Tag 156: Volle Fahrt voraus auf Trondheim!

Mit der Ocean Road im Rücken sollte unser nächstes Etappenziel Trondheim werden. Aber wie immer war natürlich der Weg das Ziel und so machten wir wieder ein paar Stopps entlang der Route. Der Erste führte uns nach Namsos und, laut eines namenhaften Reiseführers auf einen „easy“ Hike, auf den 114m hohen Bjorumsklumpen. Über das „leicht“ kann man durchaus diskutieren…wir kamen wegen des relativ steilen Aufstiegs zwar schon etwas aus der Puste, hatten ansonsten jedoch keine größeren Schwierigkeiten, über die teilweise doch recht großzügig angelegten „Stufen“ aus Naturstein zu klettern. Leute die jedoch nicht mehr so gut zu Fuß sind oder schon zur älteren Generation gehören, sollten unserer Meinung nach vielleicht besser doch den Weg entlang der Straße wählen.

Oben angekommen, hatten wir eine spitzen Aussicht auf Namsos und den dahinterliegenden Fjord. Hallelujah, was hatten wir doch mal wieder Glück mit dem Wetter! Eine brandneue, super moderne Aussichtsplattform samt Fernglass waren auch noch zugänglich und so checkten wir erst einmal wie es Dorphine unten auf dem Parkplatz so erging – allem Anschein nach gut 🙂

Und weiter ging es auf der „Route 17“, die größtenteils entlang vieler Felder und Äcker führt und damit für norwegische Verhältnisse fast schon etwas langweilig daherkommt…kann durchaus auch sein, dass wir mittlerweile landschaftlich einen etwas hohen Anspruch haben😌 Wir machten noch einen kurzen Stopp in Stiklestad, wo im Jahre 1030 eine große Schlacht gefochten wurde, in der einer der Hauptprotagonisten, Namens Sankt Olav, zwar fiel, dadurch aber dennoch der Grundstein mitunter durch den Einzug des Christentums, für das moderne, heutige Norwegen gelegt wurde. Das freizugängliche Gelände war perfekt angelegt um sich die Beine etwas zu vertreten und ein wenig über die norwegische Geschichte zu erfahren.

Kurz vor Trondheim machten wir dann noch einen kurzen Stopp in „Hell“. Ja, so heißt dieser kleine Vorort tatsächlich 🙂 Fun Fact, der Trondheimer Flughafen ist hier ebenfalls anzufinden, jedoch hatte sich die lokale Regierung letztendlich dagegen entschieden, den Flughafen „Hell International Airport“ zu nennen, schade eigentlich wie wir finden. Ein kurzes Foto am Bahnhof Hell musste natürlich sein…wann macht man schon mal einen kurzen Zwischenstopp in Hell 🙂

Kaum im Stadtgebiet von Trondheim angekommen, machten wir auch schon den nächsten Halt. Diesmal zog es uns, man mag es kaum glauben, zu Ikea! Wie lange hatten wir darauf gewartet…dafür, dass Schweden das direkte Nachbarland ist, sind Filialen des Möbelhauses in Finnland und Norwegen super spärlich gesät. Nun war es endlich soweit und wir shoppten sogleich die lang ersehnte, neue Fußmatte… kurze Hintergrundgeschichte dazu…unsere vorherige Fußmatte (wichtig , wegen Dreck und bei Nässe 🙂 ) für den hinteren Bereich musste nach einem kleinen Kaffee Unfall in Finnland entsorgt werden…und Yay, günstige Schokolade und Kaffee gab es auch noch obendrein!

Da zwischenzeitlich die Dämmerung doch schon langsam anfing, beschlossen wir die Stadtbesichtigung auf den nächsten Tag zu legen, und machten uns stattdessen in ein nahegelegenes, relativ hoch gelegenes Naturschutzgebiet von Trondheim auf. Oben angekommen, fanden wir einen guten Spot zum Parken für die Nacht und beobachteten von unser komfortablen Sitzposition aus, noch ein bisschen das noch immer muntere Treiben vor Ort. Man, was für ein sportliches und aktives Völkchen die Norweger doch sind! Obwohl recht weit oben und auch ab vom Schuss, kamen bis spät in den Abend hinein Leute zum Laufen, Radfahren oder Skilanglauf (die Sommeredition mit Rollen) – Respekt!

Tag 155: Die Fährprofis „on Tour“ :)

Und auch dieser Tag begann ein weiteres Mal damit, auf eine Fähre zu warten. Diesmal betrug die Wartezeit satte zwei Stunden…Genügend Zeit also um gemütlich zu frühstücken und den Reiskocher im kleinen Aufenthaltsraum des Hafens anzuschließen…hehe, Not macht erfinderisch, wenn man so lange nicht an 220V Landstrom angeschlossen war 😁…Und Ja, wer diese Route nimmt, muss vor allem in der Nebensaison damit rechnen, etwas länger auf die nächste Fähre zu warten, aber definitiv lohnt es sich und etwas Entschleunigung hat ja auch noch niemandem geschadet 🙂 Übrigens wissen wir bis dato nicht was uns der Spaß mit den ganzen Fähren eigentlich kostet. Beim befahren der Fähren wird das Nummernschild erfasst und spätestens nach sechs Monate soll dann die Rechnung ins Hause flattern….das selbe gilt auch für die Mautpflichtigen Strecken…uijuijui…da sind wir aber mal richtig gespannt, was da im Nachhinein noch auf uns zukommen wird.

