht nur am Meer, sondern auch noch reihenweise dahinter. Nicht vorstellbar, was hier in einer normalen, „Nicht-Corona“ Saison los sein muss. Also lieber schnell weiter 😆 Die Hafenstadt Konstanza konnte uns auch nicht so ganz überzeugen und so fuhren wir auch hier nur durch.

Unser Plan war an einem weiteren Strand wild zu campen, da jedoch unsere Vorräte beinahe vollends aufgebraucht waren, mussten wir erstmal einkaufen. Für Obst und Gemüse stoppten wir wieder an einem Straßenrand und Mario begann mit dem freundlichen älteren Herren zu feilschen.

Dieser sprach sogar ein paar Brocken Deutsch und machte sogleich mal aus einem Kilo Tomaten fast zwei. Da er dieses jedoch auf einer so liebenswerte Art, mit viel Charme und einer gehörigen Portion Humor machte, war das auch überhaupt kein Thema! Als er dann auch noch Twiggy entdeckte, war er komplett verzückt und wollte alles über sie wissen; wie alt sie sei; ob sie einen Mann hätte ☺️ Haach…mal wieder eine richtig schöne und herzliche, wenn auch nur flüchtige, Begegnung.

Vama Veche, die letzte Stadt vor der Bulgarischen Grenze am Schwarzen Meer gelegen, wurde uns als Ort mit coolem Hippie Beach beschrieben. Selbstgänger, dass wir uns das nicht entgehen lassen wollten. Wir fanden strandnah gelegen einen „bewachten“ Parkplatz, der in Kombination mit den doch etwas seltsam anmutenden, neben uns parkenden, rumänischen Pärchen mit ihrem T4 Camper, aber zu einem schlechten Bauchgefühl bei Sina führten. Diese zeigten übertrieben gesteigertes Interesse an Dorphine, machten gleich Fotos…das war uns nicht wirklich geheuer…Naja, der Ort als solches scheint uns mehr ein Auffangbecken für, sagen wir einmal „runtergerockte“ Typen, und hat für unser Verständnis daher wenn überhaupt nur einen minimalen Hippie Charme. Nach einem kurzen Aufenthalt machten wir uns dann auch schon wieder auf den Weg zur bulgarischen Grenze.

Es folgte einer bis dato bizarrsten Grenzübergänge überhaupt. Auch wenn an diesem ehemaligen Rumänisch-Bulgarisch Grenzübergang seit ihrem Beitritt in die EU keine Kontrollen mehr durchgeführt wurden, müssen die Gebäudetrakte bereits vor diesen Zeiten in einem ziemlich schlechten Zustand gewesen sein. Dank Corona finden nun wieder Checks statt, und dafür wurden nun die alten Baracken provisorisch genutzt. Ein Rumänischer Beamter kommt zunächst zum Auto und sammelt Pässe und Fahrzeugschein ein. Es gibt keine Anweisungen auf Englisch, stattdessen haben wir Dank Mario’s guter Beobachtungsgabe mitbekommen, dass wir unsere Pässe dann selbst am nächsten Fenster auf Bulgariens Seite abholen müssen. Die erste Hürde geschafft, ging es weiter zum Gesundheitscheck. Wir mussten schriftlich bestätigen kein Fiber oder sonstige Symptome zu haben; danach wurde zur Kontrolle nochmal Fieber gemessen und dann durften wir einreisen.

Auch in Bulgarien braucht man zur Nutzung der Straßen eine Vignette, doch leider wird diese nur elektronisch hinterlegt und so ziert keine weitere Dorphines Windschutzscheibe. Also hieß es, kurz nach dem improvisierten Grenzübergang, ein weiteres Mal zu stoppen und an einer kleinen Bude, mit unserer verbliebenen rumänischen Währung, eine 30 Tage Vignette zu ergattern.

Next Stop: Bulgarien! Das achte Land auf unserer Reise (wir zählen Deutschland mal nicht mit, sonst wären’s bereits Neun 🙂 ). Cool 😎 und nur kurz hinter der Grenze befindet sich ein weiterer Strand, an dem man spitze Wildcampen können soll, und diesen fahren wir auch sogleich an (Navi 9674 Krapets, dann den Schildern Richtung Camping folgen und dann wenn man vor dem Campingplatz steht rechts zum Strand fahren). Boah… was für ein Träumchen 😍! Wir finden einen sensationellen Platz etwas oberhalb des Strandes gelegen und uns beschleicht sogleich ein wohliges Gefühl, dass wir hier bestimmt nicht nur eine Nacht bleiben werden.

Schnell stellen wir fest, an was für einem chilligen Fleckchen Erde wir hier doch gelandet waren. In nicht einmal 150m Entfernung liegt zudem auch ein kleines Restaurant im Stile einer Beachbar, an welcher man herrlich gekühlte Getränke, Eis und leckere Snacks bekommt. Und anders als bei dem Strand in Rumänien, gibt es hier Mülleimer und sogar auch ein Dixi Klo; ein großes Plus wenn man wie wir mit dem Bulli reist. Nach einem mega entspannten Nachmittag testeten wir Abends dann auch eben diese Beachbar und teilten uns noch eine leckere Pizza ☺️ Man was kann das Leben doch schön sein!

