Tag 96 und 97: Krakau – Zu Besuch in Kazimierz und Oskar Schindler

Unser erstes richtiges Ziel in Polen wurde aufgrund der Nähe zur slowakischen Grenze die ehemalige Hauptstadt, Krakau. Die Stadt gilt als eine der schönsten Polens, liegt an dem Fluss Weichsel und hat ca. 800,000 Einwohner. Ehe wir uns aber der Stadt als solches widmeten, steuerten wir zunächst einen sehr kleinen, zentrumsnahen Campingplatz an. Camp Adam, einer von nur sehr wenigen in Krakau gelegenen Campingplätze. Und das Glück war uns holt, denn wir ergatterten dort noch den letzten freien und nicht reservierten Platz. Puuh, gut, dass wir heute so früh an waren 🙂

Vom Campingplatz aus waren es nur 5km bis in die Altstadt von Krakau, perfekt um die Drahtesel mal wieder zu nutzen 😃 Bei wunderschönen Sonnenschein radelten wir auf einem spitzen Fahrradweg direkt entlang der Weichsel und erreichten wenig später das Jüdische als auch Alternative Viertel, Kazimierz.

Das Viertel gefiel uns auf Anhieb richtig gut! Viele wirklich nett aussehende Restaurants und kleine Läden säumen die kleinen Gassen, und obwohl das Viertel doch auch sehr belebt war, war die Atmosphäre alles andere als hektisch. Dank der Klappräder konnten wir das Viertel bis fast in jeden Winkel erkunden und entdeckten so viele schöne Ecken.

Als nächstes ging es weiter in die Altstadt von Krakau. Unglaublich, war hier viel los! Allem Anschein nach verbringen auch die Polen in den Coronazeiten ihren Urlaub vorwiegend im eigenen Land, anders konnten wir uns zumindest die sehr gut gefüllten Einkaufsstraßen, sowie den Zentrumsplatz nicht erklären. Zumal es Sonntag war und die meisten Läden geschlossen waren… dagegen gleicht Hamburgs Innenstadt am Sonntag aber sowas von einer Geisterstadt. Auch in der Altstadt erkundeten wir sämtliche Straßen, Plätze und Parks mit unseren Drahtesels und müssen sagen, Krakau, du hast richtig was drauf und bist zudem wirklich eine schöne Stadt 🙂

Bei unserer Tour durch Kazimierz hatten wir bereits ein Restaurant fürs Abendessen ins Auge gefasst, und da sich so langsam aber sicher der kleine Hunger bemerkbar machte, nahmen wir erneut Kurs auf das Jüdische Viertel. Auf dem Weg dorthin bemerkten wir durch Zufall den Eingang des „Pinball Museums“, na klar mussten wir da einmal reinschnuppern. Es stellte sich heraus, dass das Wort Museum etwas irreführend war, denn anders als in normalen Museen, bei welchen man die Ausstellungsstücke nur anschauen jedoch nicht anfassen darf, war hier anfassen explizit erwünscht und somit auch die eigentliche Sensation. Für noch nicht einmal 10€ Eintritt konnte man den ganzen Tag an allen Flippern und Spielautomaten, mit diversen Klassikern der Arcade Spiele, ohne Limit daddeln. Geilomat! Natürlich ließen wir uns das nicht zweimal sagen und stürzten uns sogleich in die Spielewelt. Voller Begeisterung stellte Mario fest, dass tatsächlich viele Arcade Klassiker der ersten Stunde darunter befanden und so war die Freude umso größer! Wir battelten uns an vielen der Flipper Automaten (Mario, früher passionierter Flipper,- und Arcadespieler, gewann jedes Mal) und auch bei Asteroids, PacMan, Froggers und Gallaxy musste der vorherige HighScore Inhaber vor Mario’s Skills zittern. Und wäre unser Hunger nicht gewesen, hätten wir wahrscheinlich bis Ladenschluss weiter gedaddelt, so aber war nach knapp zwei Stunden Dasdeldu :). Aber man, was für ein lustiger und schöner Nachmittag!

