VanLife Must-Have’s: Werkzeuge und Hilfsmittel

Nach 6 Monaten VanLife haben wir natürlich auch viele Erfahrungen bezüglich Equipment sammeln können und diese wollen wir gerne mit anderen Reisebegeisterten teilen. Hier sind unsere Top Picks an Werkzeugen, die unserer Meinung nach in keinem Van, Camper oder Wohnmobil fehlen dürfen 🙂

Reifen Flickzeug to Go

Ein platter Reifer gehört leider früher oder später zum Camper-Dasein dazu. Sollte dem Reifen durch eine Schraube, Nagel oder einem andersartigem spitzen und wieder entfernbaren Gegenstand der Gar ausgemacht worden sein, ist dieses Toolkit der Retter in der Not. Nachdem der Übeltäter identifiziert wurde, geht die Reparatur ratzfatz und hält tatsächlich, man höre und staune, unbegrenzt! Hammer, oder? Wir kannten das Kit vorher nicht, finden aber, dass es auf alle Fälle in jeden Camper gehört 🙂 

12-Volt Luftkompressor

Leider nützt einem das beste Reifenrepair Kit nichts, wenn keine Tankstelle in der nähe ist und man keine Luft auf den Reifen bekommt. Hier kommt der 12-Volt Kompressor ins Spiel, der uns auf unserer Reise mehrfach den Tag gerettet hat.

Wichtig dabei ist eine ausreichende Länge des Luftschlauches und/oder Spannungkabels, schließlich wollen ja ggf. auch die Hinterreifen erreicht werden 🙂 Für unseren T3 hat der Fortem Kompressor ausgereicht, ist aber offiziell eigentlich nicht für Camper ausgelegt.

Wenn ihr lieber einen leistungsstärkeren und auch für größere Mobile geeigneten sucht, ist der Ring Rac 900 Hochleistungs-Druckluftkompressor ein Top Produkt und sicher die bessere Wahl.

Crimpzange für Kabelschuhe und Aderendhülsen

Für jeden ambitionierten Hobbybastler, DIY Camper-Ausbauer und als Erste Hilfe Kabelreparatur ein unverzichtbares Werkzeug. Leider gibt es nicht diese „Eine Zange“ kombiniert für Kabelschuhe und Aderendhülsen, jedoch bieten bereits die im unterem/mittleren Preissegment eine gute, solide Qualität und ein Set Kabelschuhe und Aderendhülsen ist auch gleich mit am Start 🙂

Beide Zangen-Sets haben sich für die komplette 12V Verkabelung unseres Busses, sowie auch auf Reisen (zumindest die für Kabelschuhe, nachdem ein Flachsteckerkontakt am Kabel des Starters gebrochen war) als sehr wertvoll und super hilfreich erwiesen!

Sand,- oder auch Rescuebleche

Last but not least: Sandbleche oder auch Rettungsbleche. Die stehen bei uns zwar auch noch auf dem Wunschzettel, aber nach 6 Monaten on Tour sind wir definitiv der Meinung, dass die nicht fehlen sollten. Zumindest wenn man kein 4WD hat, gerne Campingplätze durch Wildcampingspots ersetzt und auch gerne mal abseits der großen Straßen sich herumtreibt. Mit diesen Helfern kann man sich sicherlich die eine oder andere Traktorrettung ersparen und geht auch gleich viel gelassener an unbefestigte Wege sowie befahrbare Strände heran. Auch wir wurden auf unserer Reise von Traktor-Rettungseinsätzen nicht verschont und werden auf unserer nächsten Tour garantiert welche mit an Bord haben!

Tag 177: Rolling Home to dear old Hamburg

Puuh…unglaublich, aber jetzt ist es tatsächlich so weit, die letzten Kilometer unseres gelebten Traums und Roadtrips sind angebrochen… um euch noch ein letztes Mal mit auf die Reise zu nehmen, haben wir uns zum Abschied etwas besonderes ausgedacht, denn anstelle eines Textes haben wir für euch einen kleinen Clip auf unseren letzten Kilometern „on the road“ aufgezeichnet. Wir wünschen euch allen viel Spaß beim schauen…uuund Film ab:

Vielen Dank, dass ihr dabei gewesen seit und STAY TUNED!

Tag 171-176: Last but not least, Dänemark

Mit dem Überqueren der Öresundbrücke erreichten wir auch unser sage und schreibe 15. Europäisches Land auf unserem Roadtrip. Wow, nie hätten wir gedacht, dass uns diese Reise in so viele Länder führen würde, vor allem nicht in Corona Zeiten.

Da die Region rund um Kopenhagen zur Zeit als Risikogebiet geführt wird, fuhren wir gleich weiter durch und aus dieser Region heraus. Da wir jetzt schon seit Monaten in keinem Corona Risikogebiet mehr waren, wollten wir uns das auf den letzten Metern nicht noch verderben 🙂 Am westlichen Ufer des Isefjords fanden wir einen spitzen Wildcampingspot, samt Grill- und Picknickplatz, cool! Unser Glaube war bis dato, dass Dänemark kein so freundliches Land zum Freistehen sei, doch hier oben im nördlicheren Gefilde fängt es zumindest doch schon mal ganz gut an.

Am Morgen erkundeten wir noch ein wenig die schöne Umgebung entlang des Fjords, ehe wir uns auf in Richtung Enö machten. Die kleine Insel liegt im Süden Seelands und zählt nur rund 410 Einwohner, hat gefühlt jedoch mindestens genauso viele Ferienhäuser. Glücklicherweise war zu dieser Zeit die Insel angenehm leer und wir bummelten gemütlich entlang des kleinen Hafens und aßen unser erstes dänische Eis – Yummy!