Der nächste Tag sollte genauso chillig weitergehen, wie der vorherige aufgehörte. Von den Tagesgästen am Strand fehlte noch jede Spur und wir waren beinahe für uns alleine. Ein super Moment um die Drohne mal wieder fliegen zu lassen 🙂 Gesagt, getan und wir meinen das Resultat gibt einen ganz guten Eindruck von diesem Hammer Spot wieder:

Nach dem entspannten Frühstück verbrachten wir den restlichen Vormittag am Strand. Man höre und staune, unser erster kompletter Strandtag seit Beginn unserer Reise! Das Schwarze Meer hat hier genau die richtige Temperatur um noch zu erfrischen, jedoch nicht zu kühl zu sein – einfach nur herrlich! Und mit Mario’s improvisierter Schattenkonstruktion für Twiggy lies es sich für uns alle drei mehrere Stunden gut am Strand aushalten.

Erst zu einem kleinen Mittagssnack, welcher aus einem Salat mit frischen Tomaten, Gurken, Paprika und Feta bestand, gingen wir zurück zu Dorphine. Hier verbrachten wir dann den restlichen Nachmittag im Schatten der Markise mit Lesen, ersten Jonglierversuchen und des Schreibens am Blog. Man, das ist echt mal Entspannung pur! Nach dem Abendessen genossen wir noch einen Vodka Lemon, die schöne Aussicht und diesen Lebens Luxus.

Es sollte auch nicht nur bei zwei Nächten bleiben. Wir genossen diesen kleinen, perfekten Strandurlaub spontan noch zwei weitere Tage. Ganz ohne WLAN (bisschen Digital Detox quasi und daher auch die etwas längere Blogpause; nur für die von euch, die sie sich gewundert haben sollten) aber dafür mit guten Büchern und jeder Menge Zeit mal richtig auszuspannen ☺️

Der Platz war einfach perfekt! In ungefähr 500m Entfernung befand sich ein Frischwasserbrunnen, aus dem Mario sowohl unseren Wassertank neu befüllte, als auch die Solar-Dusche. Lange hat diese auf ihren Einsatz warten müssen, nun war es aber endlich soweit ☺️

Auch für den frischen Gemüse Nachschub war gesorgt! In etwa 2,5km Entfernung gab es ein paar Stände am Strassenstand, mit dem Klappesel also kein Problem… man musste auf dem Weg dahin nur auf die „dezenten“ Schlaglöcher und andere Hindernisse, u.a. auch dieses Schaf :), achten.

Als Belohnung gab es Tomaten, Paprika, Kartoffeln, Gurken und Wassermelonen – alles mega frisch, saftig, lecker und sehr preiswert!

Und auch das Joggen ist nicht zu kurz gekommen. Jeden Morgen nach dem Aufstehen und ehe die Sonne ihre volle Kraft entfaltet hatte, drehten wir eine Runde. Im Anschluss ging es zum Erfrischen gleich ab ins Schwarze Meer, welches ja mal so direkt vor der Tüte lag…herrrrlich! So macht ein bisschen Frühsport doch auch gleich doppelt so viel Spaß ☺️

So hatten wir vier fantastische, tolle und erholsame Wildcampingtage als Start in unserem neuen Reiseland Bulgarien. An dieser Stelle nochmal ein ganz großes Dankschön für den spitzen Tipp, Axel und Anais! Es fiel uns wirklich schwer diesen Spot wieder zu verlassen, aber wir freuen uns nun doch auch schon sehr darauf die Küste weiter nach Süden und na klar das Land weiter zu erkunden. Stay tuned! 🙂

11 Kommentare zu „Tag 77 bis 80: Van-Life‘s a Beach!

    1. Moin ihr Beiden! Sorry wir mussten diesen Blogbeitrag ein weiteres Mal laden, daher ist leider euer vorherige Kommentar verschwunden. In Cluj-Napoca sind wir auch gewesen, wie fandet ihr es dort? Und wann geht’s wieder auf die Heimreise?

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      1. Moin, Die Stadt ist ok! :)uns hat hier vielmehr der Spuk Wald interessiert! Wir fahren morgen noch zum Black Sheep Camp und am WE gehts langsam wieder Richtung Heimat …

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      2. Der Wald ist ruhig und hübsch anzuschauen… wir konnten keine paranormalen Aktivitäten feststellen:) Einzig und Allein das GPS Gerät hat ein wenig widersprüchliche Daten ausgespuckt… und die Drohne ist abgehauen, kam aber mit der Homecoming Funktion zurück 🙂 Wir sind recht nah rangefahren und haben die Bodenfreiheit des Trucks gebraucht … ich sehe Dorphine nicht unbedingt den Weg hochfahren … Interessant aber nicht unbedingt extra die Reise wert…

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  1. Hi…. noch einmal auf diesem Wege VIELEN VIELEN LIEBEN DANK für diese wunderschönen Eindrücke….. URLAUBSFEELING PUR, als wäre ich mal kurz eingetaucht …. super schön 🙂 Liebe Grüße und dicken Schmatz 😉

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  2. HI ihr Weltenbummler,
    Was für wunderschöne Eindrücke von eurer Reise. Ich bin in Gedanken dabei und freue mich auf die nächste Etappe. Danke an euch für die wunderbaren Impressionen.

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