Die darauffolgende zweite Fähre wartete bereits auf uns als wir an den Fähranleger kamen, so das wir direkt rauffahren konnten, dass war uns bis dato ja noch nie passiert 🙂 Und auch bei der dritten von Vennesund nach Holm hielt sich die Wartezeit mit einer halben Stunde absolut in Grenzen. Die gesamte Kystriksveien ist eine tolle Route, aber wir empfanden das darauffolgende Stück nochmal als extra schön. Vielleicht lag es auch an der tollen Abendsonne, die alles in einem wunderschönen Licht erstrahlen lies, aber dieser Abschnitt hat es uns definitiv angetan.

Am Straßenrand entdeckten wir dann auch noch zwei Elche – Yay – zum ersten Mal seit Schweden! Allerdings erwiesen sich diese zwei Exemplare als genauso Kamerascheu wie bereits ihre Artgenossen im Nachbarland und nahmen Reiß Aus als Mario versuchte für ein Foto näher heran zu kommen.

An einem See mit einer wunderschönen Aussicht fanden wir schließlich unseren Wildcampingspot für die Nacht. Gut’s Nächtle allesamt und träumt etwas Schönes 🙂

Tag 154: Ein Tag mit ein paar Fährfahrten

Wenn man die Kystriksveien Route nimmt, gehören viele Fährfahrten dazu und so startete dieser Tag für uns mit genau einer solchen. In nur 10 Minuten ging es von Forøy nach Ågskardet. Von dort aus sind es dann nur 28 Kilometer Fahrt bis zur nächsten Fähre, jedoch fährt diese erst 4 Stunden später. Genügend Zeit also, um sich das kleine Dörfchen Jektvik mal genauer anzuschauen. Hier hat sich der lokale Kindergarten etwas ganz besonderes für die warteten Besucher einfallen lassen…nämlich einen kleinen Hike entlang aller Sehenswürdigkeiten des kleinen Dörfchens. Da Jektvik eigentlich keine so richtigen Highlights aufzuweisen hat, geht die Wanderung beispielsweise auch beim Physiotherapeuten samt kleinen Fitnessstudio vorbei. Auf jeden Fall eine tolle und niedliche Idee um die Zeit ein wenig zu überbrücken.

Überraschenderweise war das einzige Cafe im Ort sogar geöffnet. Von einer gutgelaunten Brasilianerin geführt, war es auch gar nicht dass, was man diesem verschlafenen Ort vermutet hätte. Leider durften wir auch hier nicht mit Twiggy hinein und so verbrachten wir die restliche Wartezeit im Bulli mit einem kleinen Snack und dem editieren von ein paar unserer Videos…huuiii, da ist bereits eine ganze Menge Filmmaterial zusammengekommen…

Dann ging es auf die Fähre, auf der man vom freundlichen Kapitän höchstpersönlich eingewiesen wurde. Oha, hier macht der Chef das wohl noch persönlich, dachten wir schmunzelt, aber schnell wurde klar wieso. Niemand anderes wollte und sollte wohl die Verantwortung für das Beladen übernehmen, denn es durfte kein Zentimeter verschenkt werden, damit alle wartenden PKW’s und LKW’s mit kamen. Und wir meinen wirklich keinen Zentimeter. Dorphine bereits mit eingeklappten Spiegeln (wobei der Kapitän den auf der Beifahrerseite selbst einklappte 🙃) auf 3 Zentimeter an die Außenwand geparkt, manövrierte der Kapitän einen großen LKW bis auf wenige Zentimeter auf der Fahrerseite an Dorphine heran. Aussteigen war nun unmöglich…dabei heißt es eigentlich, dass man bei einem geschlossenen Autodeck gar nicht im Auto bleiben darf…Optimierungswahn ging hier vor Sicherheit…uns war’s recht, wir holten das iPad und den „Prince of Bel Air“ heraus und genossen die einstündige Überfahrt.

Richtig spannend wurde es dann aber erst als es darum ging wieder von der Fähre zu fahren. Erneut übernahm der Kapitän das Kommando und winkte den LKW Millimeter genau aus dem Rumpf der Fähre. Als es nicht mehr vor uns zurück ging, kroch er kurzerhand selbst unter dem LKW hindurch um sich die Lage genauer anzuschauen und erneut den Außenspiegel eines anderen Autos einzuklappen. Und obwohl der 40 Tonner ungelogen nur wenige Millimeter an Dorphine mit seinem ausscherenden Heck vorbei schwenkte, machten der Fahrer und der Kapitän einen super Job und alle kamen ohne Schrammen und Dellen davon. Eieiei, ganz schön aufregend so eine Fährfahrt.

Und das war nicht die letzte Fähre des Tages, eine ging noch 🙂 Diese war aber sehr viel langweiliger und auch kürzer. Als wir uns Sandnessjoen nährten, war es bereits dunkel und wir fuhren einen spitzen Platz direkt unter der großen Fjord Brücke vor der Stadt an. Noch nie war das Schlafen unter einer Brücke so bequem und cool 🙂

Tag 153: Kystriksveien – die Küstenroute

Unser erstes Ziel an diesem Tag war der Salstraumen, oder auch der Salzstrom. Er ist der stärkste Gezeitenstrom der Welt und erreicht eine Geschwindigkeit von bis zu 40km/h wenn er durch die 150m breite Passage gedrückt wird. Sage und schreibe 400 Millionen Kubikmeter Wasser werden bei jedem Tidengang bewegt und sorgen damit für ein tolles Naturschauspiel. Leider waren wir fünf Minuten zu spät dran und verpassten so das Spektakel, dafür fanden wir aber einen kleinen Campingplatz an dem wir für 5€/Person Duschen konnten, ein Schnapper für Norwegische Verhältnisse.

