Tag 160: Oh ha – Angeln mitten im Geiranger Fjord?!

Eigentlich war der Plan die Ausflugsfähre zu nehmen, um den wohl imposantesten Fjord Norwegens einmal von der Wasserseite zu sehen…doch wie das ja gern mal so ist, kam es dann doch ganz anders…Wir sahen ein Motorboot am Steg des Campingplatzes liegen und fragten uns, ob das nicht evtl. zu mieten sei, damit wir eine eigene kleine Spritztour auf dem Fjord machen könnten? Denn viel teurer als die 90 Euro, welches die Sightseeing Bootstour uns kosten sollte, würde das sicherlich auch nicht sein. Von der netten Campingplatzbetreiberin erfuhren wir, dass das Motorboot nicht zur Vermietung bereit stand, wir uns aber gerne kostenlos eines der zwei Ruderboote nehmen könnten, welche zum Platz gehörten. Das war doch mal nen richtig tolles Angebot! Freudestrahlend beschlossen wir, den Fjord auf eigene Faust zu erkunden.

Wie schon so häufig wenn wir auf dieser Reise auf dem Wasser unterwegs waren, begann es auch dieses Mal zu regnen, während wir alles vorbereiteten…das is doch zumindest mal eine Konstante 🙂 Aber dank unserer Regenfester Kleidung sollte uns das nicht mehr von unserem Vorhaben, einmal diesen Fjord mit dem Ruderboot befahren zu haben, abhalten. Noch schnell ein paar Sandwiches zusammengebastelt, die Angeln startklar gemacht, und schon stachen wir in See.

Nachdem wir ein Stück herausgerudert waren, warfen wir auch schon die Ruten aus. So mitten im Fjord musste doch mal etwas größeres beißen…so zumindest unsere vielleicht etwas naive Annahme. Und tatsächlich, auch wenn’s nicht wirklich schnell ging, so hatte Mario schlussendlich doch einen Biss! Man, was waren wir gespannt…doch nichts großes, eine Makrele hatte ein weiteres Mal angebissen. Da auch dieser Haken leider wieder ungünstig saß, haben wir sie dann lieber schnell erlöst. Nur von einer Makrele satt werden? Nee, eher nicht, und so war der Ehrgeiz gepackt, noch einen weiteren Fisch an den Haken zu bekommen… jedoch leider ohne Erfolg…vier Stunden nachdem wir in See gestochen waren, ruderten wir wieder gemächlich und noch im angelnd zurück zum Liegeplatz. Und wie so häufig, im Nachhinein ist man klüger…der Fjord hat eine Tiefe von bis zu 260m! und eignet sich daher vermutlich auch eher nur bedingt oder mehr an Ufernähe zum Angeln…aber wer kann schon von sich behaupten einmal mit dem Ruderboot im Geiranger Fjord (und außer uns war niemand auf dem Wasser) geangelt zu haben…? Wir Ja! Und ein landschaftlich sensationelles Erlebnis, welches uns in Erinnerung bleiben wird, war es allemal :))

Da viele Touristen die Strömungen und den Wind unterschätzten und es mit dem Ruderboot nicht zurückschafften, musste wir am Campingplatz angeben, wann wir planten zurück zu sein. Im Falle eines Falles würde dann das Personal des Platzes mit dem Motorboot rausfahren und die unglücklichen Ruderer zurück schleppen. Wir waren aber on time zurück 🙂

Während sich Sina der Makrele annahm und diese ausnahm, startete Mario noch einmal die Drohne und machte ein paar Aufnahmen dieses wirklich großartig gelegen Platzes. Wusstet ihr, dass Geiranger voraussichtlich eines Tages von einem Tsunami zerstört wird? Ein immer größer werdender Riss im Steinmassiv wird vermutlich einen so massiven Felssturz auslösen, dass etwa 54 Millionen Kubikmeter Gestein in Bewegung gesetzt werden…dieses Szenario bedroht das kleine Dorf und sollte es tatsächlich soweit kommen, könnte die ausgelöste Welle bis zu 80 Meter hoch auf Geiranger treffen… Natürlich werden die Aktivitäten des Steinmassives diesbezüglich kontinuierlich von Experten überbewacht, jedoch würde im Falle des Falles das kleine Dörfchen ungeschützt den Naturgewalten ausgesetzt sein. Übrigens wäre Geiranger nicht das erste Norwegische Dorf, dass einer solchen Riesenwelle zum Opfer fiele, denn die Ortschaften Leon, in 1905, und Tafjord, in 1934, ereilte bereits das selbe Schicksal.

Da aus unserem Fisch-Dinner nur eine kleine, aber dafür um so schmackhaftere, Vorspeise wurde, und unserer Hunger nach 4 Stunden Angel,- und Ruderaction schon ganz gut war. musste noch ein richtiges Abendessen her. Zum Glück gab es in direkt neben den Campingplatz einen kleinen Supermarkt, der für seine Größe überraschend gut sortiert war und sogar auch einige vegetarische Alternativen im Sortiment hatte. So zauberte Sina ein tolles Überraschungsdinner… Rote-Bete Burger und als Beilage sogar noch einen Salat – mega yummy!

Tag 159: Über den Trollstigen zum Geiranger Fjord

Eine weitere „Scenic Tourist Route“ ist die legendäre Trollstigen Passstraße. Und auch hier hatten wir mal wieder richtig Glück, denn normalerweise wird dieser Streckenabschnitt bereits ab Ende September gesperrt. Aber Dank der guten Wetterlage war es noch nicht zu dem sonst üblichen Schneefall gekommen und die Route war weiterhin geöffnet – Yiepiehh! Durch 11 Haarnadelkurven mit bis zu 12% Steigung geht es über den Trollstigen auf 850m MüH. Erbaut wurde die imposante Straße zwischen 1928 und 1936, jedoch nutzten die Norweger die Strecke bereits viele hundert Jahre, um über das Gebirge und an die Handelsplätze am Meer zu gelangen.

