Tag 145: Yay – nun doch auch Norwegen :))

Wenn man nach dem Aufwachen im Bett seinen Atem sehen kann, weiß man, dass es außerhalb der mega muggeligen, dicken Decke wohl doch etwas kälter sein muss. Und tatsächlich, nur noch 3 Grad Celsius hatten wir in Dorphine, das ist ein neuer Kälte-Rekord im Inneren des Bullis über Nacht 🙂 Dennoch alles nur halb so wild, mit der richtigen Einstellung und Kleidung kommt einem das gar nicht so kalt vor wie es sich anhört 🙂

Da wir das Wetter für die Region checken wollten und unsere beste Chance einen Wifi Spot zu finden in dem mini-Städtchen Hetta sahen, machten wir uns auf den Weg dorthin. Da Sonntag war, waren die meisten Cafés geschlossen und insgesamt hinterließ das Städtchen auch eher einen verlassenen und verschlafenen Eindruck. Im lokalen, alles in einem – Skihotel / Kino / Pizzaria / Museum / Café – wurden wir letztendlich doch noch fündig. Man wie urig! Und ganz schön gut frequentiert von den Einheimischen.

Und tatsächlich, das Wetter sollte in den nächsten Tage in dieser Region stabil bleiben (über 0 Grad) und da die norwegische Grenze nicht mehr weit war, beschlossen wir einen kleinen Ausflug in das Nachbarland zu machen und vielleicht ein/zwei Tage dort zu bleiben…nur 40km später überquerten wir bereits die Norwegische Grenze – yiepieehhh, das ist und wird somit unser unglaublich 14. Land, welches wir bereisen werden!

Die Straße zwischen Masi und Alta, die sich entlang der Flusses Trangdalsvath schlängelt, war das erste landschaftliche Highlight! Wow, was für eine unglaublich tolle Gegend bereits auf den ersten Kilometern…! Und im Gegensatz zu dem eher flachen Finnland, fing es hier ziemlich schnell auch an richtig bergig zu werden. Und was sollen wir sagen, Ja, es war Liebe auf den ersten Blick! Norwegen hat unsere Herzen im Sturm erobert!!!

Als wir Alta und den Altafjord erreichten, gönnten wir uns eine sehr leckere „Pulled Oumph“ Pizza. So genau wissen wir nicht, woraus dieses vegetarische Produkt besteht, wir vermuten zumindest, es könnte aus der asiatischen Jackfruit hergestellt werden…?? wir hatten es bereits in Schweden das erste Mal probiert und waren von dieser Veggie-Fleisch Variante begeistert und freuten uns, es nun auch als Pizzabelag von „Peppes Pizza“ entdeckt zu haben.

Da Twiggy jedoch nicht mit ins Restaurant durfte (da stößt man hier im Norden tatsächlich häufiger drauf), bestellten wir die Pizza „To Go“ und machten es uns auf dem Pier einer naheliegenden, kleinen Marina mit direktem, grandiosem Blick auf das Fjord von Alta im Cockpit gemütlich. Herrlich! Und auch ein sehr schöner Übernachtungssport für diesen ersten Abend in Norwegen 🙂

Tag 144: Ab nach Kilpisjärvi und wieder zurück…

Bei schönem Wetter starteten wir den Tag mit einem sehr wichtigen „To Do“ – Nämlich neue Sticker auf Dorphine und der Top Box anzubringen :)) Mittlerweile zieren schon viele schöne Ländersticker die Dachbox und wir freuen uns weiterhin wie Bolle über jeden neuen der dazu kommt 🙂

Danach ging es auf der Northern Lights Route weiter ging Norden. Alle, die diesen Blog schon etwas länger verfolgen, werden sich vielleicht noch an einen Beitrag aus dem Mai erinnern. Damals standen wir im nördlichsten Teil Schwedens an einem Finnischen Grenzübergang und durften wegen Corona nicht von Schweden einreisen. Stellt sich heraus, wir mussten tatsächlich nur knappe 22,000km, also quasi einmal um die halbe Welt fahren, um wieder genau an diesen Grenzübergang, nun von der Finnischen Seite, zu kommen 🙂

Herrlich wie sich der Kreis dann doch irgendwie schließt. Und wer hätte gedacht, dass dieser Punkt letztendlich doch nicht der nördlichste Punkt unserer Reise sein sollte? Wir ganz sicher nicht! Aber genau dass macht diese Reise ja auch aus, nicht zu wissen, wo es uns noch überall hinführt. Heute sollte es uns weiter gen Norden, nämlich nach Kilpisjärvi, führen. Von hier kann man bei gutem Wetter eine Bootstour nach Schweden unternehmen und dort dann 3km zu dem Landmark, wo Norwegen, Finnland und Schweden zusammentreffen, hiken. Cool 🙂