Zu unserer großen Freude gab es Dänemark auch wieder das ein oder andere „Bauernhof“ Symbol in der von uns genutzten „Park4Night“ App 🙂 lange nicht gehabt, also fuhren wir auch prompt mal einen der Höfe an. Nachdem wir Dorphine auf den vorgesehen Stellplatz im Hinterhof abgestellt hatten, befanden wir uns quasi mitten in einem Bauernhof Mini-Zoo. Sogleich wurden wir neugierig von diversen Tieren, wie Ziegen, Schweine, Gänse und Hasen, beim Einparken beobachtet…nur von den Besitzern war auf dem gesamten Hof weit und breit nichts zu sehen, dafür waren wir unter strenger Beobachtung von mehreren Katzen und einem, auf einem Baugerüst hockendem, Pfau. Da keine Menschenseele auszumachen war, beschlossen wir uns wieder vom Hof zu machen, da Katzen und Twiggy einfach auch nicht die besten Freunde sind. Und während wir zurück zu Dorphine spazierten, bemerkten wir, dass wir von einer der recht unscheinbar wirkenden Katzen regelrecht verfolgt wurden… und diese schoss auf einmal mit lautem Gekreische, ohne ersichtlichen Grund, auf Twiggy zu. Da Mario Twiggy bereits die ganze Zeit auch an der Leine und die Katze auch die ganze Zeit beobachtet hatte, konnte er Twiggy gerade noch rechtzeitig hochheben, ehe die Katze sie attackiert hat… boah, was für eine aggressive Katze ist das denn, die so grundlos auf Hunde losgeht? Ne, ne, hier würden wir eh auch nicht bleiben wollen…

So setzten wir unsere Fahrt erst einmal fort und fuhren das Städtchen Odense an. Dort kehrten wir im Zentrum bei Starbucks ein, gönnten uns ein leckeres Heißgetränk, samt kostenlosem Wifi und Stromanschluss und sogar Twiggy durfte mit rein 🙂 Und hier waren wir auch, zum ersten mal seit Litauen, wieder mit dem Tragen von Masken konfrontiert. In Dänemark muss man in Cafés beim Bestellen am Tresen nämlich einen Nasen-Mund Schutz tragen, sonst aber nirgends. Bereits ein kleiner, erster Vorgeschmack, was in Deutschland auf uns zukommen würde.

Unsere online abhängigen Dinge erledigt, suchten und fanden wir einen Wildcampingspot am Samso Belt, welchen wir im Dunkeln erreichten. Und erst am nächsten Morgen kamen wir dann in den Genuss der tollen Aussicht des Platzes – Wow!

Nach einem kleinen Frühstück und einem schönen, morgendlichen Strandspaziergang, machten wir uns auf in Richtung der Stadt Aarhus. Hier gibt es zentrumsnah am Hafen gelegen, sogar extra einen kostenlosen 24-Stunden Parkplatz für Wohnmobile, das ist doch mal eine wirklich tolle Sache! Wie parkten Dorphine und machten uns auf die Universitätsstadt zu erkunden. Und wie lebhaft diese Stadt trotz Wochenendes war. Da macht das Erkunden doch gleich doppelt so viel Spaß! Und man muss sagen, Aarhus ist wirklich ein hübsches Städtchen mit einer tollen Lage!

Mit unsere Städtebesichtigung fertig, gab es zu unserer großen Freude, direkt an der Aarhus Bucht gelegen, einige tolle Wildcampingspots…wie schön 🙂 Wir hatten uns in Dänemark noch einmal an einem der diversen Stände entlang der Straßen mit Feuerholz versorgt, doch leider war es zu windig für ein Lagerfeuer… nü denn, dafür machten wir es uns im Cockpit von Dorphine gemütlich und genossen den Blick auf die funkelnden Lichter der Skyline von Aarhus.

Am nächsten Tag ging es weiter gen Norden, und der erste Zwischenstopp des Tages führte uns nach Lökken, wo wir einen prima Strandspaziergang machten. Und wenn man sich auf dem ortansässigen Parkplatz so umschaute, fielen vor allem die vielen Deutschen Kennzeichen auf… ein ganz klares Zeichen, dass wir langsam aber sicher der Heimat immer näher kamen.

Auch dem kleinen Leuchtturm Rubjerg Knude Fyr statteten wir an diesem Tag noch einen Besuch ab. Dieser, in 1900 errichtete Leuchtturm, hat eine ganz besondere Geschichte. Nur ein Jahrzehnt nach seiner Errichtung, begann eine Wanderdüne dem Leuchtturm und der dänischen Regierung das Leben schwer zu machen. Jahrzehnte lang wurde gegen die Sandmassen angekämpft, ehe 1968 der Leuchtturmbetrieb eingestellt werden musste weil das Licht mittlerweile trotz großer Anstrengungen nicht mehr vom Meer aus gesehen werden konnte. In den 1990ern beschloss die Dänische Regierung das Gebiet zum Naturschutzgebiet zu ernennen und die Wanderdüne gewähren zu lassen. Seitdem ist der kleine Leuchtturm ein beliebter Touristenmagnet, der jedoch in den Jahren immer näher an die Steilküste rückte. 2017 war der Abstand zum Meer so weit geschrumpft, dass die Regierung erneut eingreifen musste und so wurde der gesamte Leuchtturm 2019 um 70 Meter ins Landesinnere verschoben (übrigens lohnt es sich, das kurze n-TV Video auf YouTube dazu einmal zu schauen!)

Am Abend kamen wir dann doch noch in den Genuss einen dänischen Bauernhof als Campspot anzufahren. Schön gelegen, waren wir auch hier die einzigen Gäste und konnten uns mal wieder dem Abwasch widmen und warm duschen – ja, auf einer solchen Reise lernt man die kleinen Freuden und Annehmlichkeiten des Lebens ganz anders wertzuschätzen.

Am nächsten Morgen war es doch recht frisch im Bulli… ein Blick aus dem Fenster und die mit Raureif bedeckten Wiesen um uns herum bestätigte die Vermutung, dass es in der Nacht doch ganz schön abgekühlt war. Aber wir waren ja mittlerweile abgehärtet 🙂

Da wir keine gezielten Pläne mehr in Dänemark haben und daher eigentlich auch nur das aktuell schöne Wetter die letzten Tage noch etwas genießen wollten, planten wir einen weiteren Strandspaziergang und fuhren diesmal Klim Strand an. Man, was hatten wir doch für ein Glück mit dem Wetter, trotz dessen, dass mittlerweile Mitte Oktober war, schien die Sonne und wir konnten teilweise in T-Shirts an der Nordsee spazieren gehen.