Wieder einmal meisterte Dorphine die Herausforderung mit Bravour. Und trotz der Steigung und teils starken Windböen schob sie sich gemächlich durch die Haarnadelkurven langsam und stetig den Berg hinauf. Das verdient an dieser Stelle noch mal ein Extra Lob, was ist sie nicht doch für eine tolle Lady!

Oben angekommen erwartet die Besucher ein weiteres Architektonisches Meisterwerk. Echt toll, was die Norwegische Regierung in die Tourist Roads gesteckt hat und wie ideenreich die verschiedenen Stopps hergerichtet wurden. Auf den Trollstigen wurde aus einem natürlichen Gebirgswasserfall ein Endlos-Pool geschaffen, und eine Aussichtsplattform in schwindelerregender Höhe lässt die Besucher noch einmal steil von oben die zurückgelegte Strecke bestaunen.

Doch mit dem erklimmen des Trollstigen Passes ist noch lange nicht das Ende dieser tollen Strecke erreicht. Die gesamte Route bis Geiranger Fjord führt durch die Berge und auch hier gibt es immer wieder extra eingerichtete Stopps für Touristen. So kann man an einem Aussichtspunkt beispielsweise den tosenden Wasserfall dabei bestaunen, wie er durch ein 5 Meter enges Gesteinsmassiv schnellt. Super cool anzusehendes Naturschauspiel!

Eine Fährenfahrt gehört na klar auch mit zu dieser Route 🙂 Und auf dieser haben wir die Bekanntschaft mit einem sehr lebhaften und sweeten kleinen Norwegischen Jungen gemacht. Im Auto neben uns sitzend, zeigte er uns voller Begeisterung welche Spielsachen er dabei hatte und was die alles so drauf hatten. An einem späteren Aussichtspunkt trafen wir die Familie erneut, wir unterhielten uns ein wenig und die Eltern luden uns am Ende spontan ein bei ihnen vorbeizukommen, wenn wir in der Nähe von Oslo sein sollten. Was für eine nette und herzliche Begegnung!

Apropos Aussichtspunkt, hoch über dem Geiranger Fjord kann man von diesem die enge des Fjordes, die Wasserfälle und die tolle Natur bewundern. Ein mega WOW! Kein Wunder dass dieser Fjord zu DEN Highlights in Norwegen gehört und über eine halbe Millionen Besucher im Jahr anlockt!

Geiranger selbst ist ein mini Dörfchen am Ende des Fjordes, das mittlerweile komplett vom Tourismus lebt und sich auch gut auf die ansonsten einströmenden Besuchermassen eingestellt hat. Zwischen Mai und September hält jeden Tag mindestens ein Kreuzfahrtschiff in dem 250 Seelen Dorf. Aber auch hier ist in diesem Corona Jahr natürlich alles anders…keine Kreuzfahrtschiffe laufen hier ein…und so kamen wir zumindest in den Genuss, das Dorf ohne die Kreuzfahrttouristen erleben zu dürfen.

Da mal wieder Wäsche waschen fällig war, beschlossen wir den mega toll gelegenen Campingplatz von Geiranger anzufahren. Dieser liegt direkt am Fuße des Fjords und braucht unter normalen Umständen ohne im Voraus reserviert zu haben gar nicht erst angefahren zu werden… wir jedoch mal wieder im Glück …absolut freie Platzwahl…und so nahmen wir uns einen überragenden Spot in erster Reihe, mit direktem Blick in den Fjord hinein. Abends gesellten sich dann doch noch ein paar der Weise Riesen zu uns und genossen ebenfalls die tolle Aussicht, während draußen noch ein kleiner Sturm tobte. Sooo schön und dankbar, dass wir diesen Ort so erleben dürfen:))

Tag 158: Die Atlantikstraße

Die Norwegische Regierung hat mittlerweile 18 Straßen als „Scenic Tourist Routes“ ausgewiesen und diese mit tollen Rastplätzen und Aussichtsplattformen bestückt. Eine dieser Straßen ist die Atlanterhavsvegen (Atlantikstraße), die von Karvag nach Bud führt und ebenfalls zu einer der schönsten Europas gehören soll. Die Straße an sich ist nicht sonderlich lang, insgesamt nur 36km, wovon dann wiederum nur 8km den Titel der schönsten Streckenabschnitte Europas innehalten. Mal sehen was die so kann und ob sie hält was sie verspricht, dachten wir uns und starteten bei gutem Wetter in die Tour.

Schon der erste Rastplatz auf dem Streckenabschnitt überraschte uns. Auf dem ersten Blick ein relativ normaler, wenn auch sehr moderner Rastplatz, samt kleinem Cafe und Toiletten, entpuppte er sich bei genauerem Hinsehen jedoch als Start- und Zielpunkt eines kleinen angelegten Hikes. Auf einem Steg aus Stahl ging es hinunter an den Fjord, um das dortige Felsmassiv und wieder zurück. Entlang dieses Weges entdeckten wir noch das Kunstprojekt einer zweiten Klasse, die am Strand Plastikmüll gesammelt hatten und aus diesem dann einen riesigen Krebs modellierten. Kunst in Kombination mit Sensibilisierung für die Umwelt, was für ein tolles Schulprojekt mit Beispielcharakter!