Die Landschaft in diesem nördlichen Teil Finnlands ist auf seine eigene Weise wunderschön. Zwar schon recht karg, und unbewohnt aber dafür viele Seen und und ein paar Rentiere sind uns auch mal wieder vor Dorphine gelaufen…

Als wir in Kipisjärvi ankamen stoppten wir zunächst an der Touristeninformation um uns näher über die Bootstour zu erkunden. Dort erfuhren wir dann leider, dass sie den ersten Schnee und zudem einen Sturm am Abend erwarteten. Damit stand nicht nur die Bootstour außer Frage, sondern wir beschlossen auch wieder zurück gen Süden zu fahren. Auch wenn Dorphine zu 3/4 eine All-Climate Bereifung (hinten links musste ja in Estland gegen einen Gebrauchten getauscht werden) drauf hat, und ein wenig Schnee sicherlich auch mal ganz cool wäre, wollten wir besser nicht hier oben eingeschneit werden. Leider einen Tag zu spät, that’s Van-Life.

Nach ein paar Stunden Fahrt erreichten wir wieder „wärmere“ Gefilde und Mario entdeckte auch noch einen traumhaften Wildcampingspot an einem tollen See, wo wir es uns gemütlich machten.

Tag 143: Winterurlaubsfeeling in Levi

Levi ist nicht nur das größte und bekannteste Skiresort Finnland’s sondern auch unser heutiges Tagesziel. Auf 531 Meter Höhe liegend und mit 27 Liften ist es eher beschaulich, aber dennoch startet die Ski-Saison hier bereits in ca. 2 Wochen und geht bis in den Juni hinein. Leider hatten wir etwas Pech, denn die Sommerrodelbahn, auf der man mit sage und schreibe 50km/h ins Tal rasen kann, war zu nass und daher ebenfalls nicht befahrbar. Na ja, wir begnügten uns mit den vielen schönen Wanderrouten und erklommen zu Fuß den nächsten Gipfel.

Oben angekommen empfing uns eine Apres Ski Hütte, und hier war die Saison definitiv schon jetzt eröffnet. Leider waren aber auch hier keine Hunde erlaubt und so blieb es bei einem kurzen Outdoor Besuch, bei welchem wir über die Außenlautsprecher nach unserem Befinden mit russisch klingender Après-Ski Musik beschallt wurden… So what, dafür entdeckten wir noch einen riesigen Schneeberg und hatten unseren Spaß diesen zu erklimmen und mehr oder minder freiwillig wieder runterzurutschen 🙂

Levi ist ein klassisches Wintersportörtchen, so wie man es sich vorstellt. Sehr kompakt und mit vielen Restaurants, Souvenirshops und Skiausrüstern. Dazu die bereits etwas winterlichen Temperaturen und das Skiurlaubsfeeling ist beinahe perfekt 🙂 Wir entdeckten noch ein kleines Café und gönnten uns einen leckeren Bagel und ein paar warme Getränke, ehe wir den kleinen Winterurlaubort wieder verließen.

Ein paar Kilometer weiter fanden wir auch wieder einen schönen Wildcampingspot und machten es uns in unserem Esszimmer – Dorphine’s Cockpit :)) – mit einer leckere und na klar selbst zubereiteten Pasta gemütlich…einfach und leggaaa, so mögen wir´s…und wer weiß, vielleicht würden wir ja noch Glück haben und die Polarlichter zu Gesicht bekommen…?!

Tag 141 und 142: Wir wissen jetzt, wo Santa Claus wohnt :))

Wie sich bereits angekündigt, trommelte der Regen auf Dorphine’s Dach als wir am nächsten Morgen aufwachten…also perfekt um mal wieder eine längere Strecke zu fahren! Heute sollte es nämlich von Hailuoto nach Rovaniemi gehen, der Hauptstadt Lapplands. Fun Fact: Die Stadt wurde im Zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört und dann von Stadtplanern in Form eines Rentierkopfes, samt des Geweihs, wieder aufgebaut. Das Stadion der Stadt bildet aus der Vogelperspektive sogar das Auge. Verrückt, was es nicht alles gibt, oder?

Als wir Rovaniemi erreichten, regnete es noch immer in Strömen, da wäre doch ein Heißgetränk, kostenloses Wifi und eine Steckdose jetzt genau das richtige! Jedoch stellte sich heraus, dass diese Combi schwierig zu finden war, da Twiggy in den meisten Cafe’s nicht mit hinein durfte. Letztendlich wurden wir doch noch fündig und erfreuten uns wenig später lokalen Gebäcken samt Kaffeelöffeln in Form eines Rentiergeweihs 🙂

Worauf wir nicht geachtet hatten, waren die Öffnungszeiten und so wurden wir nur 20 Minuten später nett aufgefordert das Cafe zu verlassen und standen erneut im Regen. In einer Shoppingmall konnten wir dann aber nochmal das WiFi anzapfen und den Blog zumindest noch hochladen.