Auf dem Campingplatz hatten wir auch mal wieder kostenloses Wifi und nutzten dieses um unsere weitere Route zu planen. Wir beschlossen anstelle der Autobahn den Kystriksveien zu fahren, da diese angeblich eine der spektakulärsten Küstenstraßen Europas sein soll. Das hörte sich doch mal wieder genau nach unserem Geschmack an 🙂

Kaum auf dem Kystriksveien machten wir auch schon unseren ersten Stopp. Im kleinen Fischerdörfchen Storvik machten wir Halt um gemütlich in der Sonne zu Brunchen. Haach… was kann das Leben doch schön sein!

Danach ging es weiter durch einen 8km langen Tunnel. Für Norwegische Verhältnisse ist das natürlich noch gar nichts, schließlich befinden sich die längsten Straßentunnel der Welt in diesem Land, aber auf unserer bisherigen Reise war dieser definitiv bist dato der längste.

Auf einem Rastplatz machten wir kurz halt und entdeckten am Gegenüberliegenden Ufer durch Zufall die Zunge eines Gletschers. Das ist ja mal richtig cool!

Zwar war auch hier die Touristeninformation bereits für die Saison geschlossen, aber auf einem der Aushänge entdeckte Mario eine Straße über die man näher an den Gletscher heran zu kommen schien. Natürlich mussten wir die sogleich einmal checken. Also ging es zurück durch den 8km langen Tunnel und dann abseits der Hauptstraße weiter.

Und Wow – was für eine tolle Strecke uns dort erwartete! Die Straße wurde als sogenannte Arbeitsstraße hinauf zum Gipfel gebaut und auf Schildern wurde darauf hingewiesen, dass diese Strecke nur auf eigene Gefahr genutzt wird. Genau unser Ding also 🙂 Es ging bergauf und plötzlich erwartete uns am Ende der Straße der dunkle Schlund eines Tunnels. Und mit Dunkel meinen wir Dunkel, denn ohne jegliche Beleuchtung ging es in dem unverkleideten Tunnel auf einer einspurigen Straße, welche in einem erbärmlichen Zustand war, steil nach oben. Dorphine schnaufte sich im 1. Gang den Weg durch die Dunkelheit den Berg hinauf…und dann auf der am Ende des Tunnels, erwartete uns eine beeindruckende Berglandschaft. Doch so richtig lange Zeit zum Bestaunen hatten wir nicht wirklich, denn ein zweiter Tunnel erwartete uns bereits. Dieser war zwar ebenfalls unbeleuchtet, dafür aber kürzer und auch nicht mehr so steil. Als wir herauskamen fanden wir uns auf der trockenen Seite einer riesigen Staumauer wieder. Krass! So etwas hatten wir beide bis dato auch noch nie von so nah und in echt gesehen, ganz schon beeindruckendes Bauwerk, muss man ja sagen. Oben auf ca. 650m angekommen, befand sich ein kleiner Parkplatz, wo überraschenderweise noch weitere Autos standen. Dorphine geparkt, begannen wir die Gegend ein wenig zu Fuß zu erkunden. Tatsächlich ist das Gebiet ein sehr beliebtes Wandergebiet und so machten wir uns spontan auch auf einen kleinen Hike durch diese grandiose Berglandschaft auf…

Zurück bei Dorphine angekommen, beschlossen wir der Straße noch das letzte kleine Stück weiter zu folgen und gelangten so auf den Gipfel mit direktem Blick auf den Stausee. Und siehe da, auch hier parkten bereits einige Autos von Wanderern und es gab sogar eine kleine, toll ausgestattete Schutzhütte samt Strom. Wir waren komplett fasziniert von diesem Ort und es war sofort klar, dass dies unser Spot für die Nacht werden sollte. Obwohl wir bereits an so vielen unbeschreiblich tollen Plätzen auf unserer Reise übernachtet hatten, war dieser auf jeden Fall ein weiterer der Kategorie „etwas ganz besonderes“!

Wir waren auch der festen Überzeugung, dass wir an diesem perfekten Ort auch wieder Polarlichter sehen würden. Der Himmel war beinahe Wolkenfrei, die Intensität laut Vorhersage auch gar nicht so schlecht und es fing eigentlich auch ganz gut an… doch dann kam der ziemlich beeindruckende Vollmond zum Vorschein. Zwar war dieser in seiner vollen Pracht ohne Frage auch wunderschön anzusehen, machte damit jedoch die Chance für uns ein weiteres mal die Nordlichter zu sehen zu bekommen ziemlich schwierig….Zumindest konnten wir anfänglich ziemlich schwach ein paar Aktivitäten wahrnehmen, jedoch blieb uns, trotz dessen wir bis kurz vor Mitternacht ausharrten, dieses Naturschauspiel ein weiteres Mal verwehrt. Aber umso glücklicher können wir uns schätzen, bereits in den Genuss der Lichter gekommen zu sein.

Tag 152: Auf Wiedersehen ihr sensationellen Lofoten Islands!

Genau wie die Nacht, war auch der Morgen eher auf der schattigen Seite, aber wenn man den Tag mit einem tollen Hike startet, wird die Temperatur schnell nur noch zur Nebensache. Und genau das taten wir, denn von dem Parkplatz aus konnte man einen schönen Wanderweg entlang der Küste machen und zudem wurden wir auch noch mit einer wirklich fantastischen Aussicht belohnt. So dürfte jeder Morgen gern starten 🙂

Nach dem tollen Start in den Tag rief dann aber mal wieder die Pflicht…das Geschirr wollte mal wieder gespült werde… Dank des warmen Wassers und einem Outdoor Spülbecken, welches nebst Toiletten zu dem bezahlten Parkplatz gehörte, war dieses flux’s erledigt und wir waren quasi frisch durchgespült wieder bereit unsere Tour fortzusetzen.