Unser zweiter Stopp führte uns dann zu einem sehr schnuckeligen, kleinen Hafen und auch hier gingen wir ein wenig auf Erkundungstour. Hach…auch wenn wir uns im Schwärmen wiederholen sollten, aber man kann es gar nicht oft genug wiederholen…was ist das doch für eine sensationelle Landschaft hier in Norwegen!

Bei bestem Wetter entschieden wir uns auch den nächsten ausgewiesenen Zwischenstopp mitzumachen, einen 5km Hike zum kleinen Nordneset Leuchtturm. Die Gegend ist ein besonders gefährliches Schifffahrtsgebiet und viele Tragödien spielten sich vor der Küste bereits ab, wie Schilder entlang des Weges aufklären. Desto wichtiger war der Leuchtturm, und desto überraschender ist letztendlich seine Größe 🙂 Noch ein Fun Fact, wer auch immer am nächsten am Leuchtturm wohnte, war in der Vergangenheit dafür verantwortlich, dass er brannte (ist mittlerweile jedoch seit über 20 Jahren elektrisch betrieben). Dennoch, Augen auf beim Immobilienkauf 🙂

Als wir Bud erreichten, beschlossen wir dort einen kleinen Snack Stopp mit Knäckebrot und Käse einzulegen. Man mag es kaum glauben, aber diese kleine, beschaulich anmutende Gemeinde war früher der Haupt-Handelsort zwischen den beiden 2. und 3. größten Städten Norwegens, Bergen und Trondheim. Heute ist es ein sehr hübsch anzusehendes und super gepflegtes Dörfchen und einzig die ehemaligen Fischerhütten am Hafen erinnern wohl noch ein wenig an seine Vergangenheit.

Von Bud aus ging es weiter nach Andalsnes, wo wir einen tollen Wildcampingspot direkt am Fjord fanden und den Abend ein weiteres Mal ganz entspannt ausklingen ließen…herrrrlich 🙂

Tag 157: Eine nur relativ kurze Stippviste in Trondheim

Trondheim war seit längerer Zeit die erste größere Stadt und wir freuten uns schon darauf, mal wieder etwas “Großstadtluft” zu schnuppern…Großstadt zumindest für norwegische Verhältnisse, Trondheim hat ca. 205.000 Einwohner und ist nach Oslo und Bergen die 3. größte Stadt Norwegens. Nachdem ein Parkplatz gefunden war, steuerten wir, da noch nichts gefrühstückt, erst einmal das nächste “Espresso House” an. Und da Twiggy wie gehabt auch hier wieder nicht mit rein durfte, aßen wir unser Frühstück gemütlich draußen in der Morgensonne.

Gut gestärkt für den Stadtbummel, starteten wir unseren Streifzug durch die City. Super schöne und toll erhaltene, bunte Holzhäuser säumen die Straßen und den durch die Stadt fließenden Fluss Nidelva. Was uns aufgefallen ist, sind die unzähligen Cafés. Mit dieser Dichte kann die Innenstadt von Trondheim es glatt mit Manhattan aufnehmen! Jedes zweite Geschäft ist ein Coffeehouse und alle sind überraschend gut besucht…scheint hier wohl ziemlich gut zu gehen 🙂

Wir sparzierten über die Gamle Bybro auf die andere Seite des Nidelva und machten uns von dort daran den Hügel auf dem das Kristiansten Fort steht zu erklimmen. Das Fort ist frei zugänglich und so genossen wir kurze Zeit später die schöne Aussicht über Trondheim und schlenderten auf den Burgmauern herum.

Wir hätten gut und gerne noch etwas mehr Zeit in Trondheim verbringen können, aber aufgrund mangelnder Parkplatzalternativen (nach drei Stunden und 13€ war die Parkhöchstdauer bereits erreicht) lädt die hübsche Stadt auch nicht so wirklich dazu ein, noch viel länger zu verweilen…jedenfalls sofern man wie wir, mit dem eigenen Auto vor Ort ist. Schade eigentlich! Wäre toll, wenn es für Touristen eine smartere Möglichkeit gäbe, das Auto zu faireren Konditionen abzustellen, während man in der Stadt unterwegs ist. So führte uns der Weg, inklusive einer weiteren Fähre, weiter in Richtung Kristiansund.

An einem stillgelegten Fähranleger konnte man vom Pier aus bereits unzählige Fische im Wasser sehen und so beschlossen wir spontan dort zu bleiben und seit langem mal wieder die Ruten herauszuholen. Schien ein guter Angelspot zu sein und sicherlich würde man hier doch etwas fangen können! Eine Mutter, samt ihrer zwei Söhne, gesellte sich ebenfalls zu uns, und während wir noch unsere Ruten bereit machten, hatte die Frau bereits einen relativ großen Dorsch am Haken. Boah, da ging doch was, was für ein Spot! Begeistert beglückwünschten wir sie zu ihrem Fang und machten uns selbst ans Werk. Als nächstes hatte einer der Jungen etwas am Haken und dem etwas hilfesuchenden Blick der Mutter nach zu Mario hinüber zu urteilen, wohl etwas eher ungewöhnliches. Doch während der Junge versuchte den Fang den Pier nach oben zu bekommen, löste sich der Haken, schnellte nach oben und verbohrte sich am Hinterkopf des kleinen Anglers – Autsch! Zwei der drei Widerhaken waren in der Kopfhaut verschwunden, doch die Mutter blieb mal so richtig cool, während der Kleine sehr tapfer, jedoch ein bisschen mit seinen Tränen kämpfte. Das Krankenhaus sei nur zehn Minuten entfernt, erklärte sie uns. Und wir erfuhren auch was er eigentlich an der Angel gehabt hatte: Einen Oktopus….Oh boy, so etwas wollten wir definitiv auch nicht am Haken haben. Kaum den Gedanken zu Ende gebracht, hatte auch Mario seinen ersten Biss und zog wenig später einen kleinen Pollack oder auch weißer Seelachs (danke Delo für die Erklärung 🙂 ) an Land. Die Freude war natürlich riesig, endlich klappte es mal auf Anhieb mit dem Angeln. Und auch der kleine Notfallpatient vergaß für einen kurzen Moment seine Verletzung und gratulierte begeistert zu dem Fang. Eigentlich war der Plan den Fisch wieder ins Meer zu lassen, aber die Verletzung vom Haken waren zu schwer und so mussten wir ihn besser doch erlösen.

