Tag 151: Lofoten Love

Der erste Stopp dieses Tages führte uns in das winzige Dorf Flakstad. Es besteht aus ca. 6-8 Häusern, einer Kirche samt Friedhof und einem tollen, populären Surfstrand, nebst einer modernen, ortsansässigen Surfschule. Zu unserer Überraschung war diese auch, trotz des eher unbeständigen Wetters, ziemlich gut besucht und viele Surfschüler versuchten in dem doch eher frischen Europäischen Nordmeer Wellen ihr Surfer-Glück. Mit dem richtigen Klamotten bestimmt auch gut machbar, dennoch Hut ab!

Nachdem wir auf dem Parkplatz gemütlich gefrühstückt hatten (was ein geiler Regenbogen 😍 oder?), machten wir uns zu einem kleinen Spaziergang auf. An der Surfschule vorbei, gingen wir entlang des Friedhofes zu der kleinen Kirche. Die laut unserem Reiseführer eine der schönsten der Lofoten sein soll. Können wir jetzt so nicht beurteilen, war zudem auch abgeschlossen, aber für einen kleinen Morning Walk war sie definitiv ein schönes Ziel in einer tollen Landschaft.

Zurück bei Dorphine ging es weiter und unser nächster Stopp führte uns nach Glasshytta. Hier hat eine bekannte Glasbläserei ihr Zuhause, welche nicht nur von Generation zu Generation weitergeführt wird und wurde, sondern auch seine Gäste einlädt den Glasbläsern bei ihrer Arbeit zuzuschauen. Auch wir taten dies eine Weile durch ein Fenster und waren von dem Handwerk begeistert.

Da das Wetter am Vortag so schlecht gewesen war und wir Reine überhaupt nicht richtig genießen konnten, beschlossen wir noch einmal dorthin zurückzukehren, um dieses nachzuholen. Und das lohnte sich auf jeden Fall! Hier kann man wunderbar ein wenig umherstreifen und sich schön treiben lassen. Auch nach Walen hielten wir diesmal intensiver Ausschau, hatten aber leider wieder kein Glück. Na ja, was nicht ist, kann ja noch kommen….Zum Abschluss kehrten wir ein weiteres Mal in das kleine Café ein und gönnten uns zwei weitere Stücke von der leckeren Kuchenauswahl…uuund wieder yummyyy!

Das Wetter klarte mittlerweile immer mehr auf und laut (Polarlicht)Vorhersage , sollten die Polarlichter ebenfalls recht intensiv werden. Wir waren ein bisschen aufgeregt…es sollte für diese Zwecke also der perfekte Übernachtungsspot gefunden werden, damit wir tatsächlich mal in die Faszination dieses Naturschauspiels kämen. Dank eines anderen Blogs erfuhren wir von einem Parkplatz in dem Örtchen Uttakleiv, welcher auf den Lofoten ein ziemlich perfekter Ort dafür sein sollte…dieser war jedoch in Privatbesitz und erhob verständlicherweise Parkgebühren…aber mal ganz ehrlich, für diese atemberaubende Aussicht, mit der Chance auf Polarlichter, haben wir wirklich sehr gerne bezahlt.

Wir vertrieben uns die Zeit bis zum Sonnenuntergang damit, die Drohne mal wieder steigen zu lassen und den Strand ein wenig zu erkunden. Mal wieder ein WOW – was für ein mega schönes Plätzchen an dem wir hier gelandet waren! Und umso später es wurde, desto mehr klarte der Himmel tatsächlich auch auf…die Spannung stieg…werden wir heute die Polarlichter endlich einmal richtig sehen können??

Wir machten es uns im Cockpit von Dorphine gemütlich und so begann das Warten auf Nacht und die Polarlichter… Uiuiui, da hatten wir uns aber eine ganz schön kalte Nacht ausgesucht. Aber mit der dicken Decke war schnell Abhilfe geschaffen und wir harrten weiter der Dinge die da kommen mochten. Und tatsächlich, um 22 Uhr rum entdeckten wir dann den ersten Streifen der grünen Lichter aus Nordwesten kommend…so spannend!!! Schön warm eingemummelt ging es hinaus in die kühle Nacht. Und tatsächlich wurden die Lichter von Minute zu Minute stärker. Dank der Hilfe vom Profi (vielen Dank nochmals Marco!), gelang es uns sogar mit einer extra heruntergeladen Foto-App für Langzeitbelichtung und der richtigen ISO Einstellung die Lichter mit dem Handy zu fotografieren….WOOOW!!! Was für ein unglaublich faszinierendes und tolles Naturschauspiel, das nur leider auch nicht von allzu langer Dauer war. Nach etwa einer halben Stunde war der atemberaubende Zauber vorbei und wir schlenderten ein wenig am Strand entlang, während wir hofften, ob es eventuell noch eine Fortsetzung geben würde. Doch bis auf das Sina einen nicht wirklich so kleinen Stein übersah und sich der Nase nach langmachte, gab es auch kurz nach 22:30 Uhr keine Spuren von weiteren Aktivitäten… und so beschlossen wir uns, selig und dankbar die Nordlichter einmal live gesehen zu haben, langsam Bettfertig zu machen…das war sooo schön 🤩

Tag 150: Echtes Lofoten Wetter mit guter Laune

Das gute Wetter vom Vortag bereits wieder passé, nun hatte ein Mix aus wechselnden Sturm und Regen die Lofoten fest im Griff. Nichts desto trotz machten wir uns auf den Weg zur Südspitze der Inselgruppe, um dort dem kleinen Fischerdörfchen Å einen Besuch abzustatten.

Auf dem Weg dorthin passierten wir wieder einige niedliche Dörfer, wie beispielsweise Sakrisøy. Das Fischerdorf liegt auf einer der vielen kleinen Inseln und ist durch einspurigen Brücken mit seinen Nachbarn verbunden. Wie an so vielen Ecken auf den Lofoten mutet auch diese Szenerie fast schon ein wenig kitschig an…man beachte bitte trotz Regen und keiner Sonne die Farbe des Wassers…das geht ja mal gar nicht 😅…oder wie seht ihr das?

Als wir Å erreichten, stürmte es und schüttete wie aus Eimern und so beschlossen wir erst einmal im Bulli abzuwarten, bis sich das Gröbste gelegt hatte. Å hat heute um die 100 Einwohner und lebt mittlerweile anstelle des Fischfangs vorwiegend vom Tourismus. Sicherlich hat der ein oder andere von euch auch schon einmal die Fischerhütten von Å zu sehen bekommen, diese zieren viele Postkarten und sind (wie auch für uns) ein immer sehr gern genommenes Fotomotiv der Lofoten. Wir freuten uns jedoch auch besonders auf die kleine ortsansässige Bäckerei, die noch immer in einem Ofen von 1844 ihre originalen Zimtschnecken bäckt. Dazu noch ein schönes Heissgetränk… hach, wenn das nicht genau das Richtige bei diesem Wetter inkl. des Panoramas ist, was dann?! Als der Regenguss etwas nachließ, nahmen wie die Mission Zimtschnecke in Angriff. Die Bäckerei konnten wir nicht entdecken, aber ein kleiner Supermarkt / Souveniershop hatte geöffnet und dort erkundigten wir uns nach dem Weg. Ihr könnt es euch vermutlich schon denken (und wir hatten bereits auch schon so eine Vorahnung), in einem 100 Seelen Dorf, dass ausschließlich vom Tourismus lebt, hat die kleine Bäckerei außerhalb der Saison leider nicht mehr geöffnet…Och Menno, schade! Aber so ist das halt, wenn man wie wir solche Orte außerhalb der Saison bereist…jepp, hat alles so seine Vor- und Nachteile…und der ganz, ganz , ganz (das kann man gar nicht oft genug wiederholen 🙃) große Vorteil war und ist (und der wiegt das Alles auch viel mehr auf), dass wir das Dorf mal wieder für uns alleine hatten und in aller Ruhe das berühmte Foto schießen konnten… und selbst der Regen hörte kurz dafür auf.

Da der Hunger auf etwas Süßes dennoch nicht verflogen war, beschlossen wir in das nächste größere Dorf, Reine, zu fahren und dort unser Glück zu versuchen. Das Wetter lud so oder so nicht dazu ein draußen großartig aktiv zu sein und vielleicht würden wir dort ja ein nettes Café finden?! Reine ist für Lofoten Verhältnisse schon fast eine Großstadt😉 und wie wir zudem hörten auch ein guter Spot um evtl. Wale zu sehen.

Wale haben wir leider keine gesehen, dafür aber ein sehr schnuckeliges kleines Café direkt am Hafen entdeckt…mit wirklich unsagbar leckerem, selbstgemachten Kuchen und free Wifi. Nur leider durfte Twiggy auch hier wieder nicht mit reinkommen…und wir haben mal nachgefragt, tatsächlich sind Hunde in Norwegen eigentlich nicht in Cafés, Restaurants oder ähnlichem gestattet, wenn dann gibt es meist auf der Terrasse extra eingerichtet Plätze dafür. Nü denn, so musste Twiggy im Auto Wache schieben, dazu gab’s zum Zeitvertreib noch eine yummy Kaustange, während wir ein Stück leckeren Rhabarber-Käsekuchen und Schoko-Erdnuss Kuchen im schnuckeligen Café mit einem Heißgetränk genossen.

Als Wildcampingspot suchten wir uns einen Parkplatz direkt an einer Verbindungsbrücke gelegen, auf einer anderen, kleinen Insel, heraus. Auch wenn der Regen zwischenzeitlich etwas nachließ, hatten wir nicht allzu große Hoffnung bei dieser Wetterlage in den Genuss von Polarlichtern (trotz eigentlich ganz gut vorhergesagter Intensität) zu kommen. So mussten wir uns zumindest nicht um einen möglichst guten Spot für diesen Zweck kümmern. Und am Abend regnete es sich dann doch auch wieder ein… was es in Dorphine jedoch mal wieder umso gemütlicher machte.

Tag 149: Die kleinen Lofoten und das große Geschäft mit getrocknetem Fisch

Die sprichwörtliche „Ruhe nach dem Sturm“ begrüßte uns, als wir am nächsten Morgen wieder aus Dorphine herauskrochen. Nicht mal ein laues Lüftchen war noch übriggeblieben, die See spiegelglatt und die dicken fetten grauen Wolken waren einem auch beinahe blauen Himmel gewichen. Perfekt um die Inselgruppe der Lofoten weiter zu erkunden.

Die E10 ist die Verbindungsstraße zwischen den Inseln, doch wie so oft liegen die schönsten Orte abseits der Hauptverkehrsstraßen und so nahmen wir an diesem Morgen die weniger befahrene RV815. Und – Wow – wie sich dieser Mehrweg doch gelohnt hat! Links der Straße säumte ein Fjord nach dem anderen die Route, dazu die beeindruckenden Berge im Hintergrund und die gelb-rötlichen Herbstfärbung der Bäume am Ufer dazu…meegaaa hübsch Alles :))

Eine kurze Strecke dann wieder auf der E10, dann fuhren wir jedoch auch schon wieder ab. Diesmal ging es in das kleine und tüchtige Fischerdörfchen Nusfjord. Dass die Norweger eine Fischfang Nation sind ist ja bekannt, aber wusstet ihr, dass eine beliebte Spezialität und großes Exportgut im Wind getrockneter Kabeljau ist? Wir bis dato nicht, aber auf den Lofoten wimmelt es nur so von Holzkonstruktionen, an denen der „Cod“ im Frühjahr zum Trocknen aufgehängt wird. Durch die salzige Seeluft wird der Fisch nicht nur haltbar, sondern bekommt auch einen besonderen Geschmack. Nusfjord ist eines der Fjorde-Dörfer das viele Jahrhunderte von dem Fischfang gelebt hat (und auch noch immer betreibt), welches sich dennoch auch heute noch den Charme eines ursprünglichen Fischerdorfes erhalten konnte. Dadurch ist es zu einem wahren Touristenmagnet geworden und wird im Sommer sogar von Bussen sowie Kreuzfahrtschiffen angefahren… Kaum zu glauben, wenn man wie wir im Herbst hierher kommt und außer uns keine Menschenseele antrifft. Die geschäftstüchtigen Einwohner Nusfjords bitten die Besuchermassen in der Saison mittlerweile zur Kasse, 15€ kostet es in der Saison, sich in dem Dorf umzuschauen. Doch auch da hatten wir wieder großes Glück, denn das fällt ab Mitte September weg. Das schnuckelige Museum, samt seines Vorführraums mit einen Kurzfilm über den Fischerei auf den Lofoten, war aber trotzdem geöffnet und so konnten wir auch noch ein wenig über den Werdegang vom Fang bis hin zumzum Stockfisch des Kabeljaus dazu lernen.

Einen kleinen aber feinen Hike haben wir dann dort am Fjord auch noch gemacht. Hinter dem Dörfchen geht es über die Felsen bis hinaus zur offenen See. Zwar sahen wir nicht wie erhofft Orcas, aber der Blick war es definitiv auch so Wert, diesen Weg gemacht zu haben.

Das nächste Ziel auf der Strecke gen Südspitze der Lofoten war das Dörfchen Ramberg. Dieses ist bekannt für seinen weißen Sandstrand mitsamt des Kristall blauen Wassers, welches ein wenig an die Strände in der Karibik erinnert. Schon etwas surreal, dass man im Polarkreis auf solch einen Strand trifft! Im Sommer ist dies bestimmt auch ein sehr beliebter Touristenspot, doch auch hier waren wir beinahe die einzigen Menschen am Strand.

Nach dem Strandspaziergang wollten wir uns in einem kleinen Cafe aufwärmen. Wie leider schon des häufigeren in Norwegen erlebt, waren auch hier keine Hunde gestattet und so musste Twiggy seit langem mal wieder im Auto auf uns warten. Wir finden es etwas schade, dass dieses sonst so moderne und fortschrittliche Land in dieser Hinsicht eines der striktesten auf unserer Reise ist…nur gut dass sich die kleine Pupsi in Dorphine auch sehr geborgen und wohl fühlt 🙂

Nachdem das free wifi Angebot ausgenutzt und die Heißgetränke verhaftet war, machten wir uns auf die Suche nach einem schönen Wildcampingspot für den Abend. Da das Wetter mittlerweile wieder schlechter wurde, wollten wir uns einen muckeligen Abend im Bulli machen. An einem einsamen Fjord wurden wir schlussendlich auch fündig und starteten noch einen längeren, unterhaltsamen Spieleabend mit Scrabble, Backgammon und Kniffel…

Tag 148: Stürmisch begrüßt von den Lofoten

Auf dem Weg in Richtung der Lofoten entdeckten wir durch Zufall ein „Norwegian Outlet“ am Straßenrand und machten es spontan zu unserem ersten Stopp des Tages. Schon länger hatten wir zuerst die Schweden, dann die Finnen und nun auch noch die Norweger in ihren All-Wetter Outdoor Hosen, die in diesen Ländern tatsächlich zum Outfit schlicht weg dazu gehört, beneidet. Tatsächlich wurden wir in dem Outlet ebenfalls fündig – yay! Jetzt kann uns auch schlechtes Wetter nichts mehr bei Spaziergängen ausmachen.

Mit neuen Outfits und gut gelaunt nahmen wir weiter Kurs auf die Lofoten, mussten jedoch nur wenige Kilometer später erneut anhalten – Polizeikontrolle! Bereits einige passiert, war diese jedoch die aller Erste, in der wir seit Anbeginn unseres Road Trips auch herausgewunken wurden…das wurde aber auch so langsam mal Zeit 🙂 Ein nett lächelnder, aufgeschlossener und noch sehr junger Polizist begrüßte uns mit den Worten, „dies ist eine routinemäßige Kontrolle“ und dass er den Führerschein gern einmal sehen wolle…und pusten durfte Mario dann auch noch…0,00%, und als der freundliche Jungpolizist sich eigentlich schon wieder verabschieden wollte, kam sein älterer, erfahrener Kollege und fragte nach der Beleuchtung. Mit den Worten, „he always likes to check the lights“ entschuldigte der junge Polizist sich bei uns und während sein Kollege einmal um Dorphine herumging und sich versicherte, dass alle Lichter auch vorschriftsmäßig funktionierten, fragte er uns, ob’s denn weiter auf die Lofoten ginge und das es dort richtig schön sei…nachdem er uns noch viel Spaß und eine gute Weiterfahrt wünschte, machten wir uns wieder vom Acker. Und obwohl es ein ungewollter und kurzweiliger Stopp war, so wird uns der junge Bursche in Uniform mit seiner freundlichen Art und dem netten Lächeln bestimmt noch lange in Erinnerung bleiben.

Als wir schlussendlich die Lofoten erreichten, war anfangs das Wetter noch recht gut, schlug dann aber binnen kurzer Zeit um. Aus dem Sonne-Wolke Mix wurde zuerst ein starker Sturm, dem dann Regenschauern folgten. Bei Windstärke 11 fühlte es sich auf den Küstenstraßen teilweise so an, als wenn Dorphine gegen eine Wand fahren würde. So einen krassen Wind hatten wir auf dieser Reise definitiv noch nicht erlebt. Auf den sonst so ruhigen Fjorden tobten hohe Wellen mit wegwehenden Schaumkronen, und nicht nur wir hielten an um Fotos zu machen, selbst die Norweger stoppten in den Nothaltebuchten um dem Naturschauspiel zu beobachten. Allem Anschein nach scheint ein Sturm dieses Ausmaßes auch für die Einheimischen nicht an der Tagesordnung zu sein, und wir hatten das Glück, genau zu dieser Zeit hier zu sein – Hammer! Beim Versuch ein paar Schnappschüsse zu machen, fegte es sogar Mario’s, eigentlich ziemlich festsitzende, Wollmütze vom Kopf…aber keine Sorge, sie blieb glücklicherweise an einem Pfeiler hängen und konnte erfolgreich geborgen werden.

Wir suchten uns das kleine Küstenörtchen Henningsvaer als Übernachtungsziel aus und mussten ein paar Brücken und Dämme überqueren um dorthin zu gelangen. Auf einem der Dämme wurde Dorphine seitlich von einer überschwappenden Welle getroffen und wir waren komplett in unserem Element. Norwegen, du bist wahrlich ne coole Socke! Henningsvaer war das perfekte kleine Dörfchen um diesen Sturm zu erleben, am südlichsten Zipfel der Insel Austvagoya gelegen war es praktisch im Auge des Sturms. Wir stellten Dorphine ab und machten uns in unseren neuen Outdoorhosen sowie unseren „Derbe“ Regenmänteln auf, die Gegend zu erkunden. Im kleinen Hafen trafen wir auf einen älteren Herren, der versuchte das Boot seines Sohnes vor Sturmschäden zu schützen. Der Sohn selbst konnte Henningsvaer nicht mehr erreichen, da mittlerweile einige der Brücken gesperrt wurden. Der Herr selbst nicht dort lebend, jedoch häufig dort zu Besuch, hatte so einen Sturm zuletzt an Heiligabend 1970 erlebt…Baaam…und wir waren hier – mega! An der Kaimauer traten ebenfalls meterhohe Wellen über und wir erfreuten uns weiterhin an diesem faszinierenden Naturschauspiel. Lange Rede… ein kleiner Videozusammenschnitt bringt die Atmosphäre viel besser rüber:

Nach einer guten Stunde waren wir gut durchgepustet und teilgeduscht zurück bei Dorphine, suchten uns noch schnell auf einem naheliegenden Parkplatz eine bestmöglich und windgeschützte Parkposition und genossen die Reste unseres Thai Curry’s vom Vortag.

Tag 146 und 147: …entlang des „Arctic Highways“??

Eine der schwierigsten Entscheidungen im Van-Life Sabbatical? Wo fahren wir denn nun als nächstes hin…? Diese Frage war für uns an diesem Morgen von besonders entscheidender Bedeutung, als wir am Fjord von Alta aufwachten. Eine Überlegung war, ob es uns noch weiter gen Nord/Osten führen sollte, um dann dort eventuell doch noch zum legendären Nordkap zu kommen und dann zurück über Finnlands Westküste mit ihrer Schärenlandschaft wieder südwärts zu fahren? Oder sollte es weiter gen Westen gehen? Richtung der Lofoten und dann durch Norwegen langsam zurück gen Heimat? Gar keine so einfache Entscheidung, denn beide Routen haben bestimmt ihren ganz eigenen Reiz und sind sicherlich auf ihre Weise auch wunderschön. Letztendlich entschlossen wir uns in den nächsten Wochen doch auch noch Norwegen zu bereisen. Zum Einen, weil wir von der atemberaubenden Natur bereits jetzt unglaublich beeindruckt waren und Lust auf mehr hatten und zum Anderen, weil die Route uns so auch nicht wieder zurück durch die Baltischen Länder führen würde, die wir ja zwischenzeitlich schon recht intensiv bereist hatten.

Von Alta aus (von dort sind es im übrigen nur noch ca. 220km zum Nordkap) machten wir uns also auf der E6, dem sogenannten „Arctic Highway“, auf gen Süden. Die Route führt durch Norwegens faszinierende Landschaft und immer wieder entlang der Ufer wunderschöner Fjorde. Zwar hat es auf dieser Etappe zum größten Teil sehr viel geregnet, aber wir waren einhellig der Meinung, dass es so schön im Sturm und Regen definitiv noch nie gewesen ist :))

Neben ein paar kleinen, hölzernen Fischhäuschen fanden wir einen prima Wildcampingspot direkt am Ufer eines Fjords gelegen. Und seit langem hatten wir sogar mal wieder einen Gleichgesinnten mit T3 als Nachbarn, welcher bereits dort parkte; der Hannes, aus der Nähe von Stuttgart mit seinem weißen Bulli 🙂 Mal angeklopft, „Hallo“ gesagt und noch kurz nen Schnack gehalten…ein ziemlich netter, entspannter Typ, allein auf Reisen – Cool! Das regnerische Wetter, welches sich so langsam aber sicher zu einem Sturm entwickelte, zeigte dann in der Nacht was es so drauf hatte und rüttelte Dorphine ziemlich heftig durch. Auch der Fjord trat über sein Ufer, hielt aber glücklicherweise 1-2 Meter vor Dorphine inne, sodass sie keine nassen Füße (neben dem Regen) bekam.

Am nächsten Tag ging es weiter nach Tromsö, dem angeblichen Paris des Nordens (…so steht‘s zumindest häufig geschrieben). Leider hatte es sich mittlerweile so richtig dolle eingeregnet, weswegen wir es uns vorerst einmal in einem Café gemütlich machten. Ach, und übrigens können wir nun auch nachvollziehen, warum Norwegen zurecht auch ein eher kostspieliges Reiseland ist…nur ein kleines Beispiel: Für zwei Chai Latte haben wir Sage und Schreibe 12€ abdrücken müssen…Uijuijuiii… aber dafür saßen wir schön warm und trocken, hatten „free Wifi“ und nutzten die Zeit mal wieder etwas am Blog zu schreiben.

Nachdem der schlimmste Regen vorbei war, wagten wir uns doch noch einmal, wenn auch insgesamt eigentlich viel zu wenig Zeit für diese Stadt, vor die Türe… aber so haben wir zumindest noch eine kleine aber feine Sightseeingtour unternommen….den Vergleich als „Paris des Nordens“ konnten wir in der Kürze des Besuches nicht stellen…. hätte jedoch bestimmt auch einen ganz anderen Eindruck hinterlassen, wenn das Wetter etwas besser mitgespielt hätte 🙂 …die Stadt hat sich uns als kompakt, freundlich, weltoffen und mit einer einzigartigen, sensationellen Lage gezeigt (diese wird einem erst so richtig bewusst, wenn man sich die Postkarten einmal genauer anschaut :))

Da unser nächstes Ziel die Lofoten sein sollten und es auch keine Autofähre von Trömso dorthin gab, entschieden wir uns noch etwas Strecke zu machen und ein gutes Stück, der ca. 6 Stündigen Strecke, zu fahren. Noch kurz einen leckeren Ruccola/Lachs Wrap für die Fahrt zubereitet und weiter ging es! Erst nach Einbruch der Dunkelheit erreichten wir einen Wildcampingspot, mit rauschendem Fluss, entlang der E6. Noch ein yummy grünes Thai Curry gekocht und wieder nach Polarlichtern Ausschau gehalten… bis jetzt hatten wir leider noch kein richtiges Glück, aber wir sind guter Dinge und haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben…

Tag 145: Yay – nun doch auch Norwegen :))

Wenn man nach dem Aufwachen im Bett seinen Atem sehen kann, weiß man, dass es außerhalb der mega muggeligen, dicken Decke wohl doch etwas kälter sein muss. Und tatsächlich, nur noch 3 Grad Celsius hatten wir in Dorphine, das ist ein neuer Kälte-Rekord im Inneren des Bullis über Nacht 🙂 Dennoch alles nur halb so wild, mit der richtigen Einstellung und Kleidung kommt einem das gar nicht so kalt vor wie es sich anhört 🙂

Da wir das Wetter für die Region checken wollten und unsere beste Chance einen Wifi Spot zu finden in dem mini-Städtchen Hetta sahen, machten wir uns auf den Weg dorthin. Da Sonntag war, waren die meisten Cafés geschlossen und insgesamt hinterließ das Städtchen auch eher einen verlassenen und verschlafenen Eindruck. Im lokalen, alles in einem – Skihotel / Kino / Pizzaria / Museum / Café – wurden wir letztendlich doch noch fündig. Man wie urig! Und ganz schön gut frequentiert von den Einheimischen.

Und tatsächlich, das Wetter sollte in den nächsten Tage in dieser Region stabil bleiben (über 0 Grad) und da die norwegische Grenze nicht mehr weit war, beschlossen wir einen kleinen Ausflug in das Nachbarland zu machen und vielleicht ein/zwei Tage dort zu bleiben…nur 40km später überquerten wir bereits die Norwegische Grenze – yiepieehhh, das ist und wird somit unser unglaublich 14. Land, welches wir bereisen werden!

Die Straße zwischen Masi und Alta, die sich entlang der Flusses Trangdalsvath schlängelt, war das erste landschaftliche Highlight! Wow, was für eine unglaublich tolle Gegend bereits auf den ersten Kilometern…! Und im Gegensatz zu dem eher flachen Finnland, fing es hier ziemlich schnell auch an richtig bergig zu werden. Und was sollen wir sagen, Ja, es war Liebe auf den ersten Blick! Norwegen hat unsere Herzen im Sturm erobert!!!

Als wir Alta und den Altafjord erreichten, gönnten wir uns eine sehr leckere „Pulled Oumph“ Pizza. So genau wissen wir nicht, woraus dieses vegetarische Produkt besteht, wir vermuten zumindest, es könnte aus der asiatischen Jackfruit hergestellt werden…?? wir hatten es bereits in Schweden das erste Mal probiert und waren von dieser Veggie-Fleisch Variante begeistert und freuten uns, es nun auch als Pizzabelag von „Peppes Pizza“ entdeckt zu haben.

Da Twiggy jedoch nicht mit ins Restaurant durfte (da stößt man hier im Norden tatsächlich häufiger drauf), bestellten wir die Pizza „To Go“ und machten es uns auf dem Pier einer naheliegenden, kleinen Marina mit direktem, grandiosem Blick auf das Fjord von Alta im Cockpit gemütlich. Herrlich! Und auch ein sehr schöner Übernachtungssport für diesen ersten Abend in Norwegen 🙂

Tag 144: Ab nach Kilpisjärvi und wieder zurück…

Bei schönem Wetter starteten wir den Tag mit einem sehr wichtigen „To Do“ – Nämlich neue Sticker auf Dorphine und der Top Box anzubringen :)) Mittlerweile zieren schon viele schöne Ländersticker die Dachbox und wir freuen uns weiterhin wie Bolle über jeden neuen der dazu kommt 🙂

Danach ging es auf der Northern Lights Route weiter ging Norden. Alle, die diesen Blog schon etwas länger verfolgen, werden sich vielleicht noch an einen Beitrag aus dem Mai erinnern. Damals standen wir im nördlichsten Teil Schwedens an einem Finnischen Grenzübergang und durften wegen Corona nicht von Schweden einreisen. Stellt sich heraus, wir mussten tatsächlich nur knappe 22,000km, also quasi einmal um die halbe Welt fahren, um wieder genau an diesen Grenzübergang, nun von der Finnischen Seite, zu kommen 🙂

Herrlich wie sich der Kreis dann doch irgendwie schließt. Und wer hätte gedacht, dass dieser Punkt letztendlich doch nicht der nördlichste Punkt unserer Reise sein sollte? Wir ganz sicher nicht! Aber genau dass macht diese Reise ja auch aus, nicht zu wissen, wo es uns noch überall hinführt. Heute sollte es uns weiter gen Norden, nämlich nach Kilpisjärvi, führen. Von hier kann man bei gutem Wetter eine Bootstour nach Schweden unternehmen und dort dann 3km zu dem Landmark, wo Norwegen, Finnland und Schweden zusammentreffen, hiken. Cool 🙂

Die Landschaft in diesem nördlichen Teil Finnlands ist auf seine eigene Weise wunderschön. Zwar schon recht karg, und unbewohnt aber dafür viele Seen und und ein paar Rentiere sind uns auch mal wieder vor Dorphine gelaufen…

Als wir in Kipisjärvi ankamen stoppten wir zunächst an der Touristeninformation um uns näher über die Bootstour zu erkunden. Dort erfuhren wir dann leider, dass sie den ersten Schnee und zudem einen Sturm am Abend erwarteten. Damit stand nicht nur die Bootstour außer Frage, sondern wir beschlossen auch wieder zurück gen Süden zu fahren. Auch wenn Dorphine zu 3/4 eine All-Climate Bereifung (hinten links musste ja in Estland gegen einen Gebrauchten getauscht werden) drauf hat, und ein wenig Schnee sicherlich auch mal ganz cool wäre, wollten wir besser nicht hier oben eingeschneit werden. Leider einen Tag zu spät, that’s Van-Life.

Nach ein paar Stunden Fahrt erreichten wir wieder „wärmere“ Gefilde und Mario entdeckte auch noch einen traumhaften Wildcampingspot an einem tollen See, wo wir es uns gemütlich machten.

Tag 143: Winterurlaubsfeeling in Levi

Levi ist nicht nur das größte und bekannteste Skiresort Finnland’s sondern auch unser heutiges Tagesziel. Auf 531 Meter Höhe liegend und mit 27 Liften ist es eher beschaulich, aber dennoch startet die Ski-Saison hier bereits in ca. 2 Wochen und geht bis in den Juni hinein. Leider hatten wir etwas Pech, denn die Sommerrodelbahn, auf der man mit sage und schreibe 50km/h ins Tal rasen kann, war zu nass und daher ebenfalls nicht befahrbar. Na ja, wir begnügten uns mit den vielen schönen Wanderrouten und erklommen zu Fuß den nächsten Gipfel.

Oben angekommen empfing uns eine Apres Ski Hütte, und hier war die Saison definitiv schon jetzt eröffnet. Leider waren aber auch hier keine Hunde erlaubt und so blieb es bei einem kurzen Outdoor Besuch, bei welchem wir über die Außenlautsprecher nach unserem Befinden mit russisch klingender Après-Ski Musik beschallt wurden… So what, dafür entdeckten wir noch einen riesigen Schneeberg und hatten unseren Spaß diesen zu erklimmen und mehr oder minder freiwillig wieder runterzurutschen 🙂

Levi ist ein klassisches Wintersportörtchen, so wie man es sich vorstellt. Sehr kompakt und mit vielen Restaurants, Souvenirshops und Skiausrüstern. Dazu die bereits etwas winterlichen Temperaturen und das Skiurlaubsfeeling ist beinahe perfekt 🙂 Wir entdeckten noch ein kleines Café und gönnten uns einen leckeren Bagel und ein paar warme Getränke, ehe wir den kleinen Winterurlaubort wieder verließen.

Ein paar Kilometer weiter fanden wir auch wieder einen schönen Wildcampingspot und machten es uns in unserem Esszimmer – Dorphine’s Cockpit :)) – mit einer leckere und na klar selbst zubereiteten Pasta gemütlich…einfach und leggaaa, so mögen wir´s…und wer weiß, vielleicht würden wir ja noch Glück haben und die Polarlichter zu Gesicht bekommen…?!

Tag 141 und 142: Wir wissen jetzt, wo Santa Claus wohnt :))

Wie sich bereits angekündigt, trommelte der Regen auf Dorphine’s Dach als wir am nächsten Morgen aufwachten…also perfekt um mal wieder eine längere Strecke zu fahren! Heute sollte es nämlich von Hailuoto nach Rovaniemi gehen, der Hauptstadt Lapplands. Fun Fact: Die Stadt wurde im Zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört und dann von Stadtplanern in Form eines Rentierkopfes, samt des Geweihs, wieder aufgebaut. Das Stadion der Stadt bildet aus der Vogelperspektive sogar das Auge. Verrückt, was es nicht alles gibt, oder?

Als wir Rovaniemi erreichten, regnete es noch immer in Strömen, da wäre doch ein Heißgetränk, kostenloses Wifi und eine Steckdose jetzt genau das richtige! Jedoch stellte sich heraus, dass diese Combi schwierig zu finden war, da Twiggy in den meisten Cafe’s nicht mit hinein durfte. Letztendlich wurden wir doch noch fündig und erfreuten uns wenig später lokalen Gebäcken samt Kaffeelöffeln in Form eines Rentiergeweihs 🙂

Worauf wir nicht geachtet hatten, waren die Öffnungszeiten und so wurden wir nur 20 Minuten später nett aufgefordert das Cafe zu verlassen und standen erneut im Regen. In einer Shoppingmall konnten wir dann aber nochmal das WiFi anzapfen und den Blog zumindest noch hochladen.

Und die Santa Claus Wishing Bell haben wir bei dieser Gelegenheit auch noch entdeckt – Yiepiehh…Twiggy hat sie auch gleich ausprobiert, und obwohl sie ihren Wunsch, so wie es auch sein soll, für sich behielt, hat dieser sicherlich etwas mit Leckerlies, Kaustangen und vielen mehr 24/7 Van-Time Tagen zu tun 🙂

Auf der Suche nach einem Übernachtungsplatz wurden wir durch die Park4night App zufällig auf einen Deutschen Soldatenfriedhof aufmerksam. Von der Neugierde gepackt, was macht so weit im Norden Finnlands eigentlich ein solcher Friedhof ??, beschlossen wir den kleinen Waldspaziergang dorthin zu unternehmen. Sowieso tat ein wenig Bewegung nach all der Fahrzeit auch ganz gut.

Tatsächlich liegen hier Deutsche Soldaten die im Lapplandkrieg, der zwischen der Deutschen Wehrmacht und Finnland von 1944-1945 geführt wurde, gefallen sind. Nach Kriegsende hat Finnland die im Land verteilten Grabstätten an diesem Ort zusammengeführt und eine Gedenkstätte für die 2530 Toten erbaut. Die Totenhalle, unter deren die sterblichen Überreste beigesetzt wurden, gedenkt jedem einzelnen Gefallenen mit Namen, Geburts- und Sterbedatum auf großen Granittafeln und ist somit ein sehr gedenk- und ehrwürdiger Ort. Eine Großzahl der Gefallenen hatten noch nicht einmal ihr 20. Lebensjahr erreicht, ein Umstand der uns einmal mehr ins Bewusstsein ruft, wie glücklich wir uns schätzen können in dieser heutigen Zeit zu leben und wie viel schreckliches Leid Kriege mit sich bringen…

Nachdem wir zurück bei Dorphine waren, setzten wir unsere Suche nach einem guten Wildcampingspot fort und wurden auch an einem See fündig. Perfekt, um sich am nächsten Morgen mal wieder dem angesammelt, dreckigen Geschirr zu widmen. Mit Twiggy’s tatkräftiger Unterstützung war dieses „To Do“ dann auch schnell erledigt und wir waren bereit unser heutiges Ziel anzufahren.

Santa Claus Village 🙂 Ja genau hier wohnt der Weihnachtsmann und hierhin schicken Millionen von Kindern jedes Jahr ihre Wunschlisten an Santa Claus, den man hier auch besuchen kann. Leider ist auch hier vieles Aufgrund mangelnder Besucherzahlen noch geschlossen, aber wir machten uns dennoch auf Erkundungstour. Der Husky- und Rentierpark war zwar offen, aber um die Tiere eingesperrt zu sehen wollten wir keinen Eintritt zahlen und für die Schlittenfahrten mit eben diesen Zeitgenossen fehlte leider noch der Schnee. So erkundeten wir das Gelände bei nur noch 5° Außentemperatur weiter.

Bei dem großen Angebot an Weihnachtlichen Erlebnissen und der aus Lautsprechern törnender Weihnachtsmusik kommt man schon richtig in Festliche Stimmung, und auch das innere Kind kommt wieder zum Vorschein. Natürlich haben wir es uns auch nicht entgehen lassen Santa Claus einen Besuch abzustatten, und von seinem Elf haben wir erfahren, dass in normalen, „nicht Corona“, Zeiten, jeder 2. Besucher aus Deutschland kommt… wer hätte das gedacht?! Im Giftshop gingen wir dann auch noch auf Entdeckungsreise und hatten einen Heidenspaß. Haach, was für ein schöner (wenn auch touristischer) Ort 🙂

Nachdem wir der Santa Claus Village „Adieu“ gesagt hatten, wollten wir noch ein wenig das mittlerweile wieder schön gewordene Wetter genießen. Dafür fuhren wir die „Devils Churns of Sukulanrakka“ an, hier sind bei der letzten Eiszeit riesige, runde Aushöhlungen im Gestein entstanden…sie Größte misst ca. 8m im Durchmesser und hat eine Tiefe von 15m. Über Leitern, Stock und Fels kletterten wir in in dem Gelände herum und bestaunten nicht nur die großen Löcher, sondern vor allem auch diese sagenhafte schöne Natur. Wow!

Angefixt von dem schönen Wetter, wollten wir noch einen weiteren Hike machen und gaben dafür das Gebiet der „Arctic Cycle Hikes“ ins Navi ein. Nach einer fünfzehn Minütigen Fahrt erlebten wir ein vermutlich typisches „Artic Cycle Problem“ für Ausländer… die Eisstraße über die Google uns navigieren wollte, war aktuell noch nicht wieder befahrbar…herrlich 🙂

Nach einem kleinen Umweg erreichten wir dennoch unser Ziel und starteten in einen abendlichen 4km Hike. Der Weg führte über eine Hängebrücke, durch den Wald und schließlich zu einem Aussichtsturm. Entlang des Weges gab es auch hier wieder Schutzhütten, samt Holz und Feuerstelle, – cool! Ein toller Abschluss zu diesem schönen Tag in Santa Claus’s Hood.

Tag 140: Hi Hailuoto!

Die Sonne schien als wir aufwachten und von dem Sturm, der für den nächsten Tag angekündigt war, war weit und breit noch nichts zu bemerken. Perfekt also um nochmal eine Insel zu entdecken. Hailuoto liegt vor Oulu und ist im Sommer ein beliebtes Ausflugsziel für die Städter. Wohl auch, weil die 25 minütige Fährfahrt kostenlos ist und daher einen Abstecher auf das Inselchen zu einer leichten Übung macht.

Wir hatten leider etwas Pech beim verladen der Autos, da sich genau vor unserer Nase die Schranke schloss und wir nicht nur auf die nächste Fähre, sondern auch die Mittagspause abwarten mussten…das hieß 1,5 Stunden warten…Gut dass, wenn man im Sabbatical ist, so etwas viel entspannter wegsteckt und sowieso, es gibt ja auch immer etwas in unserem fahrenden Haushalt zu tun. Ein Projekt des Tages war beispielsweise das Einkochen einer Cranberry Marmelade aus regionalen Beeren…wir tauften sie dann sogleich „Dorphines VanBerry Marmelade“ :)) So nutzten wir die Wartezeit dafür die Beeren zu waschen und schon mal im Gelierzucker ziehen zu lassen.

Auf Hailuoto angekommen, nahmen wir die einzige Straße (30 km misst diese) der Inseln, um sie einmal vom Fährhafen zur gegenüberliegenden Seite zu überqueren. Denn dort wartet das eigentlich Highlight Hailuotos, ein kleines Fischerdörfchen, samt eines schnuckeligen Leuchtturms und ein paar kleinen Cafes. Die Cafes hatten größtenteils bereits geschlossen und auch sonst war hier kaum noch etwas los. Aber genau das machte es auch aus und so beschlossen wir die Nacht hier zu verbringen und dieses Idylle und diesen Charmanten Fischerhafen ein wenig zu genießen.

Nachdem die Cr(V)anberry Marmelade eingemacht war und wir einen kleinen Snack gegessen hatten, machten wir uns auf die Gegend zu Fuß zu erkunden. Viele der alten, in den Dünen stehenden Fischerhütten wurden liebevoll zu kleinen Feriendomizilen umgebaut und um dieses Idyll perfekt zu machen, legte auch noch das kleine, lokale Fischerboot an, als wir am Hafen entlang spazierten.

Dank unserer neusten Beschäftigung beim Spazieren gehen, dem Geocaching, entdeckten wir noch einen schönen Holzpfad, der sich durch die Bilderbuch Dünenlandschaft schlängelte…dazu noch die untergehende Abendsonne am Horizont – haach wie herrlich…und fast schon ein bisschen kitschig :)) Und für alle die es interessieren sollte, die drei Geocaches konnten wir auch noch erfolgreich loggen 🙂