Hungrig und noch voller Daddeleuphorie, radelten wir zu dem israelischen Restaurant „Hamsa“, das uns bereits am Vormittag von außen sehr gut gefallen hatte. Neben einem toll angerichteten Vorspeisenteller teilten wir uns noch eine Shakshouka mit Fallafel … voll lecker Alles! Das Restaurant ist zwar für polnische Verhältnisse schon etwas teurer, aber unserer Meinung nach einen Besuch absolut wert! 🙂

Satt und glücklich machten wir uns langsam auf den Weg zurück zum Campingplatz, nur kamen wir leider nicht sehr weit…Kurz nachdem ein Mann noch ganz begeistert Mario’s cooles Bonanza Klapprad gelobt hatte, war die Fahrt vorbei. Der vordere Reifen war nämlich so was von Platt… oh menno.

Wir loteten kurz unsere Optionen aus und entschlossen uns dann, wirklich schweren Herzens, das Rad an einem gastronomischen recht belebten Platz über Nacht anzuschließen, um es dann morgen mit Dorphine abzuholen. Irgendwie schon ein komisches Gefühl seinen lieb gewonnen Drahtesel in einer fremden Stadt so zurückzulassen. Aber so kamen wir noch zu einem tollen, 5 Kilometer Abendspaziergang entlang der Weichsel 🙂

Dann wieder zurück auf dem Campingplatz, ließen wir diesen mega schönen und unseren ersten „richtigen“ Tag in Polen, mit einem Vodka Lemon ausklingen 🙂

Der erste Stopp am nächsten Morgen war natürlich sofort der Platz, an dem wir den Blauen Blitz angeschlossen hatten. Wir waren doch happy, als wir es bereits von weitem erblickten und dann wieder fest auf Paulchen fixiert hatten, so waren wir wieder vollständig beisammen 🙂

Dorphine dann auch direkt dort geparkt, entdeckten wir durch Zufall 2 Straßenecken weiter eine Location, die uns auf Anhieb gefiel… und so kehrten wir dort zum Frühstücken ein. Das Interior des Restaurants erinnerte ein wenig an eine der runtergerockten, legendären Bars auf Cuba. Richtig cooler Shabby-Chic 😎 Das Essen war auch mega lecker, wir teilten uns gesunde Hafer Pancakes und nochmals eine Shakshouka – ja man kann durchaus sagen, dass wir mittlerweile riesige Fans dieser orientalischen Tomaten-Paprika-Zwiebeln-Ei-Pfanne geworden sind 😋

Danach fuhren wir zu dem Fabrikgelände, auf dessen Oskar Schindlers Emaille Fabrik zu NS Zeit stand und er 1200 jüdischen Menschen und Arbeitern seiner Fabrik das Leben rettete. Eigentlich wollten wir uns das heute darin befindliche Gedenk-Museum sehr gerne anschauen, allerdings ist es an Montagen nur wenige Stunden geöffnet, was wir natürlich nicht vorher gecheckt haben, und so standen wir leider vor verschlossener Tür 😦 Sollte jemand jedoch mal nach Krakau kommen und sich die bestimmt sehr interessante Gedenkstätte anschauen wollen; der Eintritt ist an Montagen frei 🙂 Am besten vorher mal im www checken und vorab reservieren macht evtl auch Sinn.

Unser nächstes Ziel war dann ein Nationalpark …, wo wir am nächsten Morgen etwas wandern gehen wollten. Wir fanden einen ruhig gelegenen Waldparkplatz in dem Gebiet und schlugen dort unser Nachlager auf. Und während wir uns ein leckeres Grünes Thai Curry zubereiteten, begann es leicht zu regnen… hach ist schon ziemlich lange her und irgendwie ein bisschen wie „damals“ in Schweden 🙂

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