Gemütlich cruisten wir erneut in den Süden der Lofoten zu dem kleinen Fährterminal in Moskenes. Von hier sollte uns die Fähre in 3,5 Stunden zurück aufs Festland nach Bodø bringen. Wir waren schon sehr gespannt auf das Verladen, da Sina bei der Buchung einen kleinen Fehler gemacht hatte…sie hatte unwissentlich den nur 1/2 so teuren „EL Vehicle“ Tarif gebucht, anstatt das normale „Vehicle“. Erst eine Tag später kam Mario der Gedanke, dass das „EL“ mit Sicherheit für Elektro stehen würde…und da passte Dorphine mit ihrem alten Dieselnagler na klar mal so richtig gut rein 😆 Nü denn, gebucht ist gebucht und wir wollten es einfach mal drauf ankommen lassen ob Dorphine tatsächlich doch als E-Auto durchgehen würde…Na, was meint ihr wohl?

Yay…unglaublich, aber wir sind tatsächlich so auf die Fähre gekommen. Ohne weiter auf das Ticket zu schauen, scannte der Fährenmitarbeiter unser e-Ticket und lies uns ohne jeglichen Kommentar oder sonstige Regung auf die Fähre fahren. Herrlich! So sparten wir glatte 60€ und haben uns mega darüber gefreut…da wird sich doch zurück in der Heimat gleich mal ein e-Kennzeichen geholt :)) Nur leider wehrte unsere Freude nur kurz, denn kaum ausgestiegen erfuhren wir, dass Hunde auf Deck nicht gestattet sind und während der Fahrt im Auto bleiben mussten. Wir hatten extra die Website vor der Buchung dahingehend gecheckt und das war dort nirgends vermerkt gewesen…Twiggy 3,5 Stunden alleine im Auto unter Deck zu lassen war eigentlich keine Alternative für uns, und hätten wir das gewusst, wären wir auch die Strecke (auf dem Landweg bis nach Bodø ca. 1200km) zurückgefahren, anstelle die Fähre zu nehmen. Unsere Wiederrede traf jedoch auf taube Ohren und der Angestellte blieb dabei, Twiggy müsse im Auto bleiben. Nachdem alle Passagiere an Deck waren, nahm Sina einen erneuten Anlauf…und tatsächlich, sie schaffe es dem Mitarbeiter zumindest einen Kompromiss abzuringen… Twiggy durfte mit an Deck, solange wir mit ihr draußen blieben und kein anderer sollte sie zu sehen bekommen… uijuijuijui…So verbrachten wir Drei tatsächlich die 3,5 stündige Überfahrt auf dem Außendeck, zwar etwas fröstelnd, aber allesamt glücklich.

Schlussendlich in Bodø angekommen, fuhren wir auch gleich weiter auf einen Wildcampingspot etwas außerhalb der Stadt, jedoch mit tollen Blick auf dessen Skyline. Und kaum hatten wir das Abendessen verdrückt, erschienen tatsächlich die ersten Polarlichterstreifen am Himmel…19:30 Uhr – Wow – das mal früh und dafür schon relativ viel Aktivität!? Das würde bestimmt ein spitzen Polarlichter Abend werden…Eine Stunde später ging es dann tatsächlich auch richtig los…und diesmal haben wir nicht „nur“ die grünen Streifen gesehen, sondern grün violette changierend, die so richtig am Himmel tanzten. Was für ein unglaubliches, sensationelles und atemberaubendes Naturschauspiel! Fotos können dieses Phänomen absolut nicht so wiedergeben, wie wenn man es mit den eigenen Augen sieht… auch wenn wir bei dem Lichtspiel mit dem Farbwechsel zu geflasht waren um etwas anderes zu machen, so haben wir an diesem Abend zumindest noch ein paar Versuche unternommen, um ein paar Eindrücke für euch einzufangen.

Tag 151: Lofoten Love

Der erste Stopp dieses Tages führte uns in das winzige Dorf Flakstad. Es besteht aus ca. 6-8 Häusern, einer Kirche samt Friedhof und einem tollen, populären Surfstrand, nebst einer modernen, ortsansässigen Surfschule. Zu unserer Überraschung war diese auch, trotz des eher unbeständigen Wetters, ziemlich gut besucht und viele Surfschüler versuchten in dem doch eher frischen Europäischen Nordmeer Wellen ihr Surfer-Glück. Mit dem richtigen Klamotten bestimmt auch gut machbar, dennoch Hut ab!

Nachdem wir auf dem Parkplatz gemütlich gefrühstückt hatten (was ein geiler Regenbogen 😍 oder?), machten wir uns zu einem kleinen Spaziergang auf. An der Surfschule vorbei, gingen wir entlang des Friedhofes zu der kleinen Kirche. Die laut unserem Reiseführer eine der schönsten der Lofoten sein soll. Können wir jetzt so nicht beurteilen, war zudem auch abgeschlossen, aber für einen kleinen Morning Walk war sie definitiv ein schönes Ziel in einer tollen Landschaft.

Zurück bei Dorphine ging es weiter und unser nächster Stopp führte uns nach Glasshytta. Hier hat eine bekannte Glasbläserei ihr Zuhause, welche nicht nur von Generation zu Generation weitergeführt wird und wurde, sondern auch seine Gäste einlädt den Glasbläsern bei ihrer Arbeit zuzuschauen. Auch wir taten dies eine Weile durch ein Fenster und waren von dem Handwerk begeistert.

Da das Wetter am Vortag so schlecht gewesen war und wir Reine überhaupt nicht richtig genießen konnten, beschlossen wir noch einmal dorthin zurückzukehren, um dieses nachzuholen. Und das lohnte sich auf jeden Fall! Hier kann man wunderbar ein wenig umherstreifen und sich schön treiben lassen. Auch nach Walen hielten wir diesmal intensiver Ausschau, hatten aber leider wieder kein Glück. Na ja, was nicht ist, kann ja noch kommen….Zum Abschluss kehrten wir ein weiteres Mal in das kleine Café ein und gönnten uns zwei weitere Stücke von der leckeren Kuchenauswahl…uuund wieder yummyyy!