Zwischenzeitlich waren die herbei telefonierten Großeltern eingetroffen und die nette Familie verabschiedete sich in Richtung Krankenhaus von uns. Mal wieder eine sehr nette, wenn auch leider situationsbedingt, viel zu kurze Begegnung. Kaum hatte sich Sina mit dem kleinen Pollack an den kleinen Strandabschnitt begeben um diesen auszunehmen, hatte Mario bereits den nächsten Fisch am Haken. Diesmal eine Makrele – cool! Glücklicherweise saß der Haken hier weitaus erfreulicher und so konnte sie fast unbeschadet wieder ins Meer zurückgelassen werden.

Und das sollte noch nicht alles gewesen sein, ein drittes Mal zuckte Mario’s Angel auf, erneut ein kleiner Pollack. Wow, so viele Fische in so kurzer Zeit wie hier, hatte Mario in der gesamten Zeit in Schweden gefangen (Ich , Mario, möchte jetzt bitte kein Gespött von meine Angel erfahreneren Freunden hören 😆) , was für ein klasse Spot! Auch dieser kleine Fisch konnte unbeschadet zurück ins Wasser entlassen werden und da es bereits anfing zu dämmern, packten wir die Ruten dann auch wieder ein.

Selbstverständlich haben wir den Pollack noch die letzte Ehre erwiesen und ihn gebraten sowie gegessen… und auch wenn er eher ein ungewollter, kleiner Appetithappen war, so war er zumindest sehr schmackhaft und wir happy, mal wieder etwas selbst gefangenes auf dem Teller zu haben…in diesem Sinne – „Petri Heil“!

Tag 156: Volle Fahrt voraus auf Trondheim!

Mit der Ocean Road im Rücken sollte unser nächstes Etappenziel Trondheim werden. Aber wie immer war natürlich der Weg das Ziel und so machten wir wieder ein paar Stopps entlang der Route. Der Erste führte uns nach Namsos und, laut eines namenhaften Reiseführers auf einen „easy“ Hike, auf den 114m hohen Bjorumsklumpen. Über das „leicht“ kann man durchaus diskutieren…wir kamen wegen des relativ steilen Aufstiegs zwar schon etwas aus der Puste, hatten ansonsten jedoch keine größeren Schwierigkeiten, über die teilweise doch recht großzügig angelegten „Stufen“ aus Naturstein zu klettern. Leute die jedoch nicht mehr so gut zu Fuß sind oder schon zur älteren Generation gehören, sollten unserer Meinung nach vielleicht besser doch den Weg entlang der Straße wählen.

Oben angekommen, hatten wir eine spitzen Aussicht auf Namsos und den dahinterliegenden Fjord. Hallelujah, was hatten wir doch mal wieder Glück mit dem Wetter! Eine brandneue, super moderne Aussichtsplattform samt Fernglass waren auch noch zugänglich und so checkten wir erst einmal wie es Dorphine unten auf dem Parkplatz so erging – allem Anschein nach gut 🙂

Und weiter ging es auf der „Route 17“, die größtenteils entlang vieler Felder und Äcker führt und damit für norwegische Verhältnisse fast schon etwas langweilig daherkommt…kann durchaus auch sein, dass wir mittlerweile landschaftlich einen etwas hohen Anspruch haben😌 Wir machten noch einen kurzen Stopp in Stiklestad, wo im Jahre 1030 eine große Schlacht gefochten wurde, in der einer der Hauptprotagonisten, Namens Sankt Olav, zwar fiel, dadurch aber dennoch der Grundstein mitunter durch den Einzug des Christentums, für das moderne, heutige Norwegen gelegt wurde. Das freizugängliche Gelände war perfekt angelegt um sich die Beine etwas zu vertreten und ein wenig über die norwegische Geschichte zu erfahren.

Kurz vor Trondheim machten wir dann noch einen kurzen Stopp in „Hell“. Ja, so heißt dieser kleine Vorort tatsächlich 🙂 Fun Fact, der Trondheimer Flughafen ist hier ebenfalls anzufinden, jedoch hatte sich die lokale Regierung letztendlich dagegen entschieden, den Flughafen „Hell International Airport“ zu nennen, schade eigentlich wie wir finden. Ein kurzes Foto am Bahnhof Hell musste natürlich sein…wann macht man schon mal einen kurzen Zwischenstopp in Hell 🙂

Kaum im Stadtgebiet von Trondheim angekommen, machten wir auch schon den nächsten Halt. Diesmal zog es uns, man mag es kaum glauben, zu Ikea! Wie lange hatten wir darauf gewartet…dafür, dass Schweden das direkte Nachbarland ist, sind Filialen des Möbelhauses in Finnland und Norwegen super spärlich gesät. Nun war es endlich soweit und wir shoppten sogleich die lang ersehnte, neue Fußmatte… kurze Hintergrundgeschichte dazu…unsere vorherige Fußmatte (wichtig , wegen Dreck und bei Nässe 🙂 ) für den hinteren Bereich musste nach einem kleinen Kaffee Unfall in Finnland entsorgt werden…und Yay, günstige Schokolade und Kaffee gab es auch noch obendrein!