Nach einer Nacht auf einem zweckmäßigen und unspektakulären Waldparkplatz im Nationalpark Thy, ging es weiter in Richtung Holsterbro. Dort wurden wir allerdings mal wieder in kein Café mit Twiggy gelassen, schade, denn in Dänemark entscheidet jedes Cafe für sich, ob Hunde erlaubt sind oder nicht. Nütztet ja aber leider nichts, glücklicherweise war Thorsminde nicht weit und wir machten einen weiteren, schönen Strandspaziergang, ehe der Regen einsetzte und wir es uns in Dorphine mit einem leckeren Stück Kuchen gemütlich machten.

An diesem Abend fanden wir wieder einen sehr schönen, mitten zwischen den Dünen gelegenen Spot zum Wildcampen und genossen den ersten Glögg der Saison… wie gemütlich, Skoll!

Leider hatte sich der Regen über Nacht nicht verpieselt, im Gegenteil, es goss teilweise in Strömen. Da Dänemark im großen und ganzen leider nicht sonderlich hundefreundlich ist, man nicht nur schöne, sondern Wildcamping Spots im generellen hier im Süden kaum noch findet, uns die zahlreichen Deutschen Touristen mit ihren aus der Heimat mitgebrachten Corona Allüren ziemlich auf die Nerven gingen, beschlossen wir kurzerhand, nicht wie geplant noch ein paar Tage länger in Dänemark zu bleiben, sondern langsam gen Heimathafen Hamburg aufzubrechen, so dass wir dort im Laufe des Mittags eintreffen würden.

Tag 168-170: Schweden die Zweite oder auch die Farewell Route

Hach, wie schön ist es doch, nach etwa 5 Monaten, wieder „Daheim“ in Schweden zu sein. Nicht nur, dass es hier wieder die yummy und schon heiß ersehnten Gammaldags Chokladbollar gibt, nein, auch der „fast alles habende“ $-Store ist zurück 🙂 Und nach dem teuren Norwegen erscheint der Store nun nochmal ne ganze Ecke günstiger. Und damit nicht genug, im viel hundefreundlicheren Schweden konnten wir auch wieder mit Twiggy in Cafe’s – herrlich!

Ganz gemütlich ließen wir uns für unsere Schweden-Abschiedstour noch einmal treiben und fuhren drei weitere Tage die Westküste ab. Und da es auf unserer Route lag, machten wir sogar noch einmal Halt an dem Spot, wo wir glaubten knapp sechs Monate zuvor den Haustürschlüssel verloren zu haben…vielleicht hatte ihn ja jemand gefunden und an die dort stehende kleine Hütte gehängt? Hat zwar nicht geklappt mit dem Schlüsselbund aber ein wohliges Gefühl überkam uns irgendwie trotzdem noch einmal zu diesem Platz, der übrigens damals auch unser erster Angelspot war, zu sein.

Auch Falkenberg haben wir auf unserer Schweden Farewell Route noch einmal einen Besucht abgestattet und in dem selben kleinen, niedlichen Café von unserem ersten Stopp erneut eine der leckeren Waffeln geschmaust und ein Heißgetränk geschlürft – yummy!

Und auch tolle neue Wildcamping Spots entdeckten wir auf dieser zweiten mini Schweden Tour. Ob mit Blick auf die tolle Scherenlandschaft, oder auch am Skrea Strand nahe Falkenberg… Schweden ist und bleibt ein spitzen Land zum Freistehen 🙂

Zum Finale machten wir jetzt doch noch einen Halt in Malmö, denn zu Beginn unserer Reise waren wir irgendwie nicht dazu gekommen, uns die drittgrößte Stadt des Landes anzuschauen. Übrigens war Malmö zur Zeit der Hanse in Deutschland, aufgrund der Form des Vorgebirges, unter dem Namen „Elbogen“ bekannt… man weiß ja nie, wann und wofür so ein Fun Fact mal nützlich sein kann 🙂

Wir hatten einen kostenfreien, zentrumsnahen Parkplatz bekommen und so hatten wir die Möglichkeit während unseres Fußweges in Richtung des Zentrums, uns einen schönen Eindruck von Malmö zu machen… und das übrigens ein weiteres mal bei richtig tollem Wetter :)) Holla die Waldfee, was wurde da auf der Strecke doch Alles neu gebaut… Malmö scheint ganz schön im Aufschwung zu sein, so zumindest unserer Eindruck. Und viele der bereits stehenden Gebäude sind architektonisch schon auch sehr modern und hübsch anzusehen. Jedoch hat Malmö auch eine, wenn auch nicht allzu großen, Altstadtteil, und wir ließen es uns selbstverständlich nicht nehmen, uns hier auch noch ein wenig umzuschauen… zumindest bis dann der… na wer schon? 🙂 … der kleine Hunger kam. Und weil es so schön war, gönnten wir uns heute mal eine sehr leckere Sushi Bowl …happy life, so dürfte es doch gern noch weiter gehen.

Tag 167: Eine unfassbare Hilfsbereitschaft und Jepp, wir mögen Smögen

Am nächsten Morgen war, wie erwartet, der Reifen wieder komplett platt… Dank des kleinen Kompressors pumpten wir den Reifen noch einmal auf 2 bar auf und machten uns flink auf zum nur wenige km entfernten Autoservice „Mekonomen“. Dort angekommen, schilderte Mario das Problem und der freundliche Mitarbeiter von der Serviceannahme rief einen jungen Kollegen aus der Werkstatt herbei, welcher mit zu Dorphine kam, um sich den Reifen einmal genauer anzuschauen. Mario zeigte ihm den noch im Reifen steckenden Fremdkörper…er nickte zuversichtlich und versicherte, dass das kein Problem wäre und er nur kurz noch ein Reparaturkit holen würde…unglaublich wie schnell wir bis dato bedient wurden, wir hatten ehrlicherweise mit einer längeren Wartezeit gerechnet. Das stimmte doch optimistisch, auch wenn wir uns fragten, was genau jetzt eigentlich geholt wurde… mit einem kleinen Köfferchen bewaffnet, kam der super nette Mitarbeiter zurück und machte sich sogleich ans Werk. Zunächst zog er den kleinen Übeltäter, ein kleines Stück Metall, aus dem Reifen, dann bohrte er mit einer Art Mini Stanzer ein Loch in den vorhandenen Riss. Zuletzt benutzte er ein weiteres Werkzeug aus dem Repairkit, um Füllmaterial in das ausgestanzte Loch zu stopfen. Sehr cool, so eine Reifenreparatur hatten wir beide bisher noch nicht gesehen. Munter erzählte er uns, dass es das Kit auch im Internet zu kaufen gäbe und der Reifen damit auch ganz easy unbegrenzt weitergefahren werden könnte. Zuletzt wies er uns an einmal um das Gebäude zu fahren, damit er wieder Luft auf den Reifen machen könne. Gesagt getan und als wir ihn fragten, was wir denn bezahlen dürften, lächelte er nur und sagte, „you are our guests“ … wow, wow, wow!!! Wir waren völlig überwältigt und hätten nie, nie und nimmer damit gerechnet… was für eine unglaubliche Geste der Gastfreundlichkeit. Wir wollten ihm zumindest eine kleine Freide machen, doch er lies auch keine Widerrede zu, sondern schickte uns stattdessen mit seinem sympathischen Lachen auf unsere weitere Reise. Wir waren sowas von überwältigt und sprachlos…welch weitere sensationelle Hilfsbereitschaft, sowie sicherlich auch prägende Erfahrung, wir erfahren haben…und Ja, es war die absolut beste Entscheidung nach Schweden zurückgekommen :)))