Das Wetter klarte mittlerweile immer mehr auf und laut (Polarlicht)Vorhersage , sollten die Polarlichter ebenfalls recht intensiv werden. Wir waren ein bisschen aufgeregt…es sollte für diese Zwecke also der perfekte Übernachtungsspot gefunden werden, damit wir tatsächlich mal in die Faszination dieses Naturschauspiels kämen. Dank eines anderen Blogs erfuhren wir von einem Parkplatz in dem Örtchen Uttakleiv, welcher auf den Lofoten ein ziemlich perfekter Ort dafür sein sollte…dieser war jedoch in Privatbesitz und erhob verständlicherweise Parkgebühren…aber mal ganz ehrlich, für diese atemberaubende Aussicht, mit der Chance auf Polarlichter, haben wir wirklich sehr gerne bezahlt.

Wir vertrieben uns die Zeit bis zum Sonnenuntergang damit, die Drohne mal wieder steigen zu lassen und den Strand ein wenig zu erkunden. Mal wieder ein WOW – was für ein mega schönes Plätzchen an dem wir hier gelandet waren! Und umso später es wurde, desto mehr klarte der Himmel tatsächlich auch auf…die Spannung stieg…werden wir heute die Polarlichter endlich einmal richtig sehen können??

Wir machten es uns im Cockpit von Dorphine gemütlich und so begann das Warten auf Nacht und die Polarlichter… Uiuiui, da hatten wir uns aber eine ganz schön kalte Nacht ausgesucht. Aber mit der dicken Decke war schnell Abhilfe geschaffen und wir harrten weiter der Dinge die da kommen mochten. Und tatsächlich, um 22 Uhr rum entdeckten wir dann den ersten Streifen der grünen Lichter aus Nordwesten kommend…so spannend!!! Schön warm eingemummelt ging es hinaus in die kühle Nacht. Und tatsächlich wurden die Lichter von Minute zu Minute stärker. Dank der Hilfe vom Profi (vielen Dank nochmals Marco!), gelang es uns sogar mit einer extra heruntergeladen Foto-App für Langzeitbelichtung und der richtigen ISO Einstellung die Lichter mit dem Handy zu fotografieren….WOOOW!!! Was für ein unglaublich faszinierendes und tolles Naturschauspiel, das nur leider auch nicht von allzu langer Dauer war. Nach etwa einer halben Stunde war der atemberaubende Zauber vorbei und wir schlenderten ein wenig am Strand entlang, während wir hofften, ob es eventuell noch eine Fortsetzung geben würde. Doch bis auf das Sina einen nicht wirklich so kleinen Stein übersah und sich der Nase nach langmachte, gab es auch kurz nach 22:30 Uhr keine Spuren von weiteren Aktivitäten… und so beschlossen wir uns, selig und dankbar die Nordlichter einmal live gesehen zu haben, langsam Bettfertig zu machen…das war sooo schön 🤩

Tag 150: Echtes Lofoten Wetter mit guter Laune

Das gute Wetter vom Vortag bereits wieder passé, nun hatte ein Mix aus wechselnden Sturm und Regen die Lofoten fest im Griff. Nichts desto trotz machten wir uns auf den Weg zur Südspitze der Inselgruppe, um dort dem kleinen Fischerdörfchen Å einen Besuch abzustatten.

Auf dem Weg dorthin passierten wir wieder einige niedliche Dörfer, wie beispielsweise Sakrisøy. Das Fischerdorf liegt auf einer der vielen kleinen Inseln und ist durch einspurigen Brücken mit seinen Nachbarn verbunden. Wie an so vielen Ecken auf den Lofoten mutet auch diese Szenerie fast schon ein wenig kitschig an…man beachte bitte trotz Regen und keiner Sonne die Farbe des Wassers…das geht ja mal gar nicht 😅…oder wie seht ihr das?

Als wir Å erreichten, stürmte es und schüttete wie aus Eimern und so beschlossen wir erst einmal im Bulli abzuwarten, bis sich das Gröbste gelegt hatte. Å hat heute um die 100 Einwohner und lebt mittlerweile anstelle des Fischfangs vorwiegend vom Tourismus. Sicherlich hat der ein oder andere von euch auch schon einmal die Fischerhütten von Å zu sehen bekommen, diese zieren viele Postkarten und sind (wie auch für uns) ein immer sehr gern genommenes Fotomotiv der Lofoten. Wir freuten uns jedoch auch besonders auf die kleine ortsansässige Bäckerei, die noch immer in einem Ofen von 1844 ihre originalen Zimtschnecken bäckt. Dazu noch ein schönes Heissgetränk… hach, wenn das nicht genau das Richtige bei diesem Wetter inkl. des Panoramas ist, was dann?! Als der Regenguss etwas nachließ, nahmen wie die Mission Zimtschnecke in Angriff. Die Bäckerei konnten wir nicht entdecken, aber ein kleiner Supermarkt / Souveniershop hatte geöffnet und dort erkundigten wir uns nach dem Weg. Ihr könnt es euch vermutlich schon denken (und wir hatten bereits auch schon so eine Vorahnung), in einem 100 Seelen Dorf, dass ausschließlich vom Tourismus lebt, hat die kleine Bäckerei außerhalb der Saison leider nicht mehr geöffnet…Och Menno, schade! Aber so ist das halt, wenn man wie wir solche Orte außerhalb der Saison bereist…jepp, hat alles so seine Vor- und Nachteile…und der ganz, ganz , ganz (das kann man gar nicht oft genug wiederholen 🙃) große Vorteil war und ist (und der wiegt das Alles auch viel mehr auf), dass wir das Dorf mal wieder für uns alleine hatten und in aller Ruhe das berühmte Foto schießen konnten… und selbst der Regen hörte kurz dafür auf.

