Tag 160: Oh ha – Angeln mitten im Geiranger Fjord?!

Eigentlich war der Plan die Ausflugsfähre zu nehmen, um den wohl imposantesten Fjord Norwegens einmal von der Wasserseite zu sehen…doch wie das ja gern mal so ist, kam es dann doch ganz anders…Wir sahen ein Motorboot am Steg des Campingplatzes liegen und fragten uns, ob das nicht evtl. zu mieten sei, damit wir eine eigene kleine Spritztour auf dem Fjord machen könnten? Denn viel teurer als die 90 Euro, welches die Sightseeing Bootstour uns kosten sollte, würde das sicherlich auch nicht sein. Von der netten Campingplatzbetreiberin erfuhren wir, dass das Motorboot nicht zur Vermietung bereit stand, wir uns aber gerne kostenlos eines der zwei Ruderboote nehmen könnten, welche zum Platz gehörten. Das war doch mal nen richtig tolles Angebot! Freudestrahlend beschlossen wir, den Fjord auf eigene Faust zu erkunden.

Wie schon so häufig wenn wir auf dieser Reise auf dem Wasser unterwegs waren, begann es auch dieses Mal zu regnen, während wir alles vorbereiteten…das is doch zumindest mal eine Konstante 🙂 Aber dank unserer Regenfester Kleidung sollte uns das nicht mehr von unserem Vorhaben, einmal diesen Fjord mit dem Ruderboot befahren zu haben, abhalten. Noch schnell ein paar Sandwiches zusammengebastelt, die Angeln startklar gemacht, und schon stachen wir in See.

Nachdem wir ein Stück herausgerudert waren, warfen wir auch schon die Ruten aus. So mitten im Fjord musste doch mal etwas größeres beißen…so zumindest unsere vielleicht etwas naive Annahme. Und tatsächlich, auch wenn’s nicht wirklich schnell ging, so hatte Mario schlussendlich doch einen Biss! Man, was waren wir gespannt…doch nichts großes, eine Makrele hatte ein weiteres Mal angebissen. Da auch dieser Haken leider wieder ungünstig saß, haben wir sie dann lieber schnell erlöst. Nur von einer Makrele satt werden? Nee, eher nicht, und so war der Ehrgeiz gepackt, noch einen weiteren Fisch an den Haken zu bekommen… jedoch leider ohne Erfolg…vier Stunden nachdem wir in See gestochen waren, ruderten wir wieder gemächlich und noch im angelnd zurück zum Liegeplatz. Und wie so häufig, im Nachhinein ist man klüger…der Fjord hat eine Tiefe von bis zu 260m! und eignet sich daher vermutlich auch eher nur bedingt oder mehr an Ufernähe zum Angeln…aber wer kann schon von sich behaupten einmal mit dem Ruderboot im Geiranger Fjord (und außer uns war niemand auf dem Wasser) geangelt zu haben…? Wir Ja! Und ein landschaftlich sensationelles Erlebnis, welches uns in Erinnerung bleiben wird, war es allemal :))

Da viele Touristen die Strömungen und den Wind unterschätzten und es mit dem Ruderboot nicht zurückschafften, musste wir am Campingplatz angeben, wann wir planten zurück zu sein. Im Falle eines Falles würde dann das Personal des Platzes mit dem Motorboot rausfahren und die unglücklichen Ruderer zurück schleppen. Wir waren aber on time zurück 🙂

Während sich Sina der Makrele annahm und diese ausnahm, startete Mario noch einmal die Drohne und machte ein paar Aufnahmen dieses wirklich großartig gelegen Platzes. Wusstet ihr, dass Geiranger voraussichtlich eines Tages von einem Tsunami zerstört wird? Ein immer größer werdender Riss im Steinmassiv wird vermutlich einen so massiven Felssturz auslösen, dass etwa 54 Millionen Kubikmeter Gestein in Bewegung gesetzt werden…dieses Szenario bedroht das kleine Dorf und sollte es tatsächlich soweit kommen, könnte die ausgelöste Welle bis zu 80 Meter hoch auf Geiranger treffen… Natürlich werden die Aktivitäten des Steinmassives diesbezüglich kontinuierlich von Experten überbewacht, jedoch würde im Falle des Falles das kleine Dörfchen ungeschützt den Naturgewalten ausgesetzt sein. Übrigens wäre Geiranger nicht das erste Norwegische Dorf, dass einer solchen Riesenwelle zum Opfer fiele, denn die Ortschaften Leon, in 1905, und Tafjord, in 1934, ereilte bereits das selbe Schicksal.

Da aus unserem Fisch-Dinner nur eine kleine, aber dafür um so schmackhaftere, Vorspeise wurde, und unserer Hunger nach 4 Stunden Angel,- und Ruderaction schon ganz gut war. musste noch ein richtiges Abendessen her. Zum Glück gab es in direkt neben den Campingplatz einen kleinen Supermarkt, der für seine Größe überraschend gut sortiert war und sogar auch einige vegetarische Alternativen im Sortiment hatte. So zauberte Sina ein tolles Überraschungsdinner… Rote-Bete Burger und als Beilage sogar noch einen Salat – mega yummy!

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