Ratatouille, wir wie die kleine Maus mittlerweile getauft hatten, hatte es in der vorherigen Nacht doch tatsächlich geschafft aus unserer Vorratsbox, welche wir im Innenraum stehen haben, ein Leckerlie zu stibitzen..hehe, da hat sich der kleine Gourmet doch noch ein Betthupferl genehmigt 🙂 …nur was jetzt tun? Eine ordinäre „kill“ Mausefalle kam für uns beide nicht infrage, es musste also eine Leben-Mausefalle her… und im dritten Baumarkt wurden wir schlussendlich auch fündig. Nun waren wir sehr gespannt, ob wir Ratatouille mit weiterer Schokolade und etwas Erdnussbutter aus seinem Versteck locken würden…?

Aber zunächst einmal steuerten wir das kleine Fischerdörfchen Smögen an. Bei unserem ersten Aufenthalt in Schweden hatten wir es versäumt das Dörfchen zu besuchen, wollten jetzt aber unsere zweite Chance nutzen und dieses heute nachholen. Nachdem wir die präparierte Mausefalle in Position gebracht hatten, starteten wir bei richtig tollem Wetter unseren Erkundungsspaziergang. Und Jepp, wir müssen sagen, wir mögen Smögen…so schnuckelig☺️

Wir schlenderten durch das kleine Dörfchen und als uns mal wieder der altbekannte „kleine Hunger“ heimsuchte, kehrten wir in einem kleinen Fischladen samt Fischtheke und ein paar wenigen Tischen ein…ein Laden genau nach unserem Geschmack: 🙂 Und trotz der Fischtheke war Twiggy hier herzlich willkommen! Haach, wie hatten wir das zuletzt doch vermisst Twiggy mit hineinnehmen zu dürfen…das lies unsere Herzen doch gleich höher schlagen…wie schön es doch war, wieder in Schweden zu sein :)) Und weil wir einfach nur happy und glücklich über den bisherigen Verlauf des Ersten Tages wieder in Schweden waren, bestellten wir uns eine große Portion Garnelen, samt leckeren Dips und einem selbstgebackenem Sourdough Brot – soooo Yummy! 😋

Wir waren bereits sehr gespannt, denn zurück bei Dorphine wurde zu allererst einmal die Mausefalle gecheckt…ist uns der kleine Gourmet in die Falle gegangen…? An dieser Stelle auch noch einmal ganz herzlichen Dank an Reto und Sabine, welche auch schon vor diesem Problem standen und uns mit ein paar tollen Tipps und Tricks bei Seite standen – wirklich klasse und wir freuen uns wirklich sehr auch über eure positive Rückmeldung zu unserem Blog!! :)) …jetzt zur Auflösung…die Falle war leer und das Leckerlie noch an Ort und Stelle…naja, dann vielleicht eher später, sind ja auch nachtaktive Tiere :)…stay tuned.

Als Übernachtungsspot fuhren wir einen kleinen Hafen, nur einmal um die nächste Schärenbucht herum, an. Dieser stellte auf einer Mole liegend, extra freie Parkplätze für Camper bereit. Sehr cool! Ehe wir jedoch die schöne Aussicht aus Dorphine heraus genossen, machten wir noch einen schönen Abendspaziergang in dem muckeligen Hafengebiet – heeeerrliiich!

Tag 166: Ein Plattfuss am Morgen…

…Herrjemine, an diesem so herrlichen Sonntagmorgen wartete eine kleine Überraschung auf uns, denn jetzt war Dorphines hinterer, linker Reifen komplett platt…zuletzt musste ja bereits in Estland der hintere rechte Reifen gegen einen neuen „Gebrauchen“ ausgetauscht werden. Glücklicherweise standen wir über Nacht auf einem betonierten Parkplatz, und so lies sich Dorphine gut mit dem Wagenheber aufbocken. Mario suchte sogleich auch nach einer möglichen Ursache, konnte aber nach einem ersten Abgehen des Profils noch keinen Übeltäter finden. Dank des mobilen 12V Kompressors konnten wir den Reifen zumindest vorerst wieder (wenn auch nur mit 2 Bar, das Pumpen dauert recht lange und geht ziemlich auf die Bordbatterie) aufpumpen…nun hieß es erst einmal etwas abwarten und mal schauen wie viel Luftdruck nach einer gewissen Zeit verbleiben würde.