Und die Santa Claus Wishing Bell haben wir bei dieser Gelegenheit auch noch entdeckt – Yiepiehh…Twiggy hat sie auch gleich ausprobiert, und obwohl sie ihren Wunsch, so wie es auch sein soll, für sich behielt, hat dieser sicherlich etwas mit Leckerlies, Kaustangen und vielen mehr 24/7 Van-Time Tagen zu tun 🙂

Auf der Suche nach einem Übernachtungsplatz wurden wir durch die Park4night App zufällig auf einen Deutschen Soldatenfriedhof aufmerksam. Von der Neugierde gepackt, was macht so weit im Norden Finnlands eigentlich ein solcher Friedhof ??, beschlossen wir den kleinen Waldspaziergang dorthin zu unternehmen. Sowieso tat ein wenig Bewegung nach all der Fahrzeit auch ganz gut.

Tatsächlich liegen hier Deutsche Soldaten die im Lapplandkrieg, der zwischen der Deutschen Wehrmacht und Finnland von 1944-1945 geführt wurde, gefallen sind. Nach Kriegsende hat Finnland die im Land verteilten Grabstätten an diesem Ort zusammengeführt und eine Gedenkstätte für die 2530 Toten erbaut. Die Totenhalle, unter deren die sterblichen Überreste beigesetzt wurden, gedenkt jedem einzelnen Gefallenen mit Namen, Geburts- und Sterbedatum auf großen Granittafeln und ist somit ein sehr gedenk- und ehrwürdiger Ort. Eine Großzahl der Gefallenen hatten noch nicht einmal ihr 20. Lebensjahr erreicht, ein Umstand der uns einmal mehr ins Bewusstsein ruft, wie glücklich wir uns schätzen können in dieser heutigen Zeit zu leben und wie viel schreckliches Leid Kriege mit sich bringen…

Nachdem wir zurück bei Dorphine waren, setzten wir unsere Suche nach einem guten Wildcampingspot fort und wurden auch an einem See fündig. Perfekt, um sich am nächsten Morgen mal wieder dem angesammelt, dreckigen Geschirr zu widmen. Mit Twiggy’s tatkräftiger Unterstützung war dieses „To Do“ dann auch schnell erledigt und wir waren bereit unser heutiges Ziel anzufahren.

Santa Claus Village 🙂 Ja genau hier wohnt der Weihnachtsmann und hierhin schicken Millionen von Kindern jedes Jahr ihre Wunschlisten an Santa Claus, den man hier auch besuchen kann. Leider ist auch hier vieles Aufgrund mangelnder Besucherzahlen noch geschlossen, aber wir machten uns dennoch auf Erkundungstour. Der Husky- und Rentierpark war zwar offen, aber um die Tiere eingesperrt zu sehen wollten wir keinen Eintritt zahlen und für die Schlittenfahrten mit eben diesen Zeitgenossen fehlte leider noch der Schnee. So erkundeten wir das Gelände bei nur noch 5° Außentemperatur weiter.

Bei dem großen Angebot an Weihnachtlichen Erlebnissen und der aus Lautsprechern törnender Weihnachtsmusik kommt man schon richtig in Festliche Stimmung, und auch das innere Kind kommt wieder zum Vorschein. Natürlich haben wir es uns auch nicht entgehen lassen Santa Claus einen Besuch abzustatten, und von seinem Elf haben wir erfahren, dass in normalen, „nicht Corona“, Zeiten, jeder 2. Besucher aus Deutschland kommt… wer hätte das gedacht?! Im Giftshop gingen wir dann auch noch auf Entdeckungsreise und hatten einen Heidenspaß. Haach, was für ein schöner (wenn auch touristischer) Ort 🙂

Nachdem wir der Santa Claus Village „Adieu“ gesagt hatten, wollten wir noch ein wenig das mittlerweile wieder schön gewordene Wetter genießen. Dafür fuhren wir die „Devils Churns of Sukulanrakka“ an, hier sind bei der letzten Eiszeit riesige, runde Aushöhlungen im Gestein entstanden…sie Größte misst ca. 8m im Durchmesser und hat eine Tiefe von 15m. Über Leitern, Stock und Fels kletterten wir in in dem Gelände herum und bestaunten nicht nur die großen Löcher, sondern vor allem auch diese sagenhafte schöne Natur. Wow!