Da der Hunger auf etwas Süßes dennoch nicht verflogen war, beschlossen wir in das nächste größere Dorf, Reine, zu fahren und dort unser Glück zu versuchen. Das Wetter lud so oder so nicht dazu ein draußen großartig aktiv zu sein und vielleicht würden wir dort ja ein nettes Café finden?! Reine ist für Lofoten Verhältnisse schon fast eine Großstadt😉 und wie wir zudem hörten auch ein guter Spot um evtl. Wale zu sehen.

Wale haben wir leider keine gesehen, dafür aber ein sehr schnuckeliges kleines Café direkt am Hafen entdeckt…mit wirklich unsagbar leckerem, selbstgemachten Kuchen und free Wifi. Nur leider durfte Twiggy auch hier wieder nicht mit reinkommen…und wir haben mal nachgefragt, tatsächlich sind Hunde in Norwegen eigentlich nicht in Cafés, Restaurants oder ähnlichem gestattet, wenn dann gibt es meist auf der Terrasse extra eingerichtet Plätze dafür. Nü denn, so musste Twiggy im Auto Wache schieben, dazu gab’s zum Zeitvertreib noch eine yummy Kaustange, während wir ein Stück leckeren Rhabarber-Käsekuchen und Schoko-Erdnuss Kuchen im schnuckeligen Café mit einem Heißgetränk genossen.

Als Wildcampingspot suchten wir uns einen Parkplatz direkt an einer Verbindungsbrücke gelegen, auf einer anderen, kleinen Insel, heraus. Auch wenn der Regen zwischenzeitlich etwas nachließ, hatten wir nicht allzu große Hoffnung bei dieser Wetterlage in den Genuss von Polarlichtern (trotz eigentlich ganz gut vorhergesagter Intensität) zu kommen. So mussten wir uns zumindest nicht um einen möglichst guten Spot für diesen Zweck kümmern. Und am Abend regnete es sich dann doch auch wieder ein… was es in Dorphine jedoch mal wieder umso gemütlicher machte.

Tag 149: Die kleinen Lofoten und das große Geschäft mit getrocknetem Fisch

Die sprichwörtliche „Ruhe nach dem Sturm“ begrüßte uns, als wir am nächsten Morgen wieder aus Dorphine herauskrochen. Nicht mal ein laues Lüftchen war noch übriggeblieben, die See spiegelglatt und die dicken fetten grauen Wolken waren einem auch beinahe blauen Himmel gewichen. Perfekt um die Inselgruppe der Lofoten weiter zu erkunden.

Die E10 ist die Verbindungsstraße zwischen den Inseln, doch wie so oft liegen die schönsten Orte abseits der Hauptverkehrsstraßen und so nahmen wir an diesem Morgen die weniger befahrene RV815. Und – Wow – wie sich dieser Mehrweg doch gelohnt hat! Links der Straße säumte ein Fjord nach dem anderen die Route, dazu die beeindruckenden Berge im Hintergrund und die gelb-rötlichen Herbstfärbung der Bäume am Ufer dazu…meegaaa hübsch Alles :))

Eine kurze Strecke dann wieder auf der E10, dann fuhren wir jedoch auch schon wieder ab. Diesmal ging es in das kleine und tüchtige Fischerdörfchen Nusfjord. Dass die Norweger eine Fischfang Nation sind ist ja bekannt, aber wusstet ihr, dass eine beliebte Spezialität und großes Exportgut im Wind getrockneter Kabeljau ist? Wir bis dato nicht, aber auf den Lofoten wimmelt es nur so von Holzkonstruktionen, an denen der „Cod“ im Frühjahr zum Trocknen aufgehängt wird. Durch die salzige Seeluft wird der Fisch nicht nur haltbar, sondern bekommt auch einen besonderen Geschmack. Nusfjord ist eines der Fjorde-Dörfer das viele Jahrhunderte von dem Fischfang gelebt hat (und auch noch immer betreibt), welches sich dennoch auch heute noch den Charme eines ursprünglichen Fischerdorfes erhalten konnte. Dadurch ist es zu einem wahren Touristenmagnet geworden und wird im Sommer sogar von Bussen sowie Kreuzfahrtschiffen angefahren… Kaum zu glauben, wenn man wie wir im Herbst hierher kommt und außer uns keine Menschenseele antrifft. Die geschäftstüchtigen Einwohner Nusfjords bitten die Besuchermassen in der Saison mittlerweile zur Kasse, 15€ kostet es in der Saison, sich in dem Dorf umzuschauen. Doch auch da hatten wir wieder großes Glück, denn das fällt ab Mitte September weg. Das schnuckelige Museum, samt seines Vorführraums mit einen Kurzfilm über den Fischerei auf den Lofoten, war aber trotzdem geöffnet und so konnten wir auch noch ein wenig über den Werdegang vom Fang bis hin zumzum Stockfisch des Kabeljaus dazu lernen.

Einen kleinen aber feinen Hike haben wir dann dort am Fjord auch noch gemacht. Hinter dem Dörfchen geht es über die Felsen bis hinaus zur offenen See. Zwar sahen wir nicht wie erhofft Orcas, aber der Blick war es definitiv auch so Wert, diesen Weg gemacht zu haben.

Das nächste Ziel auf der Strecke gen Südspitze der Lofoten war das Dörfchen Ramberg. Dieses ist bekannt für seinen weißen Sandstrand mitsamt des Kristall blauen Wassers, welches ein wenig an die Strände in der Karibik erinnert. Schon etwas surreal, dass man im Polarkreis auf solch einen Strand trifft! Im Sommer ist dies bestimmt auch ein sehr beliebter Touristenspot, doch auch hier waren wir beinahe die einzigen Menschen am Strand.