Durch einen Plattfuß ließen wir uns nicht mehr aus der Ruhe bringen und so frühstückten wir erst einmal gemütlich und machten einen zweistündigen Hike durch die wunderschöne Scherenlandschaft der Region am Sandefjord. Und das bei bestem Wetter und Sonnenschein – yiepiehh 🙂 Während des Spazierganges machten wir uns Gedanken, wie wir jetzt unter diesem Umstand weitermachen wollten… nach einigen Überlegungen beschlossen wir dann nicht noch weiter südlich in Norwegen umher zu fahren. Die Fähre ab Oslo war bereits auch aus dem Rennen, da auch diese keine Hunde an Deck erlaubte und eine 20 Stündige Fährfahrt im Autodeck unserer Meinung nach schon fast an Tierquälerei grenzt. Die Fähre ab Göteborg erlaubte aktuell überhaupt keine Haustiere an Board, wodurch uns so oder so nur der Landweg blieb, was uns aber auch ganz recht war. Eigentlich hatten wir noch eine Woche in Norwegen verbringen wollen, um dann gemütlich die Heimreise zurück nach Hamburg anzutreten… da wir am Sandefjord bereits wieder relativ nah an Schweden waren, wollten wir nun versuchen mit dem Plattfuss uns Stück für Stück rüber zu humpeln, um dort dann eine grenznahe Werkstatt aufzusuchen. Denn im doch sehr teuren Norwegen würde wahrscheinlich alleine die Frage wie viel so eine Reparatur kosten würde, teurer sein als die eigentliche Reparatur in Schweden.

Als wir nach etwas über 2 Stunden zurück bei Dorphine waren, hatte der Reifen zwar erneut Luft verloren (hatte zumindest noch 1,5 von 2 bar, wenn auch ohne Belastung), aber war unserer Meinung nach weit genug davon entfernt wieder ganz platt zu sein. Also stand unser Plan, mit einigen Tankstellen Stopps um immer mal wieder Luft nachzutanken, sowie einer 30 minütigen Fährfahrt starteten wir auf in Richtung Schweden, wo unsere Reise Ende April auch begann 🙂

Alles klappte wie geschmiert und wir erreichten Schweden am späten Sonntag Nachmittag. Die nächste Mekonomen Werkstatt (Vergleichbar mit ATU in Deutschland), war auch nicht weit entfernt, und so suchten wir uns einen Wildcampingspot in der Nähe. Nachdem wir Dorphine geschickt auf einem Felsen abgestellt hatten, bockte Mario hinten links erneut auf, denn so würde über Nacht zumindest kein Druck auf dem defekten Reifen sein. Und beim erneuten abgehen des Profils und Dank des diesmal nicht zu überhörenden „Zschhhh“-Geräusches, konnte Mario diesmal auch den Schuldigen finden. Wenn es tatsächlich „nur“ der eine Fremdkörper sein sollte, und nicht wie bei der Reifenpanne in Estland eine Unzahl von feinen Haarrissen, würde der Reifen ja vielleicht sogar repariert werden können…? Schaun wir mal…Optimistisch machten wir uns noch ein leckeres Bauernfrühstück aus Süsskartoffeln und aßen gemütlich zum Abend.

Wie zuletzt fast jeden Abend schauten wir noch einige Folgen „The Fresh Prince of Bel Air“…und während wir gemütlich im Bett lagen hörten wir doch etwas…ein Rascheln?! War das Twiggy? Nee, die schlief ohne jegliche Regung tief und fest unter der Decke. Vielleicht hatten wir uns verhört? Moment mal, da war es doch schon wieder! Mario schnappte sich die Taschenlampe und beim nächsten Rascheln stellte er den kleinen Übeltäter auf frischer Tat: Da schaute doch tatsächlich eine kleine Maus mit ihren Knopfaugen aus dem Lüftungstunnel (der zwischen den beiden Vordersitzen nach hinten läuft) der Heizung an. Huiii…wie hat die denn den Weg rein gefunden…? Nur was sollten wir jetzt so spät am Abend noch unternehmen…nü denn, vorerst mal provisorisch legte Mario eine Decke vor die Lüftungslöcher, damit die Maus zumindest nicht weiter in den Innenraum vordringen konnte. Da würden wir morgen wohl auch noch eine Mausefalle besorgen müssen…stay tuned 🙂

Tag 164 und 165: Eine sensationelle Strecke von Bergen nach Oslo

Wir hatten die Hadangervidda oder auch Route 7 gewählt um von Bergen nach Oslo zu fahren, und können diese auch nur jedem ans Herz legen! Zumindest außerhalb der Wintermonate, denn auch diese Straße wird wetterbedingt gerne mal gesperrt, aus gutem Grund wie wir herausfinden sollten. Aber zurück zum Anfang, die erste Sehenswürdigkeit auf dieser Straße ist der Vöringfossen, ein 183m hoher Wasserfall. Auch hier hat die norwegische Regierung eine tolle Aussichtsplattform, samt freischwebenden Fußgängerbrücken gebaut, um den Zwischenstopp zu einem tollen Erlebnis für Touristen und Ausflügler zu machen. Und das ist ihnen auch hier definitiv sehr gut gelungen.

Danach führt die Straße, welche gesamt etwa 60km fasst, weiter über Nordeuropas größte Hochebene und diese wurde ihrem Namen auch gerecht. Auf ihrem Höhepunkt von knapp 1400 Metern befanden wir uns in einer wunderschönen Winterlandschaft. Und sogar mit den ersten Streufahrzeugen machte Dorphine dort oben Bekanntschaft…also, wer gerne mit dem Auto durch sensationelle Landschaften cruised, sollte sich diese Route nicht entgehen lassen, absolut empfehlenswert!!

In Oslo angekommen, fanden wir einen super Parkplatz mitten in dem Studentenquartier und machten uns sogleich auf eben dieses zu erkunden. Echt ein cooler, hipper Vibe und es war auch mal schön einen Abend in einer Großstadt zu verbringen und sich tatsächlich bei relativ milden Temperaturen durch die Straßen treiben zu lassen. Da wir mit Twiggy in kein Restaurant gelassen wurden und die vegetarischen Alternativen da dort ebenfalls nicht allzu groß waren, landeten wir letztendlich beim Schnellrestaurant „Zur goldenen Möwe“ inklusive des Veggie Menüs…dem ein oder anderen dürfte es auch als McDonalds bekannt sein :). Auch da durften wir zwar nicht mit der Kleenen rein, aber dafür schmeckte es auf einer gegenüberliegenden Bank. samt Tisch und Leute beobachten, draußen umso besser 🙂

Spontan beschlossen wir den Parkplatz mitten im Quartier (24h – ca. 13€) auch zu unserem Übernachtungsspot zu machen und verbrachten so mal wieder eine „Urbane Wildcampingnacht“.

Das Trommeln auf Dorphine’s Dach am Morgen verhieß nichts allzu Gutes und tatsächlich hatte es sich so richtig schön eingeregnet. Hhmm…So war das ja eigentlich nicht geplant gewesen, das Regengebiet sollte doch eigentlich an der Westküste sein, daher hatten wir unsere Route ja extra umgelegt…?! Nützet aber ja Alles nichts, in unseren Regenoutfits starteten wir trotz des mäßigen Wetters unsere Sightseeingtour…und vielleicht würde es ja später noch wieder aufheitern?!

Nein, tat es nicht…eine richtig fette Regenfront hatte es sich mal so richtig gemütlich über Oslo gemacht, aber wir ließen uns davon nicht die Laune verderben und zogen unseren Sightseeingspaziergang weiter durch. Wir sind ja schließlich nicht aus Zucker…das einzig blöde an der Situation war, dass wir uns nicht mal für ein halbes Stündchen in einem Café aufwärmen konnten, weil wir mit Twiggy nirgendwo hinein durften…Glücklicherweise fanden wir einen Tisch unter einem riesigen Schirm, samt Heizstrahlern, im Freien vor einer Indoor-Streetmarket Location. Was für ein großartiges Konzept, das wäre definitiv auch etwas für regnerische Tage in Hamburg! Viele kleine, kreative Essenstände boten eine große Auswahl an internationalen Speisen zu fairen Preisen an. Echt mal richtig cool! Da wir mittlerweile auch etwas hungrig waren, holten wir uns eine Pizza heraus und schnabulierten diese, auf Lammfell sitzend und in Decken eingemummelt, im freien, während der Regen auf den Sonnenschirm über uns prasselte…gemütlich:))

Ganz so hatten wir uns unseren Besuch in Oslo nicht vorgestellt…Eigentlich hatten wir noch einen Tag länger bleiben wollen, jedoch sollte das Tiefdruckgebiet auch bis in den nächsten Tag anhalten, so beschlossen wir zurück zu Dorphine zu gehen und das schöne Oslo nach einem Tag zu verlassen. Das Problem beim Campen mit Mini-Van ist, dass man keine wirklich gute Möglichkeit hat nasse Klamotten zu trocknen und so viel Feuchtigkeit im inneren hat… Abhilfe schafft entweder nur die Sonne (weit und breit nicht in Sicht) oder eine längere Autofahrt mit Heizung auf Volldampf. Da Sonne keine Alternative bot, blieb uns nur die zweite Variante und so verließen Oslo und fuhren weiter südlich die Küste herunter, denn da sollte laut Vorhersage dann auch wieder die Sonne scheinen:))

Die Tour führte uns nach Sandefjord. Das Wetter tatsächlich auch bereits deutlich besser, schlugen wir auf einem Parkplatz direkt am Fjord unser Nachtlager auf. Der perfekte Ausgangspunkt um am nächsten Tag doch noch die Süd/Ost-Küste Norwegens in Angriff zu nehmen…stay tuned 🙂

Tag 163: Du hübsches Bergen

Bergen, Norwegens zweitgrößte Stadt, war unser heutiges Ziel. Wusstet ihr, dass die Stadt einst mit zum Hanseverbund gehörte? Jedoch nicht als vollwertige Hansestadt sondern als Hansekontor. So oder so entdeckt man heute noch überall Spuren der Hanse, auch die Heimatstadt lies in Form des Hamburger Wappens grüßen 🙂

Wir fuhren einen kostenlosen Parkplatz in dem Industriehafengebiet auf der gegenüberliegenden Uferseite des Stadtkerns an und starteten von dort unsere Erkundungstour. Als erstes Highlight machten wir uns auf zum historischen Stadtteil, und UNESCO Weltkulturerbe, Bryggen. Als Umschlagplatz für den getrockneten Fisch aus dem Norden, entwickelte sich der Stadtteil schnell zu einem florierenden Handelsplatz. Bei Bränden in 1702 und 1955 wurden weite Teile der Holzhäuser zerstört und die Debatte um die Zukunft des Stadtteils entfachte. Lange sah es so aus, als wenn auch die restlichen 62 Holzhäuser, welche diesen Stadtteil prägten, der Abrissbirne zum Opfer fallen würden, um Platz für modernere Häuser zu machen. Erst in 1965 kam die Wende und die Stadt begann die Häuser zu restaurieren. Seit 1979 steht Bryggen als „bedeutende historische Sehenswürdigkeit“ auf der Liste des UNESCO Weltkulturerbes.

Die kleinen, teils schiefen Häuschen sind wirklich niedlich und geben der Waterfront Bergens ein unverkennbares Gesicht. Heute sind kleine, meist inhabergeführte Läden und Cafe’s in die Häuser eingezogen, was dem Schlendern entlang und durch diese geschichtsträchtigen Gassen eine muggelige Gemütlichkeit verleiht.

Doch Bergen hat noch mehr zu bieten als Bryggen. Auch der Rest der Stadt ist absolut sehenswert und echt fotogen. An jeder Ecke entdeckt man niedliche kleine Holzhäuser, tolle Aussichten, oder liebevoll gestaltete Gärten. Obwohl wir schon viele tolle Städte auf dieser Reise gesehen haben und in dieser Hinsicht sicherlich verwöhnt sind, hat uns Bergen schon auch ein bisschen verzaubert. Es hat richtig Spaß gemacht sich stundenlang durch die verschiedenen Stadtteile treiben zu lassen und an jeder Ecke neue, schöne Entdeckungen zu machen.

Und auch mit dem Wetter hatten wir mal wieder richtig viel Glück. Es begann erst etwas zu regnen, als wir auf dem Rückweg und wieder in Sichtweite von Dorphine waren – Bingo! Nächster Halt: Oslo! Eigentlich war der Plan noch weiter entlang der Westküste Richtung Süden zu fahren, doch wegen der mäßig schlechten Wettervorhersage für diese Region, hatten wir kurzfristig eine Planänderung gemacht und beschlossen direkt von Bergen in die Hauptstadt Norwegens weiterzufahren.

Auf der Strecke Bergen-Oslo mussten wir ein weiteres Mal durch unzählige Tunnel fahren…doch diesmal stach einer dabei noch einmal ganz besonders heraus…denn Mitten im Tunnel, ob man‘s glaubt oder nicht, kam doch tatsächlich ein…Kreisel, Ja, genau, richtig gelesen, ein Kreisel!…da im Berg tatsächlich auch noch einmal abgezweigt wird, wie abgefahren ist das denn Büdde??!! Und auch dieser kam durch seine Beleuchtung wieder sehr spacig herüber! Und damit noch nicht genug, denn der Tunnelausgang endete auf einer riesigen Brücke und diese führte dann auf der anderen Seite des Fjordes sofort in den nächsten Berg als Tunnel über….Bombastisch! Was für ein Meisterwerk der Ingenieurkunst. Und es nahm kein Ende, denn auch im zweiten Tunnel war wieder ein Kreisel…Einfach nur mega hammer abgefahren…wir waren zumindest total aus dem Häuschen und hätten gern noch ein paar Runden im Berg gedreht! 🙂

Unser Übernachtungsplatz war auch diesmal wieder eine ehemalige Bergumgehungsstraße, die wiederum auch durch einen Tunnel abgelöst wurde. Mit einer grandiosen Aussicht auf den Fjord ließen wir den Abend gemütlich in Dorphine ausklingen – herrlich!

Tag 161 und 162: Im längsten Straßentunnel der Welt und die Flåm Railway Fahrt

Die Zeit von Geiranger Abschied zu nehmen war nach 2 Übernachtungen für uns gekommen…dieses nahezu leere, kleine und unter „normalen“ Umständen eher überlaufene Dörfchen, diesen sensationelle Stellplatz direkt am Fjord, Ja, das Alles haben wir sehr zu schätzen gewusst! Doch der nächste und bestimmt auch sehr schöne Ort sollte bereits auf uns warten. Wir verließen Geiranger über die Bundesstraße 63, die sich hinter dem Dorf den Berg hinaufschraubt, so dass wir noch einen letzen fantastischen Blick zum Abschied über den Fjord und das Dorf hatten.

Und auch im weiteren Verlauf ist die Strecke mitsamt seiner Passstraße absolut empfehlenswert…was für eine sensationelle Landschaft inmitten der Berge und Gebirgsseen! Aufgrund von Tunnelarbeiten mussten wir eine knappe Stunde warten, ehe wir weiter kamen, und konnten so noch ein bisschen länger die schöne Umgebung genießen. Hach, was werden wir die vielfältige, großartige Landschaft Norwegens doch vermissen, wenn wir wieder im flachen Hamburg sind.

Unsere weitere Route führte uns an diesem Tag nach Laerdal, einem kleinen Dörfchen mit einigen gut instand gehaltenen, alten Holzhäusern. Dort fanden wir einen wunderschönen Wildcampingspot auf einer ehemaligen Bergumgehungsstraße, welche mittlerweile durch einen Tunnel ersetzt wurde. Und was für eine traumhafte Aussicht wir auch von diesem Spot hatten!

Am nächsten Morgen wartete gleich ein kleines, oder besser gesagt langes Norwegen Highlight auf uns. Denn direkt hinter Laerdal beginnt der gleichnamige Tunnel, und dieser ist mit seinen 24,5 Kilometern Länge der längste, mit dem Auto befahrbare, Straßentunnel der Welt. Cool! Und als wenn der Fakt, dass der Tunnel einzigartig ist nicht schon abgefahren genug wäre, gibt es in dem Tunnel auch noch ultra spacige Haltebuchten. Aber seht am Besten selbst:

Übrigens gibt es in dem Tunnel nicht nur eine Geschwindigkeitsmessung und ein ausgefeiltes Lichtkonzept, sondern in diesem wurden sogar noch extra Kurven gelegt, damit man als Fahrer nicht einem allzu eintönigen Tunnelblick erliegt und durch etwas Abwechslung die Konzentration bei Laune gehalten wird. Wir allerdings waren weit entfernt davon dem Tunnelblick zu verfallen, waren wir doch viel zu begeistert von diesem schier unglaublichen Bauwerk…einfach nur gigantisch!

Unser nächstes Ziel war das kleine Dorf Flåm. Es liegt am Ende des Aurlandsfjords und ist in normalen Jahren ebenfalls ein absoluter Touristen Hot Spot mit einer dementsprechend guten Infrastruktur. An diesem Morgen waren wir aber aller Anschein nach fast wieder die einzigen Besucher…glücklicherweise hatte die kleine Bäckerei dennoch geöffnet und wir konnten uns ein paar süße Leckereien zum Frühstücken herausholen. Von Fläm aus Fährt auch die legendäre Fläm Railway in das 866 Meter hoch gelegene Dorf Myrdal. Mit einer Steigung von bis zu 18% gehört sie zu den steilsten Eisenbahnen der Welt, Cabble Cars ausgenommen. Bereits in 1923 begannen die Arbeiten an dieser 20 Kilometer langen Strecke, damals wurden noch 18 der 20 Tunnel in Handarbeit aus dem Berg gemeißelt. Erst in 1940 war das Meisterwerk vollbracht und die ersten Dampflokomotiven starteten mit dem Güterverkehr, ein Jahr später kam der Personenverkehr hinzu. Die hier fahrenden Lokomotiven waren allesamt Sonderanfertigungen und mit fünf separaten Bremssystemen ausgestattet. Noch immer fährt die Bahn mehrmals täglich die einstündige Strecke ab, auch wenn sie mittlerweile hauptsächlich Touristen, Wanderer und Mountainbiker zu ihren Gästen zählt.

Und jetzt auch uns 🙂 Die Fahrt, bei schönstem Sonnenschein, war ein absolutes Highlight, vor allem auch mit dem Hintergrundwissen, was es damals bedeutete diese Strecke mit Muskelkraft zu bauen. So gibt es beispielsweise in einem der Tunnel eine 180 Grad Kurve! Für viele Arbeiter war der Bau an einer solchen Eisenbahntrasse die einzige Alternative zur Auswanderung nach Amerika. Also…wir wären definitiv ausgewandert 🙂

Als wir nach zwei Stunden zurück in Flåm waren, beschlossen wir uns noch ein wenig die Beine zu vertreten, ehe wir unsere Fahrt fortsetzten. Glücklicherweise ist Flåm perfekt auf Touristen eingestellt und hat ein paar Wanderungen samt Karte für seine Besucher zusammengestellt. Der „Brekkefossen Waterfall“ Hike sollte es werden und so starteten wir auf einen, wie wir dachten, entspannten 2 Stündigen Spaziergang. Was in der Karte allerdings nicht explizit erwähnt wurde war, dass dieser Wasserfall recht hoch oben über Flam lag. So begann ein scheinbar unendliches und ziemlich steiles Steigen von Steinstufen…oh boy… aber auch hier belohnte die fantastische Aussicht natürlich am Ende wieder die Anstrengung.

Zurück bei Dorphine machten wir uns dann auf den Weg in Richtung Bergen. Leider gibt es in dieser Region Norwegens kein wirklich tolles Angebot an Wildcamping Spots in der freien Natur und unsere Suche nach einem geeigneten Übernachtungsspot entpuppte sich zu einer ziemlich nervigen Herausforderung….Als es bereits dunkel und wir auch ganz schön„hangry“ waren, gaben wir auf den perfekten Platz zu finden, stattdessen parkten wir auf einem unglamorousen Park & Ride Parkplatz… auch das gehört manchmal zum Freistehen dazu 🙂

Tag 160: Oh ha – Angeln mitten im Geiranger Fjord?!

Eigentlich war der Plan die Ausflugsfähre zu nehmen, um den wohl imposantesten Fjord Norwegens einmal von der Wasserseite zu sehen…doch wie das ja gern mal so ist, kam es dann doch ganz anders…Wir sahen ein Motorboot am Steg des Campingplatzes liegen und fragten uns, ob das nicht evtl. zu mieten sei, damit wir eine eigene kleine Spritztour auf dem Fjord machen könnten? Denn viel teurer als die 90 Euro, welches die Sightseeing Bootstour uns kosten sollte, würde das sicherlich auch nicht sein. Von der netten Campingplatzbetreiberin erfuhren wir, dass das Motorboot nicht zur Vermietung bereit stand, wir uns aber gerne kostenlos eines der zwei Ruderboote nehmen könnten, welche zum Platz gehörten. Das war doch mal nen richtig tolles Angebot! Freudestrahlend beschlossen wir, den Fjord auf eigene Faust zu erkunden.

Wie schon so häufig wenn wir auf dieser Reise auf dem Wasser unterwegs waren, begann es auch dieses Mal zu regnen, während wir alles vorbereiteten…das is doch zumindest mal eine Konstante 🙂 Aber dank unserer Regenfester Kleidung sollte uns das nicht mehr von unserem Vorhaben, einmal diesen Fjord mit dem Ruderboot befahren zu haben, abhalten. Noch schnell ein paar Sandwiches zusammengebastelt, die Angeln startklar gemacht, und schon stachen wir in See.

Nachdem wir ein Stück herausgerudert waren, warfen wir auch schon die Ruten aus. So mitten im Fjord musste doch mal etwas größeres beißen…so zumindest unsere vielleicht etwas naive Annahme. Und tatsächlich, auch wenn’s nicht wirklich schnell ging, so hatte Mario schlussendlich doch einen Biss! Man, was waren wir gespannt…doch nichts großes, eine Makrele hatte ein weiteres Mal angebissen. Da auch dieser Haken leider wieder ungünstig saß, haben wir sie dann lieber schnell erlöst. Nur von einer Makrele satt werden? Nee, eher nicht, und so war der Ehrgeiz gepackt, noch einen weiteren Fisch an den Haken zu bekommen… jedoch leider ohne Erfolg…vier Stunden nachdem wir in See gestochen waren, ruderten wir wieder gemächlich und noch im angelnd zurück zum Liegeplatz. Und wie so häufig, im Nachhinein ist man klüger…der Fjord hat eine Tiefe von bis zu 260m! und eignet sich daher vermutlich auch eher nur bedingt oder mehr an Ufernähe zum Angeln…aber wer kann schon von sich behaupten einmal mit dem Ruderboot im Geiranger Fjord (und außer uns war niemand auf dem Wasser) geangelt zu haben…? Wir Ja! Und ein landschaftlich sensationelles Erlebnis, welches uns in Erinnerung bleiben wird, war es allemal :))

Da viele Touristen die Strömungen und den Wind unterschätzten und es mit dem Ruderboot nicht zurückschafften, musste wir am Campingplatz angeben, wann wir planten zurück zu sein. Im Falle eines Falles würde dann das Personal des Platzes mit dem Motorboot rausfahren und die unglücklichen Ruderer zurück schleppen. Wir waren aber on time zurück 🙂

Während sich Sina der Makrele annahm und diese ausnahm, startete Mario noch einmal die Drohne und machte ein paar Aufnahmen dieses wirklich großartig gelegen Platzes. Wusstet ihr, dass Geiranger voraussichtlich eines Tages von einem Tsunami zerstört wird? Ein immer größer werdender Riss im Steinmassiv wird vermutlich einen so massiven Felssturz auslösen, dass etwa 54 Millionen Kubikmeter Gestein in Bewegung gesetzt werden…dieses Szenario bedroht das kleine Dorf und sollte es tatsächlich soweit kommen, könnte die ausgelöste Welle bis zu 80 Meter hoch auf Geiranger treffen… Natürlich werden die Aktivitäten des Steinmassives diesbezüglich kontinuierlich von Experten überbewacht, jedoch würde im Falle des Falles das kleine Dörfchen ungeschützt den Naturgewalten ausgesetzt sein. Übrigens wäre Geiranger nicht das erste Norwegische Dorf, dass einer solchen Riesenwelle zum Opfer fiele, denn die Ortschaften Leon, in 1905, und Tafjord, in 1934, ereilte bereits das selbe Schicksal.

Da aus unserem Fisch-Dinner nur eine kleine, aber dafür um so schmackhaftere, Vorspeise wurde, und unserer Hunger nach 4 Stunden Angel,- und Ruderaction schon ganz gut war. musste noch ein richtiges Abendessen her. Zum Glück gab es in direkt neben den Campingplatz einen kleinen Supermarkt, der für seine Größe überraschend gut sortiert war und sogar auch einige vegetarische Alternativen im Sortiment hatte. So zauberte Sina ein tolles Überraschungsdinner… Rote-Bete Burger und als Beilage sogar noch einen Salat – mega yummy!