Tag 81: Goodbye Paradies und die Bulgarische Küste

Wir nähern uns der 3-Monate on Tour Marke und wollten aus diesem Anlass mal mehr über unser Van-Life schreiben. Was wolltet ihr schon immer mal zu Dorphine, der Tour, Twiggy, dem Leben im Bulli oder uns wissen? Immer her mit den Fragen (gern auch über What’s App wenn Kommentieren nicht so euer Ding ist). Würde uns freuen wenn einige zusammenkommen und wir einen Beitrag draus basteln können 🙂

Der Tag der Abreise war gekommen. Nach einer letzten Joggingrunde und einem leckeren Frühstück packten wir unsere sieben Sachen zusammen und sagten unserem kleinen und liebgewonnenem Strandparadies Lebewohl.

Ein richtiges Ziel hatten wir wie so oft eigentlich nicht. Wir wollten einfach die Schwarzmeer Küste entlang fahren und dort wo es uns gefiel dann bleiben. So machten wir auf unserer Route nur flüchtig Bekanntschaft mit den zwei bekanntesten Strandregionen Bulgariens, dem Goldstrand und kurz darauf auch noch mit dem Sonnenstrand. Beide Regionen bestehen aus riesigen Hotelbettenburgen mit den dazugehörigen Standard Touri-Bude und Mega Strandpromenaden, an welchen sich Restaurant an Restaurant reihen. Absolut nicht so unser Ding, aber glücklicherweise reisen wir ja unabhängig und flexibel, also ging es weiter gen Süden.

Nur wenige Kilometer nachdem wir den Sonnenstrand hinter uns gelassen hatten machten wir halt bei einem Rasthof. Nachdem wir uns mit einem Eis und kühlen Getränken eingedeckt hatten, sollte es weitergehen, doch Dorphine gab keinen Murks von sich… Halt, Stop, das kommt uns doch irgendwie bekannt vor.🤔…die gleichen Symptome hatten wir doch bereits in Schweden, dass konnte ja eigentlich nur wieder das Starterkabel, dass dank Mario’s Kabelbinder-Konstruktion bereits seit Stockholm gehalten hatte, sein. So begannen wir auf dem Parkplatz von McDonalds, in der prallen Sonne stehend, zunächst einmal wieder damit die Sachen im Motorstauraum heraus zu räumen, um an den Motorraum zu gelangen. Und tatsächlich, das Kabel war wieder ab – Fehlerursache gefunden. Bloß war diesmal der Stecker gänzlich vom Kabel abgebrochen…ggrrr…das bedeutete zwangsläufig, dass wir früher oder später mal eine Werkstatt aufsuchen müssten. Zunächst aber konnten wir Dorphine auch so starten, indem wir das Kabel einfach an den Kontakt des Anlassers hielten. Yay! 😃

Na klar passiert so etwas prinzipiell am Wochenende nach Feierabend, wenn die Werkstätten regulär bereits geschlossen haben 😆 Aber da wir uns ja zu helfen wussten, war der Druck auch nicht sonderlich groß, und wir beschlossen dann eben erst am kommenden Montagmorgen mal nach einer Schrauberbude Ausschau zu halten. Kaum hatten wir den Gedanken zu Ende gedacht, fuhren wir an einem „Auto Service“, welches auf der anderen Straßenseite lag, vorbei und augenscheinlich hatte dieser sogar noch geöffnet. Also machten wir einen U-Turn und checkten das doch gleich ma…und tatsächlich, die Werkstatt war nicht nur noch geöffnet, sondern Dorphine auch ein gern gesehener Gast.

Ilian, einer der beiden Zwillingsbrüder, denen die Werkstatt gehörte, kam sofort freudestrahlend raus. Mit Englisch konnte er nicht so wirklich etwas anfangen, zumindest Deutsch ein paar Brocken, aber man verständigte sich darauf, das Problem am Objekt der Begierde doch besser kurz einmal zu zeigen. Ehe er sich der eigentlichen Sache aber widmete, musste Mario erst einmal mitkommen, damit Ilian ihm seinen T3 zeigen konnte 🙂

Danach widmete er sich dem Problem mit dem abgebrochenem Kabelschuh. Nun würde man erwarten, dass er zu einem Fach in der Werkstatt geht, einen neuen Stecker herausholt und an dem Kabel fest krimpt… doch Halt- weit gefehlt, wir sind doch in Bulgarien 🙃 Er wurschtelte einen riesigen, vertüddelten Kabelbaum aus einer hinteren Ecke der Werkstatt heraus und begann an diesem nach einem passenden Stecker zu suchen. Als er einen identifiziert hatte, hatte dieser zwar nicht annähernd den selben Kabelquerschnitt, aber dafür waren 2 Kabel an dem Stecker 🙃 Zurück bei Dorphine wurde das Feuerzeug gezückt, die Isolierung erwärmt, mit dem Seitenschneider entfernt und dann mit den zwei freigelegten Litzen samt des Kabelschuhs vertüdert. Zum Ende noch ordentlich Isoliertape drumherum und fertig war die Reperatur auf Bulgarisch – I ❤️ this Bulgarien Style 🙂 Auch Ilian wollte wieder nichts für seine Mühen haben. Da die Burschen aber so verrückt nett, hilfsbereit und freundlich waren, zeigte sich Mario zumindest mit der bereits mehrfach bewährten Währung „Bier“ erkenntlich. Echt eine witzige und nette Begegnung mit diesen Jungs und Dorphine ist wieder Startklar, im wahrsten Sinne des Wortes 😃

So konnten wir frisch bekabelt und Dankbar für so viel Hilfsbereitschaft unsere Fahrt fortsetzen. Die meisten Wildcampingspots entlang der Küste waren bereits überfüllt und so kamen wir immer weiter südlich, bis wir doch schlussendlich doch noch einen schönen fanden. Nach einer kurzes Huppelstrecke standen wir alleine auf einer Klippe… herrlich! In einiger Entfernung unterhalb von uns, hatte ein älterer Mann noch sein Camp aufgeschlagen aber sonst war weit und breit niemand zu sehen.

Wir kochten uns noch eine leckere Gemüsepfanne zum Abendessen und waren danach so groggy von dem Tag, dass wir das Bett gleich umbauten. So viel Action waren wir nach den vier mega gechillten Strandtagen gar nicht mehr gewohnt 😆 Aber dank eines geschenkten Besenstiels von Ilian, konnten wir die Heckklappe aufstellen und zum ersten Mal aus dem Bett heraus den Sonnenuntergang genießen – suuupiiii dieser Ausblick!

Man mag es kaum glauben, jedoch um halb Zwölf Uhr Nachts wurden wir von einem Mini-Feuerwerk geweckt. Wir sind uns nicht sicher was der Auftrag war, aber der einsame Camper unterhalb von uns, jagte ein paar Raketen in die Luft. Vielleicht um Tiere zu verscheuchen? Er schlief schließlich auf einer Pritsche draußen vor seinem Wagen. Wir wissen es nicht, aber wach und ein wenig verwundert waren wir allemal. Einzig und alleine Twiggy schnarchte in aller Seelenruhe zwischen uns liegend weiter vor sich hin…Vollprofi Wachhund die Kleene 😆

2 Kommentare zu „Tag 81: Goodbye Paradies und die Bulgarische Küste

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