Da zwischenzeitlich die Dämmerung doch schon langsam anfing, beschlossen wir die Stadtbesichtigung auf den nächsten Tag zu legen, und machten uns stattdessen in ein nahegelegenes, relativ hoch gelegenes Naturschutzgebiet von Trondheim auf. Oben angekommen, fanden wir einen guten Spot zum Parken für die Nacht und beobachteten von unser komfortablen Sitzposition aus, noch ein bisschen das noch immer muntere Treiben vor Ort. Man, was für ein sportliches und aktives Völkchen die Norweger doch sind! Obwohl recht weit oben und auch ab vom Schuss, kamen bis spät in den Abend hinein Leute zum Laufen, Radfahren oder Skilanglauf (die Sommeredition mit Rollen) – Respekt!

Tag 155: Die Fährprofis „on Tour“ :)

Und auch dieser Tag begann ein weiteres Mal damit, auf eine Fähre zu warten. Diesmal betrug die Wartezeit satte zwei Stunden…Genügend Zeit also um gemütlich zu frühstücken und den Reiskocher im kleinen Aufenthaltsraum des Hafens anzuschließen…hehe, Not macht erfinderisch, wenn man so lange nicht an 220V Landstrom angeschlossen war 😁…Und Ja, wer diese Route nimmt, muss vor allem in der Nebensaison damit rechnen, etwas länger auf die nächste Fähre zu warten, aber definitiv lohnt es sich und etwas Entschleunigung hat ja auch noch niemandem geschadet 🙂 Übrigens wissen wir bis dato nicht was uns der Spaß mit den ganzen Fähren eigentlich kostet. Beim befahren der Fähren wird das Nummernschild erfasst und spätestens nach sechs Monate soll dann die Rechnung ins Hause flattern….das selbe gilt auch für die Mautpflichtigen Strecken…uijuijui…da sind wir aber mal richtig gespannt, was da im Nachhinein noch auf uns zukommen wird.

Die darauffolgende zweite Fähre wartete bereits auf uns als wir an den Fähranleger kamen, so das wir direkt rauffahren konnten, dass war uns bis dato ja noch nie passiert 🙂 Und auch bei der dritten von Vennesund nach Holm hielt sich die Wartezeit mit einer halben Stunde absolut in Grenzen. Die gesamte Kystriksveien ist eine tolle Route, aber wir empfanden das darauffolgende Stück nochmal als extra schön. Vielleicht lag es auch an der tollen Abendsonne, die alles in einem wunderschönen Licht erstrahlen lies, aber dieser Abschnitt hat es uns definitiv angetan.

Am Straßenrand entdeckten wir dann auch noch zwei Elche – Yay – zum ersten Mal seit Schweden! Allerdings erwiesen sich diese zwei Exemplare als genauso Kamerascheu wie bereits ihre Artgenossen im Nachbarland und nahmen Reiß Aus als Mario versuchte für ein Foto näher heran zu kommen.

An einem See mit einer wunderschönen Aussicht fanden wir schließlich unseren Wildcampingspot für die Nacht. Gut’s Nächtle allesamt und träumt etwas Schönes 🙂

Tag 154: Ein Tag mit ein paar Fährfahrten

Wenn man die Kystriksveien Route nimmt, gehören viele Fährfahrten dazu und so startete dieser Tag für uns mit genau einer solchen. In nur 10 Minuten ging es von Forøy nach Ågskardet. Von dort aus sind es dann nur 28 Kilometer Fahrt bis zur nächsten Fähre, jedoch fährt diese erst 4 Stunden später. Genügend Zeit also, um sich das kleine Dörfchen Jektvik mal genauer anzuschauen. Hier hat sich der lokale Kindergarten etwas ganz besonderes für die warteten Besucher einfallen lassen…nämlich einen kleinen Hike entlang aller Sehenswürdigkeiten des kleinen Dörfchens. Da Jektvik eigentlich keine so richtigen Highlights aufzuweisen hat, geht die Wanderung beispielsweise auch beim Physiotherapeuten samt kleinen Fitnessstudio vorbei. Auf jeden Fall eine tolle und niedliche Idee um die Zeit ein wenig zu überbrücken.

Überraschenderweise war das einzige Cafe im Ort sogar geöffnet. Von einer gutgelaunten Brasilianerin geführt, war es auch gar nicht dass, was man diesem verschlafenen Ort vermutet hätte. Leider durften wir auch hier nicht mit Twiggy hinein und so verbrachten wir die restliche Wartezeit im Bulli mit einem kleinen Snack und dem editieren von ein paar unserer Videos…huuiii, da ist bereits eine ganze Menge Filmmaterial zusammengekommen…

Dann ging es auf die Fähre, auf der man vom freundlichen Kapitän höchstpersönlich eingewiesen wurde. Oha, hier macht der Chef das wohl noch persönlich, dachten wir schmunzelt, aber schnell wurde klar wieso. Niemand anderes wollte und sollte wohl die Verantwortung für das Beladen übernehmen, denn es durfte kein Zentimeter verschenkt werden, damit alle wartenden PKW’s und LKW’s mit kamen. Und wir meinen wirklich keinen Zentimeter. Dorphine bereits mit eingeklappten Spiegeln (wobei der Kapitän den auf der Beifahrerseite selbst einklappte 🙃) auf 3 Zentimeter an die Außenwand geparkt, manövrierte der Kapitän einen großen LKW bis auf wenige Zentimeter auf der Fahrerseite an Dorphine heran. Aussteigen war nun unmöglich…dabei heißt es eigentlich, dass man bei einem geschlossenen Autodeck gar nicht im Auto bleiben darf…Optimierungswahn ging hier vor Sicherheit…uns war’s recht, wir holten das iPad und den „Prince of Bel Air“ heraus und genossen die einstündige Überfahrt.