Nach dem Strandspaziergang wollten wir uns in einem kleinen Cafe aufwärmen. Wie leider schon des häufigeren in Norwegen erlebt, waren auch hier keine Hunde gestattet und so musste Twiggy seit langem mal wieder im Auto auf uns warten. Wir finden es etwas schade, dass dieses sonst so moderne und fortschrittliche Land in dieser Hinsicht eines der striktesten auf unserer Reise ist…nur gut dass sich die kleine Pupsi in Dorphine auch sehr geborgen und wohl fühlt 🙂

Nachdem das free wifi Angebot ausgenutzt und die Heißgetränke verhaftet war, machten wir uns auf die Suche nach einem schönen Wildcampingspot für den Abend. Da das Wetter mittlerweile wieder schlechter wurde, wollten wir uns einen muckeligen Abend im Bulli machen. An einem einsamen Fjord wurden wir schlussendlich auch fündig und starteten noch einen längeren, unterhaltsamen Spieleabend mit Scrabble, Backgammon und Kniffel…

Tag 148: Stürmisch begrüßt von den Lofoten

Auf dem Weg in Richtung der Lofoten entdeckten wir durch Zufall ein „Norwegian Outlet“ am Straßenrand und machten es spontan zu unserem ersten Stopp des Tages. Schon länger hatten wir zuerst die Schweden, dann die Finnen und nun auch noch die Norweger in ihren All-Wetter Outdoor Hosen, die in diesen Ländern tatsächlich zum Outfit schlicht weg dazu gehört, beneidet. Tatsächlich wurden wir in dem Outlet ebenfalls fündig – yay! Jetzt kann uns auch schlechtes Wetter nichts mehr bei Spaziergängen ausmachen.

Mit neuen Outfits und gut gelaunt nahmen wir weiter Kurs auf die Lofoten, mussten jedoch nur wenige Kilometer später erneut anhalten – Polizeikontrolle! Bereits einige passiert, war diese jedoch die aller Erste, in der wir seit Anbeginn unseres Road Trips auch herausgewunken wurden…das wurde aber auch so langsam mal Zeit 🙂 Ein nett lächelnder, aufgeschlossener und noch sehr junger Polizist begrüßte uns mit den Worten, „dies ist eine routinemäßige Kontrolle“ und dass er den Führerschein gern einmal sehen wolle…und pusten durfte Mario dann auch noch…0,00%, und als der freundliche Jungpolizist sich eigentlich schon wieder verabschieden wollte, kam sein älterer, erfahrener Kollege und fragte nach der Beleuchtung. Mit den Worten, „he always likes to check the lights“ entschuldigte der junge Polizist sich bei uns und während sein Kollege einmal um Dorphine herumging und sich versicherte, dass alle Lichter auch vorschriftsmäßig funktionierten, fragte er uns, ob’s denn weiter auf die Lofoten ginge und das es dort richtig schön sei…nachdem er uns noch viel Spaß und eine gute Weiterfahrt wünschte, machten wir uns wieder vom Acker. Und obwohl es ein ungewollter und kurzweiliger Stopp war, so wird uns der junge Bursche in Uniform mit seiner freundlichen Art und dem netten Lächeln bestimmt noch lange in Erinnerung bleiben.

Als wir schlussendlich die Lofoten erreichten, war anfangs das Wetter noch recht gut, schlug dann aber binnen kurzer Zeit um. Aus dem Sonne-Wolke Mix wurde zuerst ein starker Sturm, dem dann Regenschauern folgten. Bei Windstärke 11 fühlte es sich auf den Küstenstraßen teilweise so an, als wenn Dorphine gegen eine Wand fahren würde. So einen krassen Wind hatten wir auf dieser Reise definitiv noch nicht erlebt. Auf den sonst so ruhigen Fjorden tobten hohe Wellen mit wegwehenden Schaumkronen, und nicht nur wir hielten an um Fotos zu machen, selbst die Norweger stoppten in den Nothaltebuchten um dem Naturschauspiel zu beobachten. Allem Anschein nach scheint ein Sturm dieses Ausmaßes auch für die Einheimischen nicht an der Tagesordnung zu sein, und wir hatten das Glück, genau zu dieser Zeit hier zu sein – Hammer! Beim Versuch ein paar Schnappschüsse zu machen, fegte es sogar Mario’s, eigentlich ziemlich festsitzende, Wollmütze vom Kopf…aber keine Sorge, sie blieb glücklicherweise an einem Pfeiler hängen und konnte erfolgreich geborgen werden.

Wir suchten uns das kleine Küstenörtchen Henningsvaer als Übernachtungsziel aus und mussten ein paar Brücken und Dämme überqueren um dorthin zu gelangen. Auf einem der Dämme wurde Dorphine seitlich von einer überschwappenden Welle getroffen und wir waren komplett in unserem Element. Norwegen, du bist wahrlich ne coole Socke! Henningsvaer war das perfekte kleine Dörfchen um diesen Sturm zu erleben, am südlichsten Zipfel der Insel Austvagoya gelegen war es praktisch im Auge des Sturms. Wir stellten Dorphine ab und machten uns in unseren neuen Outdoorhosen sowie unseren „Derbe“ Regenmänteln auf, die Gegend zu erkunden. Im kleinen Hafen trafen wir auf einen älteren Herren, der versuchte das Boot seines Sohnes vor Sturmschäden zu schützen. Der Sohn selbst konnte Henningsvaer nicht mehr erreichen, da mittlerweile einige der Brücken gesperrt wurden. Der Herr selbst nicht dort lebend, jedoch häufig dort zu Besuch, hatte so einen Sturm zuletzt an Heiligabend 1970 erlebt…Baaam…und wir waren hier – mega! An der Kaimauer traten ebenfalls meterhohe Wellen über und wir erfreuten uns weiterhin an diesem faszinierenden Naturschauspiel. Lange Rede… ein kleiner Videozusammenschnitt bringt die Atmosphäre viel besser rüber:

Nach einer guten Stunde waren wir gut durchgepustet und teilgeduscht zurück bei Dorphine, suchten uns noch schnell auf einem naheliegenden Parkplatz eine bestmöglich und windgeschützte Parkposition und genossen die Reste unseres Thai Curry’s vom Vortag.