Angefixt von dem schönen Wetter, wollten wir noch einen weiteren Hike machen und gaben dafür das Gebiet der „Arctic Cycle Hikes“ ins Navi ein. Nach einer fünfzehn Minütigen Fahrt erlebten wir ein vermutlich typisches „Artic Cycle Problem“ für Ausländer… die Eisstraße über die Google uns navigieren wollte, war aktuell noch nicht wieder befahrbar…herrlich 🙂

Nach einem kleinen Umweg erreichten wir dennoch unser Ziel und starteten in einen abendlichen 4km Hike. Der Weg führte über eine Hängebrücke, durch den Wald und schließlich zu einem Aussichtsturm. Entlang des Weges gab es auch hier wieder Schutzhütten, samt Holz und Feuerstelle, – cool! Ein toller Abschluss zu diesem schönen Tag in Santa Claus’s Hood.

Tag 140: Hi Hailuoto!

Die Sonne schien als wir aufwachten und von dem Sturm, der für den nächsten Tag angekündigt war, war weit und breit noch nichts zu bemerken. Perfekt also um nochmal eine Insel zu entdecken. Hailuoto liegt vor Oulu und ist im Sommer ein beliebtes Ausflugsziel für die Städter. Wohl auch, weil die 25 minütige Fährfahrt kostenlos ist und daher einen Abstecher auf das Inselchen zu einer leichten Übung macht.

Wir hatten leider etwas Pech beim verladen der Autos, da sich genau vor unserer Nase die Schranke schloss und wir nicht nur auf die nächste Fähre, sondern auch die Mittagspause abwarten mussten…das hieß 1,5 Stunden warten…Gut dass, wenn man im Sabbatical ist, so etwas viel entspannter wegsteckt und sowieso, es gibt ja auch immer etwas in unserem fahrenden Haushalt zu tun. Ein Projekt des Tages war beispielsweise das Einkochen einer Cranberry Marmelade aus regionalen Beeren…wir tauften sie dann sogleich „Dorphines VanBerry Marmelade“ :)) So nutzten wir die Wartezeit dafür die Beeren zu waschen und schon mal im Gelierzucker ziehen zu lassen.

Auf Hailuoto angekommen, nahmen wir die einzige Straße (30 km misst diese) der Inseln, um sie einmal vom Fährhafen zur gegenüberliegenden Seite zu überqueren. Denn dort wartet das eigentlich Highlight Hailuotos, ein kleines Fischerdörfchen, samt eines schnuckeligen Leuchtturms und ein paar kleinen Cafes. Die Cafes hatten größtenteils bereits geschlossen und auch sonst war hier kaum noch etwas los. Aber genau das machte es auch aus und so beschlossen wir die Nacht hier zu verbringen und dieses Idylle und diesen Charmanten Fischerhafen ein wenig zu genießen.

Nachdem die Cr(V)anberry Marmelade eingemacht war und wir einen kleinen Snack gegessen hatten, machten wir uns auf die Gegend zu Fuß zu erkunden. Viele der alten, in den Dünen stehenden Fischerhütten wurden liebevoll zu kleinen Feriendomizilen umgebaut und um dieses Idyll perfekt zu machen, legte auch noch das kleine, lokale Fischerboot an, als wir am Hafen entlang spazierten.

Dank unserer neusten Beschäftigung beim Spazieren gehen, dem Geocaching, entdeckten wir noch einen schönen Holzpfad, der sich durch die Bilderbuch Dünenlandschaft schlängelte…dazu noch die untergehende Abendsonne am Horizont – haach wie herrlich…und fast schon ein bisschen kitschig :)) Und für alle die es interessieren sollte, die drei Geocaches konnten wir auch noch erfolgreich loggen 🙂

Tag 139: Zum Pfannkuchen Essen in Oulu

Nach einer letzten Etappe erreichten wir schließlich Oulu, welche nicht nur die nördlichste Großstadt der EU ist, sondern auch wunderschön am Bottnischen Meerbusen liegt. Oulu beheimatet auch den zweit häufigsten frequentierten Flughafen Finnlands und für viele touristische Highlights wie Schlittenhundfahren, die Polarlichter oder auch das Eis Hotel würde man hierher fliegen.

Das Zentrum der Stadt verteilt sich auf mehrere kleine Inseln, was für einen sehr schönen und entspannten maritimen Flair sorgt. Und wisst ihr wofür Oulu mitunter auch berühmt ist? Hier finden jedes Jahr die Luftgitarren-Weltmeisterschaften statt….yay! …hätten wir uns sehr gerne einmal angeschaut das Spektakel, hat nur leider schon im August stattgefunden…vielleicht ja im nächsten Jahr dann…Sina übt zumindest bereits fleißig – stay tuned :()

Dorphine auf einer der zentrumsnahen Inseln geparkt, machten wir diesmal zu Fuß auf (der Blaue Blitz leidet noch immer unter akutem Blattfuss), die Stadt zu erkunden. Was schon nach wenigen Metern auffällt, sind die mega geil ausgebauten Fahrrad- als auch Fußgängerwege, und auch sonst hinterlässt Oulu einen sehr modernen, und durchaus strukturierten Eindruck auf uns… es scheint zumindest, als hätten die Städteplaner sich hier mal richtig schön austoben können.

Aber natürlich gibt es nicht nur moderne Bauten, um den zentralen Marktplatz als auch entlang des Piers stehen noch viele, sehr schöne ursprüngliche Holzhütten, die heute vorwiegend Cafe’s und Restaurants beherbergen. Wenn der Markt im vollen Gange ist, soll hier auch richtig Trubel sein… leider waren wir nicht zur rechten Zeit Vorort, jedoch auch so ruhig war der Platz schön anzuschauen.

Dank des Lonely Planet Reiseführer den wir auf Englisch erstehen konnten, hatten wir von einem ganz besonderem Pfannkuchen-Restaurant erfahren. Nach einigem Suchen fanden wir es ein wenig versteckt auf der Rückseite einer der historischen Holzhütten, schon mal ein gutes Zeichen 🙂 Das besondere an diesem Pfannkuchenhaus ist, dass die Pancakes in Gusseisernen Pfannen im Ofen gebraten werden, statt wie gewöhnlich auf der Herdplatte. Es gab eine große Auswahl an süßen als auch deftigen Varianten, und ja, auch das Rentier ist hier oben im Norden mittlerweile wieder fester Bestandteil der Speisekarten. Wir entschieden uns jedoch für zwei herzhafte, vegetarische Varianten. Die nette Bedienung (könnte sogar die Besitzerin gewesen sein) war ganz entzückt von Twiggy, die sogleich auch mit Kaustange und mehrere Leckerlies verwöhnt wurde. Als dann noch die sehr leckeren Pfannkuchen kamen, waren wir alle drei mit der Auswahl des Restaurants sehr zufrieden und schlemmten unseren Leckereien.

Dank der Bedienung und einem anderen Gast bekamen wir auch noch eine Nachhilfestunde in Sachen finnische Bräuche. Wir wunderten uns bereits seit ein paar Tagen, warum so viele Jugendliche in Overalls mit aufgenähten Patches herumliefen, zumeist in Gruppen, mit unterschiedlichen Overall Farben. Die Antwort überraschte uns dann doch ein wenig, sehr viele Universitätsstudenten tragen diese zu Parties und Veranstaltungen. Und da gerade erst das Semester begonnen hatte, und viele Events der Studenten stattfanden, sah man doch recht viele damit rumlaufen – witzig! Die Patches müssen sie sich entweder mit Challenges verdienen, oder aber sie können welche kaufen. Lustige Geschichte, und wie die nette Dame vom Nachbartisch richtig sagte, damit ist das Outfit Problem auf allen Feiern während der Studienzeit gelöst 🙂 Vielleicht entdeckt ihr auf dem unteren Foto ja die Overalls:

Nach dem Essen spazierten wir noch ein wenig über die verschiedenen Inseln von Oulu und genossen dabei die Abendsonne und das Ambiente. Echt eine schöne und, zumindest im Sommer oder wie wir sie gerade besuchen auch im Spätherbst, sehr lebenswerte Stadt.

Als Wildcampingspot suchten wir uns eine kleine Marina unweit des Zentrums, aber mit direktem Blick auf Oulu, heraus. Haach, was für ein schönes und ruhiges Plätzchen wir doch mal wieder gefunden haben 🙂

Tag 137 und 138: Auf geht’s nun doch gen Westen…

Das Wetter, als auch die Vorhersage, für den Osten Finnlands war dann nicht so wie wir es uns erhofft hatten… Kalter, böiger Nord/Ost-Wind und viel Regen haben uns dann doch recht schnell umorientieren lassen… puuh, zum Glück ist man so flexibel, wenn man mit dem Camper reist. Denn nun hieß, anstelle des ursprünglich geplanten östlichsten Ort Europas (direkt an der Russischen Grenze) einen Besuch abzustatten, dass wir dem schöneren Wetter als auch der besseren Vorhersage in Richtung der finnischen Westküste entgegenfahren werden. Und so sind wir in den letzten 2 Tagen einmal quer durch Finnland gecruist. Ein paar Impressionen und Highlights dieser Fahrtage haben wir hier mal für euch gesammelt.

Auf dem Weg von Imatra nach Jyväskylä, machten wir an einem der zahlreichen Seen Finnlands eine kleine Vespas. Der Ausblick war fantastisch und die Pasta vom Vorabend machte sich auch kalt spitze als Nudelsalat 🙂

Apropos Essen, wir sind beim Frühstück auf etwas warmes umgestiegen, Oatmeal mit Himbeeren und Banane, anstelle des Joghurts mit Müsli und Früchten. Zum Einen mal eine gute Abwechslung und zum Anderen auch perfekt für die mittlerweile kälteren Regionen in denen wir uns nun wieder bewegen ☺️

An den Nachmittagen haben wir uns wieder ein leckeres Heißgetränk in einem Café gegönnt und dabei das free Wifi und den Strom angezapft (Tony, unsere Musikmaschine, musste mal wieder durchgeladen werden und ein paar Netflix Downloads nach landet Zeit mal wieder…u.a. „Der Prinz von Bellair“ 🙂 ). Gegönnt trifft hierbei den Nagel auf den Kopf, denn wir staunen noch immer über die doch ziemlich hohen Preise hier in Finnland. Für einen Chai Latte und einen Flat White ist man um die 10€ los. Ein kleines Sandwich? – 6,90€. Eieiei. Dagegen sind die Preise für Immobilien eher verhältnismäßig niedrig, muss man nicht verstehen…

Übernachtet haben wir 2 Nächte auf Parkplätzen direkt an Seen gelegen, denn davon gibt es in Zentral Finnland ja zahlreiche 🙂 Wirklich schöne Gegend in dieser Region auch , nur schade, dass das Wetter nicht so richtig mitspielen wollte, ansonsten hätten wir diese sicher auch gerne noch etwas intensiver erkundet…und zudem sind tatsächlich in dieser Jahreszeit auch nur noch recht wenig Lokale, Restaurants geöffnet…ist vermutlich doch etwas besser, wenn man dieser Region einen Besuch im Sommer oder spätestens Spätsommer abstattet.

Tag 136: Auf geht’s gen Osten!

Als ersten kleinen Zwischenstopp an diesem Tag fuhren wir das kleine Fischerdörfchen Gumbostrand an. Dieses liegt östlich von Helsinki, in der dortigen Schärenlandschaft, und ist der Inbegriff von Schnuckelig. Kleine rote Holzhäuschen, ein muckeliger Hafen und die kleinen vorgelagerten Inseln in Sichtweite. Das winzige Hafencafe, ein paar wenige Einheimische davor sitzend, gemütlich bei einem Kaffee die Tageszeitung lesend, rundeten das Bild vollends ab. Echt ein hübsches, idyllisches und friedfertiges Fleckchen Erde, und für uns der perfekte Ort, um einen großen Napf Müsli zum Frühstück zu verdrücken.

Die Ähnlichkeit zu den Schären in Schweden kann man na klar nicht verleugnen, und so fühlten wir uns sofort ein wenig dorthin zurück versetzt :). Auch die mittlerweile niedrigeren Temperaturen, zur Zeit so um die 12-14 Grad, lassen an unsere Anfangszeit in Schweden erinnern und so schließt sich diesbezüglich bereits ein wenig der Kreis unseres Roadtrips 🙂

Das kleine Städtchen Porvoo lag dann als nächstes auf unserer Route und dieses ist auch einen Stopp wert, wenn man von der südlichen Küste in Richtung Osten unterwegs ist. Der kleine Altstadtkern gehört zu der Kategorie sehr „heimelig“, und hat uns wirklich gut gefallen. Mit den alten, gute erhaltenen Holzhäuschen, den ursprünglichen Steingassen und den kleinen und liebevoll geführten Lädchen und Cafe’s, ganz bezaubernd.

Nachdem wir uns auch noch im restlichen Porvoo ein wenig umschauten, auf dem kleinen Markt ein halbes Kilo Cranberries kauften (was wir damit vorhaben, wird erst später verraten…) und uns die Zeit noch etwas im Espresso House vertrieben, steuerten wir einen Wildcampingspot an. Kurz vor dem Ziel entdeckten wir jedoch noch einen Campingplatz. Wir witterten unsere Chance einer warmen Dusche und fuhren auf das Gelände. Ein Empfangskomitee von etwa 10 bereits älteren Damen und Herren, dem Augenschein nach ein paar Dauercamper und die Betreiber des Platzes, stand vor dem Clubhaus beieinander und verfolgte unser Eintreffen sehr aufmerksam. Nachdem wir noch im Bulli sitzend, aus dem Fenster der Fahrerseite heraus, unser Anliegen vorbrachten, ob es möglich sei gegen eine Gebühr duschen zu können, musste sich der Ältestenrat zunächst einmal besprechen, denn wortwörtlich „so eine Anfrage hatte es hier bis dato noch nie gegeben“. Nach einer kurzer intensiven, konspirativen Sitzung dann das Angebot: 15€ und wir dürften kurz die Duschen benutzen… Uijuijui…Das war definitiv mal ne Ansage… jetzt beriet sich Team Dorphine kurz…befand schlussendlich dass es doch schon etwas überteuert war. Der Versuch noch einmal nach zu verhandeln, war auch nicht von Erfolg gekrönt, und so entschieden wir uns, ungeduscht an unseren Spot einmal ums Eck zu fahren…das Ganze war dennoch ein auf deine Weise sehr amüsantes Zusammentreffen und hatte durchaus eine herrliche situationsbedingte Komik.

Dafür war der Wildcampingspot mal wieder ein Träumchen 🙂 Während Mario das angesammelten Geschirr spülte, begann Sina die erste eigene Shashoukaa in den eigens dafür gekauften Töpfen zu kochen. Teamwork at its best 😀

Die tolle Umgebung, gepaart mit dem leckeren Essen, einem Gläschen Rotwein und einem Bilderbuch Sonnenuntergang – die schönsten Momente sind doch einfach unbezahlbar! Haach…wie schön kann das Leben doch sein!

Tag 135: Alle guten Dinge sind…13!

Tzzz…da stellte sich doch glatt heraus, dass die Müllabfuhr im Creativity Lab jeden Morgen kommt 😆 Die zweite Nacht auf unserem hippen urbanen Übernachtungsspot war eine Herausforderung an unseren Schlaf, keine Frage. Neben der Müllabfuhr die uns wie schon den Tag zuvor wieder um 6 Uhr aus dem Schlaf holte, probte zudem eine Band bis in die frühen Morgenstunde in den genau gegenüberliegendem Gebäude…und immer wieder das Schlagzeug…heijeijei, aber auch sonst war dieses Mal ein recht reges Kommen und Gehen auf dem Parkplatz. Wer urban übernachtet, muss auch das mal in kauf nehmen. Und das positive daran? Man hat richtig was vom Tag…Halleluljah ☺️

Noch ein letztes Frühstück auf estnischem Boden und dann ging’s zum Fährterminal, denn aller Guten Dinge sind ja bekanntlich 13…oder wie war das gleich noch?…egal, jedenfalls wird Finnland diesen Platz nun auf unserer Liste der bereisten Länder einnehmen – wow, so viele Länder zu bereisen, das hätten wir uns zu Beginn unserer Reise auch nicht ausmalen können:) Mit einer prima Panorama-Aussicht und leichtem schaukeln erreichten wir gut zwei Stunden später Helsinki.

Für diejenigen unter euch die sich in letzter Zeit mit dem Website des Auswärtigen Amtes auseinander gesetzt haben und sich jetzt denken, dass wir sicherlich Probleme bei der Einreise gehabt haben, da Finnland zur Zeit die Einreise für Deutsche doch nur aus dringenden, nicht touristischen Zwecken erlaubt, liegt falsch. Genau, aus Deutschland kommend wäre eine Einreise zur Zeit nicht möglich gewesen, aber da wir die Baltischen Länder bereits lange bereisen und diese als „sicher“ gelten, konnten wir ohne jegliche Checks über Tallinn einreisen. Und noch ein interessanter Corona Fakt, wie auch schon in Lettland und Estland, gibt es auch keine Maskenpflicht (außer für die Statuen am Zentralbahnhof 🙂 ) in Finnland – wir genießen diesen Umstand noch ein wenig 🙂

Kaum auf finnischen Gebiet angekommen, stellten wir Dorphine ab und sattelten die Klappräder um Helsinki zu erkunden. Die Stadt ist zwar merklich größer als Tallinn, hat einen sehr maritimen Flair… nicht wirklich ein Wunder bei dem ganzen Wasser drum herum… und hat uns auf Anhieb sehr gut gefallen. Wo wir jedoch ordentlich schlucken mussten, waren die doch ziemlich hohen Preise. Für eine recht simple Pho (vietnamesische Suppe) Tofu wollten die doch glatt 16 Euro haben… holla die Waldfee. Das fanden wir dann doch ein bisschen zu happig und genossen stattdessen einen ordentlichen Happen in einem einfachen, aber sehr authentischen, Asia Imbiss…mit Vor,-Haupt- und Nachspeise 12 €…einfach, lecker und günstig :))

Als wir aus dem Imbiss kamen dann die böse Überraschung, der Blaue Blitz hatte schon wieder einen platten Reifen, jetzt jedoch der Hintere. Diesmal konnte man bei genauerem betrachten auch bereits den Riss im Mantel deutlich erkennen…da ist wohl die Zeit reif für einen Neuen…na ja, passiert, sind halt auch schon richtig alt… Aber so kamen wir erneut zu einem ungeplanten, aber sehr schönen Verdauungsspaziergang.

Zurück bei Dorphine fuhren wir in das Industriegebiet rund um den Hafen von Helsinki und fanden dort einen coolen Wildcampingspot oberhalb eines Umschlagplatzes. Hat richtig Spaß gemacht dem Treiben unter uns noch ein wenig zuzuschauen, und überraschenderweise war es in der Nacht absolut ruhig und wir schliefen wunderbar.

Tag 133 und 134: Tallinn die Zweite…Termin bei den „Rude Rats“

Ja, ihr habt richtig gelesen, wir sind wieder zurück in Estlands Hauptstadt. Nach einer gut zweistündigen Fahrt erreichten wir das alternative kreativ Viertel Telliskivi gegen Mittag. Da das Wetter jedoch nicht so sehr zum draußen sein einlud, suchten wir uns zunächst eine gemütliche Gastro mit spitzen WiFi Empfang und verbrachten ein paar Stunden mit leckeren Snacks, Heißgetränken und unserem „Project Van Dorphine“.

Als Übernachtungsspot diente dann der große Parkplatz mitten im Creativity Lab. Zwar weckte uns um sechs Uhr morgens die Müllabfuhr, aber davon mal abgesehen, haben wir super geschlafen und zudem waren wir auch zeitig in der Koje. Wann campt man schon mal in solch einer Umgebung, zwischen alten Fabrikgebäuden stehend, inmitten bunter Graffiti? Wir fanden es richtig toll 😊

Und das praktische an einem solchen Übernachtungsspot ist natürlich, dass man am nächsten Morgen mitten im Geschehen aufwacht und ein muckeliges Frühstückscafe nicht weit entfernt ist. Das Angebot nutzten wir natürlich auch gleich, gönnten uns ein leckeres Oatmeal Frühstück, yummy Heißgetränken und Toilette inkl. 🙂 – na wenn das nicht schon mal ein prima Start in den Tag gewesen ist?!

Und ein ganz besonderer Grund unseres erneuten Tallinn Besuches war zudem… (Trommelwirbel) Mario hatte nach über 5 Monaten „on the road“ um 12 Uhr seinen ersten Besuch in einem wirklich Sau coolen Barber Shop (wenn nicht sogar der Ultimative auf diesem Planeten) nämlich bei den „Rude Rats“, mitten im Creativity Lab. Jetzt fragt ihr euch sicher…über 5 Monate ohne Haare- und Bart schneiden…da hätte man zwischenzeitlich doch annähe wie Tom Hanks in Casteway aussehen müssen? Tatsächlich haben wir uns bis dato gegenseitig die Haare geschnitten und Marios Bart gestutzt 🙂 Die „Rude Rats“ haben hier ein wahres Männerparadies geschaffen und ihren Laden mit viel Liebe zum Detail eingerichtet… Rock’n’Roll at it‘s best! Aleksi, Mario’s Barber, war auch ein mega netter, entspannter und aufgeschlossener Kerl. Und mit unserer Heimatstadt Hamburg hatte man sogleich ein Thema, war er mitunter schon dort zu Besuch und hat sogar ein Spiel bei St. Pauli miterlebt🤘🏼Nach einer knappen Stunde war dann der Bart gestutzt und wieder in Form gebracht, sowie Schadensbegrenzung am noch verbleibendem Haupthaar vollzogen 😆…Mario hätte gern auch noch etwas länger im Männerparadies gespielt…aber dann war die Zeit gekommen, sich langsam zu verabschieden von den „Rude Rats“

Das Wetter noch immer regnerisch, verschlug es uns erneut nach drinnen an unser VanDorphine Project. An was arbeiten die denn eigentlich ständig?…der Blog schreibt sich doch sonst auch nebenbei, die Frage stellt sich sicherlich der ein oder andere von euch…Stay tuned 😉

Mit ein paar heißen Getränken und einem sehr leckeren Schoko-Kürbis-Salz-Karamell Brownie (ist nicht alleine die Bezeichnung schon ein Träumchen?) gestärkt, verging der Nachmittag wie im Fluge, und als schließlich der größere Hunger kam, wechselten wir in ein Restaurant mit indischen Speisen direkt ums Eck um. Ja, das ist schon ein ziemlich hartes Leben, das wir zur Zeit führen 😆