Richtig spannend wurde es dann aber erst als es darum ging wieder von der Fähre zu fahren. Erneut übernahm der Kapitän das Kommando und winkte den LKW Millimeter genau aus dem Rumpf der Fähre. Als es nicht mehr vor uns zurück ging, kroch er kurzerhand selbst unter dem LKW hindurch um sich die Lage genauer anzuschauen und erneut den Außenspiegel eines anderen Autos einzuklappen. Und obwohl der 40 Tonner ungelogen nur wenige Millimeter an Dorphine mit seinem ausscherenden Heck vorbei schwenkte, machten der Fahrer und der Kapitän einen super Job und alle kamen ohne Schrammen und Dellen davon. Eieiei, ganz schön aufregend so eine Fährfahrt.

Und das war nicht die letzte Fähre des Tages, eine ging noch 🙂 Diese war aber sehr viel langweiliger und auch kürzer. Als wir uns Sandnessjoen nährten, war es bereits dunkel und wir fuhren einen spitzen Platz direkt unter der großen Fjord Brücke vor der Stadt an. Noch nie war das Schlafen unter einer Brücke so bequem und cool 🙂

Tag 153: Kystriksveien – die Küstenroute

Unser erstes Ziel an diesem Tag war der Salstraumen, oder auch der Salzstrom. Er ist der stärkste Gezeitenstrom der Welt und erreicht eine Geschwindigkeit von bis zu 40km/h wenn er durch die 150m breite Passage gedrückt wird. Sage und schreibe 400 Millionen Kubikmeter Wasser werden bei jedem Tidengang bewegt und sorgen damit für ein tolles Naturschauspiel. Leider waren wir fünf Minuten zu spät dran und verpassten so das Spektakel, dafür fanden wir aber einen kleinen Campingplatz an dem wir für 5€/Person Duschen konnten, ein Schnapper für Norwegische Verhältnisse.

Auf dem Campingplatz hatten wir auch mal wieder kostenloses Wifi und nutzten dieses um unsere weitere Route zu planen. Wir beschlossen anstelle der Autobahn den Kystriksveien zu fahren, da diese angeblich eine der spektakulärsten Küstenstraßen Europas sein soll. Das hörte sich doch mal wieder genau nach unserem Geschmack an 🙂

Kaum auf dem Kystriksveien machten wir auch schon unseren ersten Stopp. Im kleinen Fischerdörfchen Storvik machten wir Halt um gemütlich in der Sonne zu Brunchen. Haach… was kann das Leben doch schön sein!

Danach ging es weiter durch einen 8km langen Tunnel. Für Norwegische Verhältnisse ist das natürlich noch gar nichts, schließlich befinden sich die längsten Straßentunnel der Welt in diesem Land, aber auf unserer bisherigen Reise war dieser definitiv bist dato der längste.

Auf einem Rastplatz machten wir kurz halt und entdeckten am Gegenüberliegenden Ufer durch Zufall die Zunge eines Gletschers. Das ist ja mal richtig cool!

Zwar war auch hier die Touristeninformation bereits für die Saison geschlossen, aber auf einem der Aushänge entdeckte Mario eine Straße über die man näher an den Gletscher heran zu kommen schien. Natürlich mussten wir die sogleich einmal checken. Also ging es zurück durch den 8km langen Tunnel und dann abseits der Hauptstraße weiter.

Und Wow – was für eine tolle Strecke uns dort erwartete! Die Straße wurde als sogenannte Arbeitsstraße hinauf zum Gipfel gebaut und auf Schildern wurde darauf hingewiesen, dass diese Strecke nur auf eigene Gefahr genutzt wird. Genau unser Ding also 🙂 Es ging bergauf und plötzlich erwartete uns am Ende der Straße der dunkle Schlund eines Tunnels. Und mit Dunkel meinen wir Dunkel, denn ohne jegliche Beleuchtung ging es in dem unverkleideten Tunnel auf einer einspurigen Straße, welche in einem erbärmlichen Zustand war, steil nach oben. Dorphine schnaufte sich im 1. Gang den Weg durch die Dunkelheit den Berg hinauf…und dann auf der am Ende des Tunnels, erwartete uns eine beeindruckende Berglandschaft. Doch so richtig lange Zeit zum Bestaunen hatten wir nicht wirklich, denn ein zweiter Tunnel erwartete uns bereits. Dieser war zwar ebenfalls unbeleuchtet, dafür aber kürzer und auch nicht mehr so steil. Als wir herauskamen fanden wir uns auf der trockenen Seite einer riesigen Staumauer wieder. Krass! So etwas hatten wir beide bis dato auch noch nie von so nah und in echt gesehen, ganz schon beeindruckendes Bauwerk, muss man ja sagen. Oben auf ca. 650m angekommen, befand sich ein kleiner Parkplatz, wo überraschenderweise noch weitere Autos standen. Dorphine geparkt, begannen wir die Gegend ein wenig zu Fuß zu erkunden. Tatsächlich ist das Gebiet ein sehr beliebtes Wandergebiet und so machten wir uns spontan auch auf einen kleinen Hike durch diese grandiose Berglandschaft auf…

Zurück bei Dorphine angekommen, beschlossen wir der Straße noch das letzte kleine Stück weiter zu folgen und gelangten so auf den Gipfel mit direktem Blick auf den Stausee. Und siehe da, auch hier parkten bereits einige Autos von Wanderern und es gab sogar eine kleine, toll ausgestattete Schutzhütte samt Strom. Wir waren komplett fasziniert von diesem Ort und es war sofort klar, dass dies unser Spot für die Nacht werden sollte. Obwohl wir bereits an so vielen unbeschreiblich tollen Plätzen auf unserer Reise übernachtet hatten, war dieser auf jeden Fall ein weiterer der Kategorie „etwas ganz besonderes“!

Wir waren auch der festen Überzeugung, dass wir an diesem perfekten Ort auch wieder Polarlichter sehen würden. Der Himmel war beinahe Wolkenfrei, die Intensität laut Vorhersage auch gar nicht so schlecht und es fing eigentlich auch ganz gut an… doch dann kam der ziemlich beeindruckende Vollmond zum Vorschein. Zwar war dieser in seiner vollen Pracht ohne Frage auch wunderschön anzusehen, machte damit jedoch die Chance für uns ein weiteres mal die Nordlichter zu sehen zu bekommen ziemlich schwierig….Zumindest konnten wir anfänglich ziemlich schwach ein paar Aktivitäten wahrnehmen, jedoch blieb uns, trotz dessen wir bis kurz vor Mitternacht ausharrten, dieses Naturschauspiel ein weiteres Mal verwehrt. Aber umso glücklicher können wir uns schätzen, bereits in den Genuss der Lichter gekommen zu sein.

Tag 152: Auf Wiedersehen ihr sensationellen Lofoten Islands!

Genau wie die Nacht, war auch der Morgen eher auf der schattigen Seite, aber wenn man den Tag mit einem tollen Hike startet, wird die Temperatur schnell nur noch zur Nebensache. Und genau das taten wir, denn von dem Parkplatz aus konnte man einen schönen Wanderweg entlang der Küste machen und zudem wurden wir auch noch mit einer wirklich fantastischen Aussicht belohnt. So dürfte jeder Morgen gern starten 🙂

Nach dem tollen Start in den Tag rief dann aber mal wieder die Pflicht…das Geschirr wollte mal wieder gespült werde… Dank des warmen Wassers und einem Outdoor Spülbecken, welches nebst Toiletten zu dem bezahlten Parkplatz gehörte, war dieses flux’s erledigt und wir waren quasi frisch durchgespült wieder bereit unsere Tour fortzusetzen.

Gemütlich cruisten wir erneut in den Süden der Lofoten zu dem kleinen Fährterminal in Moskenes. Von hier sollte uns die Fähre in 3,5 Stunden zurück aufs Festland nach Bodø bringen. Wir waren schon sehr gespannt auf das Verladen, da Sina bei der Buchung einen kleinen Fehler gemacht hatte…sie hatte unwissentlich den nur 1/2 so teuren „EL Vehicle“ Tarif gebucht, anstatt das normale „Vehicle“. Erst eine Tag später kam Mario der Gedanke, dass das „EL“ mit Sicherheit für Elektro stehen würde…und da passte Dorphine mit ihrem alten Dieselnagler na klar mal so richtig gut rein 😆 Nü denn, gebucht ist gebucht und wir wollten es einfach mal drauf ankommen lassen ob Dorphine tatsächlich doch als E-Auto durchgehen würde…Na, was meint ihr wohl?

Yay…unglaublich, aber wir sind tatsächlich so auf die Fähre gekommen. Ohne weiter auf das Ticket zu schauen, scannte der Fährenmitarbeiter unser e-Ticket und lies uns ohne jeglichen Kommentar oder sonstige Regung auf die Fähre fahren. Herrlich! So sparten wir glatte 60€ und haben uns mega darüber gefreut…da wird sich doch zurück in der Heimat gleich mal ein e-Kennzeichen geholt :)) Nur leider wehrte unsere Freude nur kurz, denn kaum ausgestiegen erfuhren wir, dass Hunde auf Deck nicht gestattet sind und während der Fahrt im Auto bleiben mussten. Wir hatten extra die Website vor der Buchung dahingehend gecheckt und das war dort nirgends vermerkt gewesen…Twiggy 3,5 Stunden alleine im Auto unter Deck zu lassen war eigentlich keine Alternative für uns, und hätten wir das gewusst, wären wir auch die Strecke (auf dem Landweg bis nach Bodø ca. 1200km) zurückgefahren, anstelle die Fähre zu nehmen. Unsere Wiederrede traf jedoch auf taube Ohren und der Angestellte blieb dabei, Twiggy müsse im Auto bleiben. Nachdem alle Passagiere an Deck waren, nahm Sina einen erneuten Anlauf…und tatsächlich, sie schaffe es dem Mitarbeiter zumindest einen Kompromiss abzuringen… Twiggy durfte mit an Deck, solange wir mit ihr draußen blieben und kein anderer sollte sie zu sehen bekommen… uijuijuijui…So verbrachten wir Drei tatsächlich die 3,5 stündige Überfahrt auf dem Außendeck, zwar etwas fröstelnd, aber allesamt glücklich.

Schlussendlich in Bodø angekommen, fuhren wir auch gleich weiter auf einen Wildcampingspot etwas außerhalb der Stadt, jedoch mit tollen Blick auf dessen Skyline. Und kaum hatten wir das Abendessen verdrückt, erschienen tatsächlich die ersten Polarlichterstreifen am Himmel…19:30 Uhr – Wow – das mal früh und dafür schon relativ viel Aktivität!? Das würde bestimmt ein spitzen Polarlichter Abend werden…Eine Stunde später ging es dann tatsächlich auch richtig los…und diesmal haben wir nicht „nur“ die grünen Streifen gesehen, sondern grün violette changierend, die so richtig am Himmel tanzten. Was für ein unglaubliches, sensationelles und atemberaubendes Naturschauspiel! Fotos können dieses Phänomen absolut nicht so wiedergeben, wie wenn man es mit den eigenen Augen sieht… auch wenn wir bei dem Lichtspiel mit dem Farbwechsel zu geflasht waren um etwas anderes zu machen, so haben wir an diesem Abend zumindest noch ein paar Versuche unternommen, um ein paar Eindrücke für euch einzufangen.

Tag 151: Lofoten Love

Der erste Stopp dieses Tages führte uns in das winzige Dorf Flakstad. Es besteht aus ca. 6-8 Häusern, einer Kirche samt Friedhof und einem tollen, populären Surfstrand, nebst einer modernen, ortsansässigen Surfschule. Zu unserer Überraschung war diese auch, trotz des eher unbeständigen Wetters, ziemlich gut besucht und viele Surfschüler versuchten in dem doch eher frischen Europäischen Nordmeer Wellen ihr Surfer-Glück. Mit dem richtigen Klamotten bestimmt auch gut machbar, dennoch Hut ab!

Nachdem wir auf dem Parkplatz gemütlich gefrühstückt hatten (was ein geiler Regenbogen 😍 oder?), machten wir uns zu einem kleinen Spaziergang auf. An der Surfschule vorbei, gingen wir entlang des Friedhofes zu der kleinen Kirche. Die laut unserem Reiseführer eine der schönsten der Lofoten sein soll. Können wir jetzt so nicht beurteilen, war zudem auch abgeschlossen, aber für einen kleinen Morning Walk war sie definitiv ein schönes Ziel in einer tollen Landschaft.

Zurück bei Dorphine ging es weiter und unser nächster Stopp führte uns nach Glasshytta. Hier hat eine bekannte Glasbläserei ihr Zuhause, welche nicht nur von Generation zu Generation weitergeführt wird und wurde, sondern auch seine Gäste einlädt den Glasbläsern bei ihrer Arbeit zuzuschauen. Auch wir taten dies eine Weile durch ein Fenster und waren von dem Handwerk begeistert.

Da das Wetter am Vortag so schlecht gewesen war und wir Reine überhaupt nicht richtig genießen konnten, beschlossen wir noch einmal dorthin zurückzukehren, um dieses nachzuholen. Und das lohnte sich auf jeden Fall! Hier kann man wunderbar ein wenig umherstreifen und sich schön treiben lassen. Auch nach Walen hielten wir diesmal intensiver Ausschau, hatten aber leider wieder kein Glück. Na ja, was nicht ist, kann ja noch kommen….Zum Abschluss kehrten wir ein weiteres Mal in das kleine Café ein und gönnten uns zwei weitere Stücke von der leckeren Kuchenauswahl…uuund wieder yummyyy!

Das Wetter klarte mittlerweile immer mehr auf und laut (Polarlicht)Vorhersage , sollten die Polarlichter ebenfalls recht intensiv werden. Wir waren ein bisschen aufgeregt…es sollte für diese Zwecke also der perfekte Übernachtungsspot gefunden werden, damit wir tatsächlich mal in die Faszination dieses Naturschauspiels kämen. Dank eines anderen Blogs erfuhren wir von einem Parkplatz in dem Örtchen Uttakleiv, welcher auf den Lofoten ein ziemlich perfekter Ort dafür sein sollte…dieser war jedoch in Privatbesitz und erhob verständlicherweise Parkgebühren…aber mal ganz ehrlich, für diese atemberaubende Aussicht, mit der Chance auf Polarlichter, haben wir wirklich sehr gerne bezahlt.

Wir vertrieben uns die Zeit bis zum Sonnenuntergang damit, die Drohne mal wieder steigen zu lassen und den Strand ein wenig zu erkunden. Mal wieder ein WOW – was für ein mega schönes Plätzchen an dem wir hier gelandet waren! Und umso später es wurde, desto mehr klarte der Himmel tatsächlich auch auf…die Spannung stieg…werden wir heute die Polarlichter endlich einmal richtig sehen können??

Wir machten es uns im Cockpit von Dorphine gemütlich und so begann das Warten auf Nacht und die Polarlichter… Uiuiui, da hatten wir uns aber eine ganz schön kalte Nacht ausgesucht. Aber mit der dicken Decke war schnell Abhilfe geschaffen und wir harrten weiter der Dinge die da kommen mochten. Und tatsächlich, um 22 Uhr rum entdeckten wir dann den ersten Streifen der grünen Lichter aus Nordwesten kommend…so spannend!!! Schön warm eingemummelt ging es hinaus in die kühle Nacht. Und tatsächlich wurden die Lichter von Minute zu Minute stärker. Dank der Hilfe vom Profi (vielen Dank nochmals Marco!), gelang es uns sogar mit einer extra heruntergeladen Foto-App für Langzeitbelichtung und der richtigen ISO Einstellung die Lichter mit dem Handy zu fotografieren….WOOOW!!! Was für ein unglaublich faszinierendes und tolles Naturschauspiel, das nur leider auch nicht von allzu langer Dauer war. Nach etwa einer halben Stunde war der atemberaubende Zauber vorbei und wir schlenderten ein wenig am Strand entlang, während wir hofften, ob es eventuell noch eine Fortsetzung geben würde. Doch bis auf das Sina einen nicht wirklich so kleinen Stein übersah und sich der Nase nach langmachte, gab es auch kurz nach 22:30 Uhr keine Spuren von weiteren Aktivitäten… und so beschlossen wir uns, selig und dankbar die Nordlichter einmal live gesehen zu haben, langsam Bettfertig zu machen…das war sooo schön 🤩