Tag 146 und 147: …entlang des „Arctic Highways“??

Eine der schwierigsten Entscheidungen im Van-Life Sabbatical? Wo fahren wir denn nun als nächstes hin…? Diese Frage war für uns an diesem Morgen von besonders entscheidender Bedeutung, als wir am Fjord von Alta aufwachten. Eine Überlegung war, ob es uns noch weiter gen Nord/Osten führen sollte, um dann dort eventuell doch noch zum legendären Nordkap zu kommen und dann zurück über Finnlands Westküste mit ihrer Schärenlandschaft wieder südwärts zu fahren? Oder sollte es weiter gen Westen gehen? Richtung der Lofoten und dann durch Norwegen langsam zurück gen Heimat? Gar keine so einfache Entscheidung, denn beide Routen haben bestimmt ihren ganz eigenen Reiz und sind sicherlich auf ihre Weise auch wunderschön. Letztendlich entschlossen wir uns in den nächsten Wochen doch auch noch Norwegen zu bereisen. Zum Einen, weil wir von der atemberaubenden Natur bereits jetzt unglaublich beeindruckt waren und Lust auf mehr hatten und zum Anderen, weil die Route uns so auch nicht wieder zurück durch die Baltischen Länder führen würde, die wir ja zwischenzeitlich schon recht intensiv bereist hatten.

Von Alta aus (von dort sind es im übrigen nur noch ca. 220km zum Nordkap) machten wir uns also auf der E6, dem sogenannten „Arctic Highway“, auf gen Süden. Die Route führt durch Norwegens faszinierende Landschaft und immer wieder entlang der Ufer wunderschöner Fjorde. Zwar hat es auf dieser Etappe zum größten Teil sehr viel geregnet, aber wir waren einhellig der Meinung, dass es so schön im Sturm und Regen definitiv noch nie gewesen ist :))

Neben ein paar kleinen, hölzernen Fischhäuschen fanden wir einen prima Wildcampingspot direkt am Ufer eines Fjords gelegen. Und seit langem hatten wir sogar mal wieder einen Gleichgesinnten mit T3 als Nachbarn, welcher bereits dort parkte; der Hannes, aus der Nähe von Stuttgart mit seinem weißen Bulli 🙂 Mal angeklopft, „Hallo“ gesagt und noch kurz nen Schnack gehalten…ein ziemlich netter, entspannter Typ, allein auf Reisen – Cool! Das regnerische Wetter, welches sich so langsam aber sicher zu einem Sturm entwickelte, zeigte dann in der Nacht was es so drauf hatte und rüttelte Dorphine ziemlich heftig durch. Auch der Fjord trat über sein Ufer, hielt aber glücklicherweise 1-2 Meter vor Dorphine inne, sodass sie keine nassen Füße (neben dem Regen) bekam.

Am nächsten Tag ging es weiter nach Tromsö, dem angeblichen Paris des Nordens (…so steht‘s zumindest häufig geschrieben). Leider hatte es sich mittlerweile so richtig dolle eingeregnet, weswegen wir es uns vorerst einmal in einem Café gemütlich machten. Ach, und übrigens können wir nun auch nachvollziehen, warum Norwegen zurecht auch ein eher kostspieliges Reiseland ist…nur ein kleines Beispiel: Für zwei Chai Latte haben wir Sage und Schreibe 12€ abdrücken müssen…Uijuijuiii… aber dafür saßen wir schön warm und trocken, hatten „free Wifi“ und nutzten die Zeit mal wieder etwas am Blog zu schreiben.

Nachdem der schlimmste Regen vorbei war, wagten wir uns doch noch einmal, wenn auch insgesamt eigentlich viel zu wenig Zeit für diese Stadt, vor die Türe… aber so haben wir zumindest noch eine kleine aber feine Sightseeingtour unternommen….den Vergleich als „Paris des Nordens“ konnten wir in der Kürze des Besuches nicht stellen…. hätte jedoch bestimmt auch einen ganz anderen Eindruck hinterlassen, wenn das Wetter etwas besser mitgespielt hätte 🙂 …die Stadt hat sich uns als kompakt, freundlich, weltoffen und mit einer einzigartigen, sensationellen Lage gezeigt (diese wird einem erst so richtig bewusst, wenn man sich die Postkarten einmal genauer anschaut :))

Da unser nächstes Ziel die Lofoten sein sollten und es auch keine Autofähre von Trömso dorthin gab, entschieden wir uns noch etwas Strecke zu machen und ein gutes Stück, der ca. 6 Stündigen Strecke, zu fahren. Noch kurz einen leckeren Ruccola/Lachs Wrap für die Fahrt zubereitet und weiter ging es! Erst nach Einbruch der Dunkelheit erreichten wir einen Wildcampingspot, mit rauschendem Fluss, entlang der E6. Noch ein yummy grünes Thai Curry gekocht und wieder nach Polarlichtern Ausschau gehalten… bis jetzt hatten wir leider noch kein richtiges Glück, aber wir sind guter Dinge und haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben…