Tag 166: Ein Plattfuss am Morgen…

…Herrjemine, an diesem so herrlichen Sonntagmorgen wartete eine kleine Überraschung auf uns, denn jetzt war Dorphines hinterer, linker Reifen komplett platt…zuletzt musste ja bereits in Estland der hintere rechte Reifen gegen einen neuen „Gebrauchen“ ausgetauscht werden. Glücklicherweise standen wir über Nacht auf einem betonierten Parkplatz, und so lies sich Dorphine gut mit dem Wagenheber aufbocken. Mario suchte sogleich auch nach einer möglichen Ursache, konnte aber nach einem ersten Abgehen des Profils noch keinen Übeltäter finden. Dank des mobilen 12V Kompressors konnten wir den Reifen zumindest vorerst wieder (wenn auch nur mit 2 Bar, das Pumpen dauert recht lange und geht ziemlich auf die Bordbatterie) aufpumpen…nun hieß es erst einmal etwas abwarten und mal schauen wie viel Luftdruck nach einer gewissen Zeit verbleiben würde.

Durch einen Plattfuß ließen wir uns nicht mehr aus der Ruhe bringen und so frühstückten wir erst einmal gemütlich und machten einen zweistündigen Hike durch die wunderschöne Scherenlandschaft der Region am Sandefjord. Und das bei bestem Wetter und Sonnenschein – yiepiehh 🙂 Während des Spazierganges machten wir uns Gedanken, wie wir jetzt unter diesem Umstand weitermachen wollten… nach einigen Überlegungen beschlossen wir dann nicht noch weiter südlich in Norwegen umher zu fahren. Die Fähre ab Oslo war bereits auch aus dem Rennen, da auch diese keine Hunde an Deck erlaubte und eine 20 Stündige Fährfahrt im Autodeck unserer Meinung nach schon fast an Tierquälerei grenzt. Die Fähre ab Göteborg erlaubte aktuell überhaupt keine Haustiere an Board, wodurch uns so oder so nur der Landweg blieb, was uns aber auch ganz recht war. Eigentlich hatten wir noch eine Woche in Norwegen verbringen wollen, um dann gemütlich die Heimreise zurück nach Hamburg anzutreten… da wir am Sandefjord bereits wieder relativ nah an Schweden waren, wollten wir nun versuchen mit dem Plattfuss uns Stück für Stück rüber zu humpeln, um dort dann eine grenznahe Werkstatt aufzusuchen. Denn im doch sehr teuren Norwegen würde wahrscheinlich alleine die Frage wie viel so eine Reparatur kosten würde, teurer sein als die eigentliche Reparatur in Schweden.

Als wir nach etwas über 2 Stunden zurück bei Dorphine waren, hatte der Reifen zwar erneut Luft verloren (hatte zumindest noch 1,5 von 2 bar, wenn auch ohne Belastung), aber war unserer Meinung nach weit genug davon entfernt wieder ganz platt zu sein. Also stand unser Plan, mit einigen Tankstellen Stopps um immer mal wieder Luft nachzutanken, sowie einer 30 minütigen Fährfahrt starteten wir auf in Richtung Schweden, wo unsere Reise Ende April auch begann 🙂

Alles klappte wie geschmiert und wir erreichten Schweden am späten Sonntag Nachmittag. Die nächste Mekonomen Werkstatt (Vergleichbar mit ATU in Deutschland), war auch nicht weit entfernt, und so suchten wir uns einen Wildcampingspot in der Nähe. Nachdem wir Dorphine geschickt auf einem Felsen abgestellt hatten, bockte Mario hinten links erneut auf, denn so würde über Nacht zumindest kein Druck auf dem defekten Reifen sein. Und beim erneuten abgehen des Profils und Dank des diesmal nicht zu überhörenden „Zschhhh“-Geräusches, konnte Mario diesmal auch den Schuldigen finden. Wenn es tatsächlich „nur“ der eine Fremdkörper sein sollte, und nicht wie bei der Reifenpanne in Estland eine Unzahl von feinen Haarrissen, würde der Reifen ja vielleicht sogar repariert werden können…? Schaun wir mal…Optimistisch machten wir uns noch ein leckeres Bauernfrühstück aus Süsskartoffeln und aßen gemütlich zum Abend.

Wie zuletzt fast jeden Abend schauten wir noch einige Folgen „The Fresh Prince of Bel Air“…und während wir gemütlich im Bett lagen hörten wir doch etwas…ein Rascheln?! War das Twiggy? Nee, die schlief ohne jegliche Regung tief und fest unter der Decke. Vielleicht hatten wir uns verhört? Moment mal, da war es doch schon wieder! Mario schnappte sich die Taschenlampe und beim nächsten Rascheln stellte er den kleinen Übeltäter auf frischer Tat: Da schaute doch tatsächlich eine kleine Maus mit ihren Knopfaugen aus dem Lüftungstunnel (der zwischen den beiden Vordersitzen nach hinten läuft) der Heizung an. Huiii…wie hat die denn den Weg rein gefunden…? Nur was sollten wir jetzt so spät am Abend noch unternehmen…nü denn, vorerst mal provisorisch legte Mario eine Decke vor die Lüftungslöcher, damit die Maus zumindest nicht weiter in den Innenraum vordringen konnte. Da würden wir morgen wohl auch noch eine Mausefalle besorgen müssen…stay tuned 🙂

2 Kommentare zu „Tag 166: Ein Plattfuss am Morgen…

  1. Hui, und das alles noch so kurz vor der Heimfahrt. ich hoffe, dass die Reparatur des Reifens geklappt hat. Der Maus war sicher kalt. Sie suchte Eure Nähe 🙂 Alles Gute weiterhin <3 <3 <3

  2. Hehe, das Maus-Thema hatten wir auch schon mal. 🙂 Morgen wenn’s (hoffentlich) sonnig und warm ist, einfach mal versuchen im ganzen Wagen möglichst auf sämtliche Oberflächen klopfen, um sie rauszukriegen. Das hat bei uns geklappt. Und es ist tiergerecht. Wir drücken euch die Daumen!

    Übrigens möchten wir euch herzlich zu eurem gelungenen Blog gratulieren, wir haben ihn echt von vorne bis hinten durchgelesen! Wir sind übers Reiseblogverzeichnis auf euch gestossen.

    Liebe Grüsse aus Göteborg (Schweden) /Reto und Sabine

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